Arbeiten an St.-Johannes-Baptist-Kirche in Borgentreich haben begonnen
Sanierung im Gesamtpaket

Borgentreich (WB). Mörtelteile, so groß wie eine Hand, lösen sich seit knapp einem Jahr vom Gemäuer der Borgentreicher St.-Johannes-Baptist-Kirche. Aus 30 Metern Höhe und mehr werden daraus gefährliche Geschosse – nicht nur das will die Gemeinde mit Sanierungsarbeiten verhindern.

Dienstag, 07.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 11:34 Uhr
Freuen sich, dass die Sanierungsarbeiten jetzt beginnen (von links): Pastor Werner Lütkefend, Klaus Kremper (Vorstand Kirchengemeinde St. Johannes Baptist) und Architekt Albert Henne. Wie lange die Arbeiten dauern, sei aufgrund des Umfangs aktuell noch nicht abzusehen. Foto: Timo Gemmeke

Seit drei Wochen sind Turm und Kirchenschiff mit Baugerüsten umhüllt. »Vor ein paar Tagen hatten wir noch einen Ortstermin mit dem Steinmetz«, erklärt Architekt Albert Henne aus Höxter. »Jetzt können die Arbeiten losgehen.« Der abbröckelnde Mörtel, der im vergangenen Jahr immer wieder auf dem Kirchenvorplatz gelandet ist, soll aber nicht die einzige Baustelle sein. Henne: »Es gibt mehrere notwendige Sanierungen – wir machen das Gesamtpaket.«

»Viele Natursteine wurden stark beschädigt.«

Dieses Gesamtpaket sieht am Turm zuerst die Aussbesserung der verbauten Steine vor. »Viele Natursteine sind an der Oberfläche über die Jahre stark beschädigt worden«, erklärt Henne. Lose Steinschalen sollen abgetragen und abgeschliffen werden. Nicht nur, damit keine losen Stücke mehr vom knapp 32 Meter hohen Turm fallen. Auch Sickerflächen für Regenwasser sollen ausgemerzt werden, die den Stein bei Frost im Winter noch stärker schädigen könnten.

Am Übergang zwischen Turm und Schiff lösen sich auf beiden Turmseiten außerdem Mörtelteile aus der Baufuge. »Die betroffenen Stellen müssen wir jetzt neu ausfugen«, so Henne. Alle Arbeiten am Turm sollen vom Gerüst aus erfolgen; vor Ort ist die Firma Mathies aus Bad Driburg.

Schädlingsbefall an mehreren Stellen

Mit maroden Steinoberflächen und ausbrechenden Fugen hat auch das Kirchenschiff zu kämpfen. Zusätzlich ist bei einer Ortsbegehung im Treppenaufgang Schädlingsbefall an mehreren Stellen aufgefallen. »Die Bereiche werden abgetragen und durch neues Holz ersetzt«, erklärt Henne. Auch die Sandsteintreppe, die in die Turmstuben führt, soll »aus Sicherheitsgründen« überarbeitet werden.

Auf dem Dach des Kirchenschiffs konnten die Planer einzelne gebrochene Sollingsandsteine ausmachen – einige davon lagen nach Sturm Friederike 2018 nicht mehr auf dem Dach sondern unten auf dem Kirchplatz. »Wir haben Glück, dass die Steine jeweils in zwei übereinander liegenden Schichten verbaut worden sind« erklärt Henne. So hätten weitere Schäden – etwa durch eindringendes Regenwasser – verhindert werden können. Der First, die waagerechte, obere Kante des Daches, soll im Zuge der Arbeiten auch neu verstrichen werden.

Kosten von 122.000 Euro eingeplant

Für die Sanierung sind aktuell Kosten in Höhe von 122.000 Euro eingeplant. »80 Prozent davon übernimmt das Erzbistum Paderborn«, erklärt Klaus Kremper vom Vorstand der Borgentreicher Kirchengemeinde. Den Rest – etwa 24.400 Euro – zahlt die Gemeinde selbst.

Wie lange die Arbeiten dauern, sei noch nicht abzusehen. »Es können noch weitere, bisher unbekannte Schäden auftauchen«, so Henne. Derzeit geht er von fünf Monaten Bauzeit aus. »Wichtig ist, dass wir jetzt überhaupt erstmal anfangen«, meint Pastor Werner Lütkefend.

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