Geraldo Swania sammelt auf den Radwegen Müll ein – ehrenamtlich
Der Saubermann

Beverungen (WB). Ausgestattet mit gelber Warnweste und einem Fahrradanhänger mit dem Logo der Stadt Beverungen könnte man meinen, der Mann ist beruflich unterwegs, um achtlos liegen oder fallen gelassenen Müll auf den Radwegen aufzusammeln. Doch Geraldo Swania macht das ehrenamtlich. „Ich bin eh viel unterwegs mit dem Fahrrad. Und so kam ich darauf, auf meinen Touren auch gleich den Müll einzusammeln, der leider überall liegt“, berichtet der 70-jährige Rentner.

Samstag, 03.10.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 06:10 Uhr

Stadt unterstützt die Idee

Bei der Stadt kam die Idee gut an. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister wurde vom Bauhof der Fahrradanhänger angeschafft, mit dem Geraldo Swania seit Juni an Weser und Bever unterwegs ist. Seine Touren: auf dem Weserradweg bis zur Nethemündung kurz vor den Godelheimer Seen und zurück, über Würgassen nach Bad Karlshafen und zurück sowie an der Bever entlang nach Dalhausen und bis kurz vor Borgentreich. Dazu kommt noch der innerstädtische Alleenradweg. „Das ist das schlimmste Hundeklo, das ich kenne“, sagt Swania. Auch an der Weser kennt er mittlerweile die dreckigsten Ecken. „Auf der Strecke bis Wehrden halte ich mindestens 100-mal an.“ Man könne genau nachvollziehen, wo eine Gruppe Radfahrer Pause gemacht habe. Hauptsächlich Papiertaschentücher und Verpackungen von Süßigkeiten finde er dann, aber auch Pfanddosen und Flaschen. Für die Scherben hat er stets Kehrblech und Handfeger dabei. Unter den Bänken liegen sogar regelmäßig Babywindeln und Menstruationsbinden.

Auch, dass Angler gerne an Ort und Stelle grillen, weiß Geraldo Swania inzwischen, sammelt er doch regelmäßig die übrig gebliebenen Fleischverpackungen ein. Ist der Anhänger voll, fährt Swania den Bauhof an, dort wird er den Müll los.

„Etwas bleibt hängen“

„Ich bin überzeugt davon, dass bei dem ein oder anderen Fahrradfahrer etwas hängen bleibt, wenn er mich unterwegs in Aktion sieht, und sich bewusst wird, dass ja irgendjemand seine Hinterlassenschaften wegräumen muss“, beschreibt Swania seine Motivation.

Viele kennen den gebürtigen Brasilianer, der seit 50 Jahren in Beverungen lebt, aus seiner Fußballer-Zeit oder vom Boule-Sport. Zunächst spielte er bei den Boule-Freunden Wehrden, baute dann die neue Gruppe in Beverungen auf und holte insbesondere einige anerkannte Asylbewerber ins Team. Moussa Diarra wurde beispielsweise jüngst Dritter bei der Kreismeisterschaft, die Swania im Beverstadion organisiert und die Winfried Gawandtka gewonnen hatte. Swania war es auch, der die Idee zum Indoor-Boule in der alten Tennishalle hatte; er organisierte den Bau und die ersten Indoor-Meisterschaft im Winter 2019/20. Außerdem engagiert sich Geraldo Swania noch beim „Tisch“ Bad Karlshafen – wenn er nicht gerade mit Fahrrad und Müll-Anhänger auf den Radwegen in und um Beverungen unterwegs ist.

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