Kulturgemeinschaft Beverungen präsentiert Drama von Bertold Brecht
Über das Leben Eduards des Zweiten

Beverungen (WB). Die Kulturgemeinschaft präsentiert am Dienstag, 3. November, in der Stadthalle Beverungen das Drama „Leben Eduards des Zweiten von England“. Veranstaltungsbeginn ist um 19 Uhr. Bereits um 18.15 Uhr wird für Interessierte ein kostenfreier Einführungsvortrag zum Stück angeboten.

Donnerstag, 22.10.2020, 01:40 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 02:00 Uhr
Die Liebesgeschichte zwischen König Eduard und seinem „Günstling“ Gaveston steht unter keinem guten Stern. Wie sie ausgeht, ist am 3. November in Beverungen zu erleben. Foto: Philipp Plum

Bertolt Brecht schrieb dieses Drama anlässlich seiner allerersten Regiearbeit an den Münchner Kammerspielen 1924 zusammen mit Lion Feuchtwanger nach Christopher Marlowes Historie von 1592. Dieses selten gespielte Drama behandelt mit einer heute noch aktuellen und überraschend modernen Fabel die Unmöglichkeit, in gewissen gesellschaftlichen Zwängen seine sexuelle Orientierung auszuleben, ohne dafür an den Pranger gestellt zu werden.

Stück über Männer

Ein Stück über Männer, die keine „echten Männer“ sein können, über Frauen, die von Opfern zu Tätern mutieren und über Politiker, die zu Tyrannen werden.

Das Drama thematisiert die tragische Geschichte einer großen Liebe zwischen zwei Männern, Eduard II., König von England (1284-1327) und Gaveston, seinem „Günstling“. Diese Liebe steht jedoch unter keinem guten Stern unter den Augen des strengen Hochadels und der unglücklichen Königin Anna, die lange bedingungslos zu ihrem Ehemann steht, um dann mehr und mehr an dieser Männerliebe zu zerbrechen.

Und hier beginnt die zweite Geschichte: Die Leiden Eduards des Zweiten von England. Darin geht es um nichts weniger als um Königsmord. Ein Krimi, an dessen Anfang die Ermordung Gavestons steht, auf dessen Fuß sofort die fürchterliche Rache Eduards folgt, der alle Peers hinrichten lässt und nur Mortimer, aus einer selbstzerstörerischen Laune heraus, am Leben lässt. Ein fataler Fehler, wie sich zeigen wird, denn dieser wird zum machtbesessenen Intriganten. Eduards Passionsgeschichte findet ihr klägliches Ende in der Kloake von London. Gefoltert, gedemütigt und bis zum Halse in den Fäkalien seines Volkes stehend, weigert er sich bis zum Ende, die Krone abzulegen und bezahlt diesen Entschluss mit seinem unglücklichen Leben.

Elisabethanisches Theater

Das Neue Globale Theater wird Bertolt Brechts „Leben Eduards“ zeitlich und räumlich im Hier und Jetzt verorten, wie schon im elisabethanischen Theater üblich: Auch damals spielte man in den Kostümen der Zeit und in nur angedeuteten Bühnenbildern, die den Zuschauern die Übertragung in die Gegenwart erleichtern sollten. Bereits mit diesem frühen Werk zeigt Brecht wesentliche Elemente epischen Theaters. Von daher ist die Aufführung auch ein Angebot zur Vertiefung des Deutsch- und Literaturunterrichts der weiterführenden Schulen.

Corona bedingt werden höchstens 300 von 1000 möglichen Besuchern in die Stadthalle eingelassen, die mit größerem Abstand zueinander sitzen. Die Kulturgemeinschaft hat ein genehmigtes und inzwischen bewährtes Hygienekonzept erarbeitet, das allen Anwesenden ein höchstmögliches Maß an Sicherheit und Schutz bietet. Um Warteschlangen im Eingangsbereich zu vermeiden, wird um frühzeitiges Erscheinen gebeten. Der Einlass in die Stadthalle ist ab 18 Uhr möglich.

Personalisierte Karten

Personalisierte Karten für die Veranstaltung sind im Kulturbüro Beverungen, Telefon 05273/392 223, und in allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich. Schüler und Studenten erhalten ermäßigte Eintrittspreise.

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