Carsten Hormes und Tony Kaltenberg singen in Beverungen: Künstler haben große Probleme
Mit Videos gegen den Corona-Frust

Beverungen (WB). Die Musiker Carsten Hormes und Tony Kaltenberg reisen zur Aufnahme von Videos an ihre „Lieblingsorte“. Das Duo will mit dieser Aktion nicht nur gegen den Corona-Frust vieler Kulturschaffender anspielen, sondern auch auf die prekäre Lage vieler Künstler aufmerksam machen.

Sonntag, 12.07.2020, 18:34 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 18:36 Uhr
Bassist und Musikmanager Carsten Hormes (rechts), Gitarrist Tony Kal­tenberg und Kameramann Reinhard Jäger (links) in der fast menschenleeren Stadthalle in Beverungen: Sie spielen gegen den Corona-Frust den Song „Capital Illusion“. Foto: Michael Robrecht

Videos gegen Corona-Frust: Künstler rütteln auf

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  • Videos gegen Corona-Frust: Künstler rütteln auf
Foto: Michael Robrecht, Aktion „favorite-songs-at-favorite-places.com“
  • Foto: Michael Robrecht, Aktion „favorite-songs-at-favorite-places.com“
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In der fast menschenleeren und dunklen Stadthalle in Beverungen haben die beiden jetzt mit Kameramann Reinhard Jäger den Song „Capital Illusion“ aufgenommen und das außergewöhnliche Krisen-Gastspiel live in soziale Medien übertragen. Motto der viel beachteten Reihe: „Favorit songs at favorit places“.

Lieblingslieder an Lieblingsplätzen – mehrere Wochen sind die beiden Musiker, die längst zu Freunden geworden sind, unterwegs. „Wir haben 15 Videos geplant“, berichtet Carsten Hormes, den viele im Kreis Höxter als Hochstift-Kulturmacher und Chef des Kultur-Büro OWL in Paderborn kennen. Bei der Kulturgemeinschaft Beverungen fand das Duo sofort offene Türen, als sie anfragten, die bundesweit bekannte Bühne an der Weser mit ins Videoprojekt für das Publikum im Internet aufzunehmen.

Botschaft ans Publikum: „Ihr fehlt uns“

Carsten Hormes und dem Amerikaner Tony Kaltenberg ist bewusst, wer schon alles die Beverunger Stadthallenbretter betreten hat: BAP, Nena, Status Quo, Herbert Grönemeyer, Helene Fischer, Max Raabe, Herman van Veen, Brings und die ganze deutsche Schauspielelite sowie vor der Halle beim Open-Air Scooter, Mark Forster oder Chris de Burgh. „Ihr fehlt uns“, sagen die beiden Gitarristen in ihrer Videobotschaft ans internationale und natürlich lokale Publikum.

„Wir vermissen Kultur. Wir hoffen, dass das Corona-Drama bald vorbei ist. Viele Künstler leben am Existenzminimum“, schildert Carsten Hormes. Die Entwicklung anderer Formate sei sicher eine Chance, sichere aber die Einkommen der Musiker, Schauspieler und der Eventbranche nicht. Sie befürchten, dass es bis Jahresende 2020 oder sogar auch 2021 ohne Impfstoff weiter keine großen Veranstaltungen geben könnte. „Die vielen Absagen sind absolut frustrierend.“

Im SCP-Stadion in Paderborn gespielt

Die Musiker haben bereits im SCP-Stadion in Paderborn gespielt. Beim Umspannwerk in Altenbeken mit herrlichem Blick auf das Eggedorf nahmen sie „Turns, turns, turns“ auf. Die Wahl auf diesen Titel von Tony Kaltenberg fiel nicht ohne Grund. „Irgendwann wird es sich wieder drehen“, hofft Hormes darauf, dass die für Künstler zur Zeit bedrückende Situation wegen des Coronavirus bald ein Ende haben wird. Das Projekt rette ihn „vor der Depression“, gibt der Leiter des Kulturbüros OWL und Bassist zu: „Ich lebe zwei Leben. In dem einen bin ich frustriert darüber, dass es keine Veranstaltungen gibt. Und in dem anderen Leben bin ich Künstler inmitten eines Vakuums.“

An jedem Ort ein Lied

In Zweierbesetzung mit Mindestabstand und per Video kann man zurzeit coronakorrekt etwas machen. In Hallen dürfen Kaltenberg und er aber nicht vor vielen Menschen auftreten. „Wir spielen an jedem Ort ein Lied und nehmen alles mit drei Kameras auf“, erläutert Carsten Hormes. Über Facebook, Youtube und Instagram kann das Publikum im Internet zuhören. Kontakt: www.kulturbuero-owl.de oder www.favorite-songs-at-favorite-places.com

Als erstes gab es den Auftritt in der Benteler-Arena zu sehen. Dort hatten Hormes und Kaltenberg am Spielfeldrand „Part of everything“ gespielt. Die Liebe zum Fußball und die Bewunderung für Barcelonas Superstar Lionel Messi verbinden die beiden. Hormes ist SCP-Fan mit Dauerkarte.

Lieblingsplätze haben besondere Bedeutung

Die ausgewählten Lieblingsplätze haben allesamt eine besondere Bedeutung. Auf ihrer Tour kamen die beiden zum Paderborner Rathaus, wo Hormes zu Libori immer Solokünstler und Bands auf die Bühne holt, in den Innenhof des Klosters Dalheim, wo das Festival „Sommernachtslieder“ stattfindet, und auch zum Dreihasenfenster im Paderborner Dom oder zur Brauerei Strate Detmold.

Für Vorschläge zusätzlicher reizvoller Orte ist er offen. Wer Ideen hat, kann sich unter Carsten.hormes@kulturbuero-owl.de melden. Tony Kal­tenberg hat seine Freunde in den USA aufgefordert, ihre Lieblingssongs zu spielen. Hawaii, San Francisco und Oregon sollen dabei sein. Für die USA-Variante wurde die Internetseite www.favourite-songs-at-favourite-places.com eingerichtet.

Die Hochstift-Videos sind auf Carsten Hormes Facebook-Seite und bei Youtube zu sehen und haben eine gute Einschaltquote. Hormes kann sich am Ende auch eine Video-Sammlung vorstellen.

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