BGZ organisiert Online-Informationsveranstaltung zum geplanten Logistikzentrum
Fragestunde per Live-Chat

Würgassen (WB). Der geplante Bau eines Logistikzentrums für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Würgassen steht im Mittelpunkt einer Online-Gesprächsrunde der BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung). „Am Dienstag, 9. Juni, werden Geschäftsführer Dr. Ewold Seeba und Bereichsleiter Dr. Heinz-Walter Drotleff auf alle Frage rund um das geplante Projekt antworten“, heißt es in der Ankündigung der BGZ. Die Fragen können per Chat direkt während der Veranstaltung gestellt werden.

Mittwoch, 03.06.2020, 22:30 Uhr

Aufgrund der Corona-Pandemie kann die BGZ bislang nicht auf einer öffentlichen Veranstaltung über das Bauvorhaben im Beverunger Ortsteil Würgassen informieren. „Dennoch will die Bundesgesellschaft nichts unversucht lassen, mit den Bürgern der Region ins Gespräch zu kommen“, heißt es weiter. Nach einem Forum auf ihrer Internetseite lädt die BGZ nun am Dienstag, 9. Juni, um 18.30 Uhr zu einer Online-Informationsveranstaltung auf der Webseite www.logistikzentrum-konrad.de ein.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Fragen können über eine Chat-Funktion direkt an Geschäftsführer Dr. Ewold Seeba und den für das Logistikzentrum Konrad verantwortlichen Bereichsleiter Dr. Heinz-Walter Drotleff gestellt werden. Diese würden versuchen, so viele Fragen wie möglich während der Veranstaltung zu beantworten. Sollte dies nicht komplett gelingen, werde die BGZ alle offenen Fragen im Nachgang auf ihrer Internetseite beantworten. Dort wird eine Aufzeichnung des Livestreams dauerhaft abrufbar sein.

Unabhängig von diesem neuen Angebot hält die BGZ an ihrer Zusage fest, eine Informationsveranstaltung vor Ort in Würgassen/Beverungen anzubieten, sobald dies ohne gesundheitliches Risiko für alle Teilnehmer möglich ist.

Hintergrund

Die BGZ hat nach einer Untersuchung von 28 potenziellen Flächen entschieden, ein Logistikzentrum für das Endlager Konrad auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen zu errichten. Die Standortauswahl wurde in einem Gutachten des Ökoinstituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums bestätigt. In dem Logistikzentrum sollen Behälter mit fertig verpackten, schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dezentralen Zwischenlagern für den Transport in das Endlager Konrad passgenau zusammengestellt werden. Damit werde eine zügige Einlagerung in das Endlager sichergestellt, heißt es von der BGZ. Deren Auftrag ergebe sich aus dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Damit wurden Ende 2016 die Verantwortlichkeiten für die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke sowie für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle neu geregelt: Die Betreiber der Kernkraftwerke sind nach diesem Gesetz für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes.

Die zur „Sicherstellung der zuverlässigen und sicheren Zwischenlagerung“ gegründete BGZ betreibt seit 2019 neben den Zwischenlagern in Ahaus und Gorleben auch die genehmigten dezentralen Zwischenlager an den Standorten der deutschen Kernkraftwerke. Anfang des Jahres ist auch das Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen am Kernkraftwerkstandort Würgassen an die BGZ übertragen worden, andere folgen. Dadurch liegt die Verantwortung für die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle der Energieversorgungsunternehmen zentral in der Hand der BGZ.

Treffen von BGZ und BI

Unterdessen hat Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm angekündigt, dass in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 25. Juni, sowohl Vertreter der BGZ als auch der Bürgerinitiative anwesend sein und ihre Sicht der Dinge darlegen werden. Die öffentliche Sitzung wird in der Beverunger Stadthalle stattfinden.

Kommentare

>>> Logistik-Zentrum - Warum ?
jeweils ein grosses Logistik-Zentrum dem Endlager vorschalten ist eine alte, oft vom BMU Cloosters/Hart geäusserter Wunsch - Braucht es überhaupt ein Logistik-Zentrum - die GNS verkauft bereits Apparate um Konrad-gängige Beton-Kisten-Gebinde herzustellen - das läuft bereits an allen Standorten mit LLW und MLW - die neue Halle kann nur lagern, nachmessen und Begleitpapiere lesen - aber dafür muss man keine 450 Mio. EUR ausgeben und 90 % des Atommülls nochmals mit der Bahn umherfahren. - Das BMU und BGZ schulden der Bevölkerung in Beverungen und den Stromkunden eine Begründung warum es dieses Bauwerk braucht oder nicht ? - MfG Ing. Goebel
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