Bürgerinitiative „Atomfreies 3-Ländereck“ äußert sich nach Rücktritten im Vorstand
„Dirk Wilhelm ist nicht die BI“

Beverungen-Würgassen (WB/dp). Nach dem überraschenden Rücktritt des Vorsitzenden Dirk Wilhelm und der Kassiererin Kathrin Meyer äußert sich jetzt die Bürgerinitiative „Atomfreies 3-Ländereck“. Die BI sei mehr als nur Dirk Wilhelm, heißt es unter anderem. Unterschrieben haben die Presseerklärung Dr. Thomas Fußgänger-May, Edith Götz, Hubertus Hartmann, Prof. Dr. Dr. Martin Hörning, Petra Sporbeck-Hörning und Heinrich Wenisch.

Dienstag, 06.10.2020, 16:32 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 17:02 Uhr
Dirk Wilhelm ist das Gesicht der Bürgerinitiative gewesen – so wie bei der Demo auf der Weserbrücke. Foto: Dennis Pape

„Die BI hatte sich unter dem Druck der Planungen, in Würgassen ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall zu errichten, in kurzer Zeit gegründet. Ganz unterschiedliche Menschen hatten sich zusammengefunden, die das Interesse eint, dieses hier unsinnig platzierte Lager zu verhindern. Dass es dabei unter den Verantwortlichen auch manchmal zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist völlig normal. Sehr viele Entscheidungen mussten getroffen und viele Aktivitäten organisiert und koordiniert werden – und das Ganze unter Zeitdruck und teils erheblichem persönlichen Engagement“, schreibt die BI. Dabei habe der nun ehemalige erste Vorsitzende Dirk Wilhelm eine „sicher wichtige Rolle“ innegehabt. Weiter heißt es: „Nun haben Herr Wilhelm und Frau Meyer sich dazu entschlossen, von einem Tag auf den anderen ihre Ämter niederzulegen. Dieser Rücktritt kam für den verbliebenen Vorstand ebenso überraschend wie für die meisten unserer Mitglieder. Wegen dienstlicher und privater Verpflichtungen der Vorstandsmitglieder war es schlicht unmöglich, sofort öffentlich zu reagieren.“

„Keine weiteren Personendiskussionen“

Der Vorstand respektierte Wilhelms und Meyers Entscheidung, hätte sich aber einen geordneten Wechsel gewünscht. Jetzt gehe es darum, den Blick wieder auf die Sache, die Verhinderung des Standortes Würgassen, zu richten. Dirk Wilhelm habe als Sprecher die BI nach außen bislang stark repräsentiert. Aber, so die Verfasser der Stellungnahme: „Er ist nicht die Bürgerinitiative. Es geht auch ohne ihn weiter. Der Vorstand bittet daher darum, keine weiteren Personendiskussionen zu führen, die unnütz Kraft und Emotionen kosten. Die BI wird in Zukunft genauso intensiv wie bisher alles Notwendige tun, um die Verantwortlichen von der Standort-Fehlentscheidung der BGZ zu überzeugen. Das ist unser Ziel!“

Dafür brauche die Bürgerinitiative breite Unterstützung: „Wir bitten daher all’ diejenigen, die sich aktiv beteiligen wollen, einen Aufnahmeantrag als ordentliches Mitglied zu stellen. Schnellstmöglich werden wir eine Mitgliederversammlung einberufen. Auf dieser Mitgliederversammlung steht die Neuwahl des Vorstands auf der Tagesordnung.“

Meinungsverschiedenheiten

Auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage am Dienstagnachmittag wollte sich Dirk Wilhelm nicht über seine Erklärung vom vergangenen Freitag hinaus äußern. „Zu den konkreten Meinungsverschiedenheiten werden Kathrin Meyer und ich schweigen. Alles andere würde ganz bestimmt nicht der Sache dienen“, sagte er.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7620218?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Touristen müssen bis 2. November raus aus Schleswig-Holstein
Hinweis auf die Maskenpflicht in Timmendorfer in Schleswig-Holstein Strand.
Nachrichten-Ticker