Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck trifft sich mit Professor Dr. Klaus Töpfer
„Standortfindung auf Null setzen“

Beverungen (WB). „Das Verfahren zur Standortfindung eines Zwischenlagers in Würgassen hat von Anfang an die dringend erforderliche Notwendigkeit vertan, Vertrauen in der Bevölkerung in diesen Prozess aufzubauen. Im Gegenteil: Vertrauen ist weiter zerstört worden. Ein Neuanfang wäre zwingend geboten.“

Freitag, 03.07.2020, 06:02 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 06:20 Uhr
Treffen der Bürgerinitiative mit dem ehemaligen Bundesumweltminister auf der Burg Herstelle (von links): Hubertus Hartmann, Prof. Dr. Klaus Töpfer (vorn), Heinrich Wenisch, Edith Götz, Dirk Wilhelm, Petra Sporbeck-Hörning und Prof. Dr. Dr. Martin Hörning. Foto: privat

Darüber waren sich der Vorstand des Vereins „Atomfreies 3-Ländereck“ und Prof. Dr. Klaus Töpfer beim Gespräch in den Räumen der Burg Herstelle einig. In einer kleinen Runde haben sich die Vertreter der Bürgerinitiative und der ehemalige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit getroffen, um sich zum Stand auszutauschen.

Keine Beteiligung

Einig war man sich auch darüber, dass die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ohne Beteiligung der Bevölkerung in dieser Region und ohne Berücksichtigung ihrer konkreten Bedenken dieses Projekt geplant habe.

Eine Diskussion der Kriterien für die Standortauswahl in Würgassen habe nicht stattgefunden, obwohl gerade diese Kriterien in hohem Maße diskutierbar und zwingend diskutierbedürftig seien. Daher sei es weder akzeptabel noch vertrauensbildend, diesen Standort nun als „alternativlos“ zu verfolgen.

Die Kennzeichnung als „alternativlos“ mache jeden offenen Austausch von Argumenten mit der Öffentlichkeit zu einer reinen Fassade. „Gerade diese Standortentscheidung muss von Anfang an transparent und offen für alternative Vorschläge sein und bleiben“, sagt Vereinsvorsitzender Dirk Wilhelm.

Transparenz ist geboten

„Diese Transparenz ist nicht zuletzt zwingend geboten in Kenntnis der begründeten Besorgnisse und der Gefahr, dass Würgassen weit über den jetzt angegebenen Zeitraum von 30 Jahren als Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle genutzt werden müsste“, so Wilhelm weiter.

Es müsse der Nachweis erbracht werden, dass das geplante Endlager Schacht Konrad für den gesamten in Deutschland anfallenden Atommüll ausreiche und in der vorgegebenen Zeit in voller Kapazität verfügbar gemacht werden könne. Wenn über eine halbe Milliarde Euro in die Würgasser Weserlandschaft investiert würden, dann sei es sehr wahrscheinlich, dass dieser Standort über 30 Jahre hinweg genutzt würde, wenn weiterer Bedarf an Zwischen- und Endlagern für Atommüll bestehe.

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