Plantage mit 35 Bäumen in Amelunxen bei Beverungen – Zwei-Kilo-Säcke im Angebot
Gutes Walnussjahr geht zu Ende

Beverungen-Amelunxen (WB). Jetzt fallen nur noch Blätter, Nüsse hängen nicht mehr an den 35 Bäumen an der Amelunxer Netheaue. Vor 38 Jahren hat Alexander von Köckritz die Bäume auf einer Wiese der Gutsanlage angepflanzt. Mit der Ernte 2020 ist er sehr zufrieden.

Samstag, 31.10.2020, 06:00 Uhr
Die Plantage mit 35 Bäumen an der Netheaue in Amelunxen ist abgeerntet. Die Fläche gehört jetzt wieder ganz den Hühnern. Foto: Alexandra Rüther

Aber wie kommt der Architekt darauf, Walnüsse anzupflanzen? „Die ersten drei Jahre unserer Ehe lebten wir in Bonn“, erzählt er. Dort habe er einen älteren Herrn kennengelernt, der sich gut auskannte und ihm jede Menge Literatur zur Verfügung gestellt habe. Zurück in Amelunxen, gab es da diese Wiese. „Sie stand voller Apfelbäume. Aber niemand wollte die Äpfel haben.“ So sei die Idee entstanden, Bäume zu pflanzen, bei denen sowohl die Früchte als auch später das Holz zu vermarkten sind.

Nüsse statt Äpfel

Nun, die Holzernte ist noch nicht in Sicht, die Umtriebszeit eines Walnussbaumes beträgt etwa 60 Jahre. Aber an der Nussernte hat von Köckritz seine Freude – mittlerweile, denn: Aller Anfang ist schwer. „1982 kaufte ich 50 Bäume zum Stückpreis von 40 D-Mark. Das war schon teuer damals. Zumal wenn man bedenkt, dass diese ‚Bäume‘ so dick waren wie ein kleiner Finger.“ Die Apfelbäume wurde also entfernt und durch die Walnüsse ersetzt. Und weil auf der Wiese damals auch noch Pferde zuhause waren, bekam jeder Baum ein eigenes Gatter.

Alexander von Köckritz kann sich über eine gute Walnussernte 2020 freuen.

Alexander von Köckritz kann sich über eine gute Walnussernte 2020 freuen. Foto: Alexandra Rüther

„Die ersten drei Jahren waren eine Katastrophe. Wir hatten harte, frostige Winter, einige Bäume gingen gleich wieder ein. „Die ersten paar Nüsse, nicht mehr als eine Hand voll, haben wir nach zehn Jahren aufgesammelt. Aber nach 15 Jahren ging es dann langsam los“, berichtet der Schlossherr von den Anfängen. Mittelweile ist er sich ziemlich sicher, dass sich die Bäume auf der Amelunxer Wiese wohl fühlen. „Wir benutzen weder Dünger noch Spritzmittel und ernten große und aromatische Nüsse.“

Die richtige Trocknung

Diese Ernte allerdings hat es in sich. „Die Herausforderung ist immer – aber in diesem Jahr besonders, weil wir so viele Nüsse haben – die Trocknung“, sagt von Köck-ritz, der dazu in den vergangenen Jahren viel herum experimentiert hat. Er duldet nicht die kleinste Schimmelspur auf den Nüssen.

Es gelte also, einen Trocknungsgrad zu erreichen, bei dem die Nuss trocken genug ist, um nicht mehr zu schimmeln, aber dennoch frisch schmeckt. Alexander von Köckritz schwört mittlerweile auf Kaltluft. Im ehemaligen Kuhstall des Amelunxer Gutshofes stehen drei große Holzkisten, in denen die Nüsse aufgeschichtet werden und in die permanent Luft eingeführt wird. „Diese Lüftungsanlage läuft zwei bis drei Wochen durch.“

Alles Handarbeit

Auch die Ernte an sich dauert zwei bis drei Wochen. Dann sind alle Familienmitglieder und Angestellten damit beschäftigt, die vom Baum gefallenen und aus der Schale geplatzten Nüsse aufzusammeln. Hier beginnt bereits das Aussortieren, das nach der Trocknung wiederholt wird. „Es ist alles Handarbeit, vom Auflesen bis zum Verpacken“, betont der „Walnussbauer“.

Noch Nüsse zu haben

Die gute Qualität der Amelunxer Nüsse hat sich herumgesprochen. Manche Besucher des jährlichen „Herbstcocktails“ auf Schloss Wehrden kommen nur ihretwegen. Den „Herbstcocktail“ gab es dieses Jahr nicht. Wer auf die Walnüsse aber nicht verzichten möchte, kann sich per Email an info@schloss-wehrden.de anmelden und auf dem Gut in Amelunxen Nüsse kaufen. Einen ersten Verkauf hat es am vergangenen Wochenende gegeben, er wurde gut angenommen.

„Schöner Spleen“

Zwar spricht Alexander von Köckritz von einem „schönen Spleen“, was seine Bäume angeht, doch alleine ist er mit seiner Freude an den Walnüssen nicht. Tochter Louisa und Schwiegersohn Constantin von Weichs stehen voll dahinter. „Eine schöne Sache – die Nähe zur Land- und Forstwirtschaft – das passt zu uns“, sagt Constantin von Weichs. „Wir denken eher daran, zu vergrößern.“ Und auf die fast 40 Jahre Expertise seines Schwiegervaters will er dabei nicht verzichten.

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