Großauftrag an neuer B83-Brücke bei Beverungen-Herstelle bringt Weser-Diemel-Beton an die Kapazitätsgrenzen
125 Betonmischer an nur einem Tag

Beverungen -

Dieser Auftrag ist eine Herausforderung für das Unternehmen Weser-Diemel-Beton (WDB). 1000 Kubikmeter Beton müssen am Dienstag innerhalb von zwölf Stunden zu einem Brückenneubau bei Beverungen-Herstelle gebracht werden.

Mittwoch, 25.11.2020, 06:18 Uhr
Ohne Gummistiefel geht hier nichts: Bauarbeiter bringen den Beton auf die Stahlbewehrung auf, verdichten ihn und ziehen ihn schließlich glatt. Foto: Marius Thöne

Aus den Werken Höxter und Ossendorf fahren 17 Betonmischer im Pendelverkehr. Insgesamt sind es 125 Lastwagenladungen. Zum Vergleich: Für die Bodenplatte eines normalen Einfamilienhauses brauchen Bauherren in der Regel zwei bis drei Lastwagen voll Beton.

„Normalerweise verlassen hier jeden Tag zwischen 200 und 400 Kubikmeter Beton das Werk“, sagt Disponent Michael Beckmann. „Heute sind es allein aus Höxter etwa 600. Da kommen wir schon an unsere Kapazitätsgrenze.“ Beckmann sorgt nicht nur dafür, dass die Fahrer ihre Laster mit frischem Beton befüllen können, sondern auch für genügend Zement, Kies und Sand – und die richtige Qualität der Ware. Hier sind dem Unternehmen genaue Vorgaben gemacht worden.

„An solchen Tagen muss man darauf achten, dass alles Hand in Hand geht und die Transportkette nicht ins Stocken gerät“, erläutert Dominik Grothe, Prokurist des Unternehmens. Der 43-Jährige überwacht am Mittag die Anlieferungen auf der Baustelle. Für alle Fälle hat der Betonhersteller zusätzliche Kapazitäten im Werk Uslar eingeplant. Sollte es zu technischen Problemen in Höxter oder Ossendorf kommen, könnten die Laster auch von dort aus die Brücke anfahren.

Das Bauwerk ist das größte auf der knapp 4,5 Kilometer langen Trasse der Ortsumgehung Herstelle/Bad Karlshafen, die seit gut drei Jahren gebaut wird.

Brückenbau über den Ilksbach in Herstelle

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Die Brücke über das Ilksbachtal wird 180 Meter lang und gut 22 Meter hoch. Kostenpunkt: 7,6 Millionen Euro. Die Pfeiler stehen bereits, vom “Überbau“ ist etwa die Hälfte vorhanden. Hier oben bringen die Arbeiter des Bauunternehmens Fritz Spieker aus Oldenburg am Dienstag den Beton auf eine Eisenbewährung im Bereich der künftigen Fahrbahn auf. Mit riesigen Pumpen wird der Flüssigbeton nach oben gepumpt. Auch hier hat WDB vorgesorgt und hält eine dritte Pumpe in Stand-by, falls eine der anderen beiden Mucken macht. Die Betonmischer (Lkw) fahren rückwärts an die Pumpe und lassen ihre Fracht in einen großen Aufnahmetrichter laufen.

Direkt dahinter arbeitet Gunter Motzkus. Der 60-Jährige Beverunger ist echter Betonexperte. Seit 45 Jahren befasst er sich beruflich mit dem Werkstoff. Er hat das „Betonrezept“ für die Brücke erarbeitet und prüft heute, ob der Hersteller die Vorgaben eingehalten hat. Dazu zählen die passende Temperatur und die Konsistenz der Ware. Mit der Ladung, die gerade ankommt, ist er „sehr zufrieden“. Um später prüfen zu können, ob der Beton auch vernünftig aushärtet, stellt Motzkus kleine Kontrollwürfel her.

Auch für alte Brückenbauhasen wie Bauleiter Tobias Fischer (43) aus Oldenburg ist die Ilksbachtalbrücke etwas Besonderes. „Sie ist schon ein großes Bauwerk und anspruchsvoll“, sagt der Experte. Die Pfeiler sind auf 71 Betonpfählen gegründet: Durchmesser 1,50 Meter, Höhe 12 bis 25 Meter. Wenn die Brücke Ende kommenden Jahres nach zwei Jahren Bauzeit fertig ist, wird sie etwa 8500 Kubikmeter Beton verschlungen haben – davon allein 2500 Kubik­meter für den Überbau.

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