Hobby-Brauer entwickeln mit „Mochen Craft“ eigene Marke
Das Bier aus Beverungen

Beverungen (WB). Lässig wie ein Pilosa, tropisch wie ein Kolibri und bissig wie ein Alligator – so kommen die drei Craftbier-Sorten daher, die Hartmut Zenker, Rainer Groppe und Christian Vössing entwickelt haben. Die drei Beverunger haben Mochen Craft gegründet und wollen den Markt der kreativen und handwerklich hergestellten Biere aufmischen.

Freitag, 05.06.2020, 23:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 23:10 Uhr
Überzeugte Craftbier-Fans und Brauer (von links): Rainer Groppe, Christian Vössing und Hartmut Zenker. Der Kühlschrank mit Zapfanlage ist ihr erstes Merchandise-Produkt, rechts ist der „Braukessel“ zu sehen, in dem experimentiert wird. Foto: Alexandra Rüther

Vielfalt der Biere fasziniert

Hartmut Zenker war der erste, der unter die Bierbrauer ging. „Mich hat vor allem die Vielfalt der Biere fasziniert. Alle werden nur aus den vier Inhaltsstoffen Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt und trotzdem gibt es so viele unterschiedliche Sorten und Geschmacksrichtungen. Das wollte ich einfach mal selbst ausprobieren.“ Nach etlichen Youtube-Videos, einigen Büchern und einem Brauseminar in Dortmund braut er nun seit vier Jahren sein eigenes Bier. Im vergangenen Jahr ist der Beverunger nach mehr als 30 Jahren in Dortmund zurück in seine Heimat gekommen – und traf hier auf seinen alten Schulfreund und Bierexperten Rainer Groppe sowie Craft-Bier-Fan Christian Vössing. Schnell entdeckten der Unternehmensberater, der Getränkehändler und der Geschäftsführer der Firma Kälte Vössing ihre gemeinsame Leidenschaft.

In der Lagerhalle von Rainer Groppe, da, wo früher noch Apfelsaft gepresst wurde, machten sie sich ans Werk. Mit ihrem Hobby-Braugerät tüftelten sie ein Jahr lang und probierten diverse Rezepturen durch. „Es waren eigentlich immer gute Versuche, die trotzdem noch verbessert werden konnten – bis zum Endprodukt“, sagt Christian Vössing. Von dem sind sie so überzeugt, dass ihnen schnell klar war: „Das wollen wir auf den Markt bringen.“ Sie fanden eine „kleine Hightech-Brauerei“ in der Region, die sich auf Craft- und Biobiere spezialisiert hat, und gründeten im Januar die Mochen Craft UG & Co. KG – aus dem Hobby wurde Firma.

Das Logo ist (unfreiwillig) hochaktuell

Dass die Corona-Pandemie sie erst einmal ausbremsen würde, konnten sie da noch nicht ahnen. Feste, auf denen das Bier beworben und ausgeschenkt werden sollte, finden nicht statt. Ihr Logo allerdings ist (unfreiwillig) hochaktuell – zeigt es doch einen Mann mit Maske. Dieser will sich allerdings nicht vor Corona schützen, sondern davor, von Zöllnern erkannt zu werden. Er ist nämlich ein Moche, ein Mogler, ein Schmuggler. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts war der Schmuggel von Salz an der Weser weit verbreitet. Der Moche in dem Logo trägt allerdings Hopfen auf dem Rücken.

Meist werden für Craft Bier hochwertige Aromahopfen und auch höhere Mengen verwandt, um ein intensiveres Geschmackserlebnis zu erreichen. So wurde das „Kolibri Pale Ale“, neben dem „Alligator IPA“ und dem „Pilosa Lager“ eines der drei Mochen Craft Biere, ausschließlich mit fruchtigen Aromahopfen aus Neuseeland und den USA gebraut. Da wundert es nicht, das Craft Biere deutlich oberhalb des Preisniveaus der üblichen Biere liegen. Rainer Groppe kommentiert dies sehr entspannt: „Es gibt eine große Craft-Bier-Gemeinschaft in Deutschland. Da werden auch wir Fans für unser Bier finden.“

Für Craft Bier muss man eine Leidenschaft entwickeln

„Das sehe ich genauso“, bestätigt Christian Vössing, der die Szene schon seit einigen Jahren beobachtet und weiß: Für Craft Bier muss man eine Leidenschaft entwickeln, es zelebrieren, offen für Neues sein. „Craft Bier ist ja auch ein bisschen eine Gegenbewegung zu den Standardbieren, die sich einander immer mehr angleichen“, sagt er. Allein in Berlin entsteht jeden Monat eine neue Craft-Bier-Brauerei.

Die Beverunger arbeiten jetzt an einem Pils und einem Single Hop (hier kommt nur eine Hopfensorte zum Einsatz, während für andere Biere Hopfenmischungen verwendet werden). Auch ein Online-Shop und das Merchandise sind im Aufbau. Und wer das Bier jetzt einmal probieren möchte, findet es in Beverungen bei Getränke Groppe, im Rewe-Markt und im Hotel Stadt Bremen.

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