Marietta Schröder vom Gymnasium Beverungen schreibt Projektarbeit und forscht am „XLAB“ in Göttingen
Abiturientin findet Mikroplastik in der Weser

Beverungen -

Mikroplastik in den Weltmeeren – das ist bekannt. „Mich hat interessiert, ob es tatsächlich auch hier vor Ort vorkommt“, erklärt Marietta Schröder den Grund, warum sie sich für ihre Projektarbeit am Gymnasium Beverungen ausgerechnet diesem Thema angenommen hat. Durch seine zahlreichen Vorteile, wie beispielsweise das geringe Gewicht und die Beständigkeit, habe Plastik sich in unserem Alltag etablieren können, schreibt sie in ihrer Arbeit. Noch heute steige die Produktion weltweit. „Allerdings werden wir zunehmend auch auf die Nachteile des Stoffes aufmerksam. So ist Plastik beispielsweise nicht biologisch abbaubar und generell schwer zu recyceln.“ Die Abiturientin aus Lauenförde hat recherchiert, dass die Hälfte der in einem Jahr produzierten Menge entsorgt werde. Die anderen 50 Prozent seien im Gebrauch oder in der Umwelt.

Mittwoch, 10.02.2021, 06:00 Uhr
Marietta Schröder aus Lauenförde ist der Nachweis von Mikroplastik im Weserwasser gelungen. Die Schülerin des Beverunger Gymnasiums macht in diesem Jahr Abitur. Foto: Alexandra Rüther

Momentan enthalten die Meere Schätzungen zufolge bereits 158 Millionen Tonnen Plastik. Dort entsteht durch Umwelteinflüsse Mikroplastik. Als solches werden meistens Plastikpartikel mit einer Größe von bis zu fünf Millimeter bezeichnet. Insbesondere diese werden aufgrund ihrer Größe schnell im Ökosystem verteilt.

„Aber auch viele weitere Faktoren wie beispielsweise Reifenabrieb beeinflussen die in die Umwelt gelangende Menge an Plastik“, sagt Marietta Schröder und rechnet vor, dass beispielsweise in Deutschland, bei einer Lebensdauer eines Reifens von durchschnittlich vier Jahren und einer ungefähren Haltbarkeit von 40.000 Kilometern, etwa 120.000 Tonnen Gummiabrieb pro Jahr produziert würden.

„Durch die Menge an Plastik in der Umwelt ist es nicht verwunderlich, dass Mikroplastik auch in vielen verschiedenen Flüssen nachgewiesen werden konnte“, sagt Marietta und hat recherchiert, dass in der Donau beispielsweise das Verhältnis von Mikroplastikpartikeln zu Fischlarven untersucht worden sei. „Als Endergebnis konnte festgestellt werden, dass sich durchschnittlich 275 Fischlarven und 317 Plastikpartikel auf 1000 Kubikmeter Wasser befinden. Somit gibt es mehr Mikroplastik als Fischlarven in der Donau.“ Forscher in Manchester hätten in zehn Sediment- und Bodenproben aus verschiedenen Flüssen 500.000 Plastikpartikel pro Quadratmeter Flussbett dokumentiert.

Der Nachweis von Mikroplastik in der Weser gestaltete sich für die Schülerin nicht ganz einfach. Zunächst hat Marietta Schröder mit ihrem Lehrer Tim Rencker in der Schule Proben unter dem Mikroskop und Stereomikroskop analysiert. „Allerdings konnte bei den Partikelfunden nicht sicher bestimmt werden, ob es sich um Plastik gehandelt hat“, berichtet sie. Der Nachweis gelang ihr schließlich in Zusammenarbeit mit Dr. Barbara Ritter vom „XLAB“ in Göttingen. „Hierzu wurden mit einem speziellen Filter die im Wasser enthaltenen Mikropartikel aufgefangen. Nachdem alle organischen Partikel zersetzt wurden, konnten die verbliebenden Partikel mit dem Farbstoff Nilrot angefärbt werden. Anschließend wurden die Proben unter dem Fluoreszenzmikroskop untersucht und mit Positivproben verglichen“, beschreibt Marietta Schröder das Verfahren, mit dem der Nachweis von Mikroplastik im Weserwasser gelang.

Generell gebe es allerdings noch keinen einheitlichen Weg, den Mikroplastikgehalt in beispielsweise Wasserproben zu bestimmen, sieht Marietta Schröder hier noch „viel Forschungsbedarf“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7810588?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Linnemann sieht „Systemfehler“
Carsten Linnemann fordert Nachbesserungen bei der Öffnungsstrategie.
Nachrichten-Ticker