Beim Querverschub der Weserbrücke läuft alles glatt
Zug um Zug in Richtung Ziel

Beverungen (WB). ​ Seit mehr als zwei Jahren wird an ihr gebaut – jetzt ist der mit Spannung erwartete Augenblick da: Die neue Weserbrücke setzt sich am Donnerstagmorgen in Bewegung. Sie macht sich auf den Weg in ihre endgültige Position. Und es läuft im wahrsten Sinne des Wortes wie geschmiert. Um 11 Uhr sind bereits acht Meter Verschubweg zurückgelegt.

Donnerstag, 07.05.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 20:46 Uhr
An diesen Stahlseilen wird die Brücke gezogen. Die Betonaufbauten darunter müssen nach dem Verschub wieder entfernt werden.

4000 Tonnen gleiten 18 Meter flussabwärts

Es gilt, 4000 Tonnen Gewicht 18 Meter flussabwärts zu bewegen. 400 Tonnen Zugkraft müssen dafür aufgebracht werden. Dabei kommen Litzenheber zum Einsatz – hydraulische Geräte zum Bewegen schwerer Lasten. Bei einem Litzenheber wird ein Bündel aus Stahlseilen oder -litzen durch einen Hydraulikzylinder geführt. Eines dieser Seile oder Litzen ist etwa 15 Millimeter dick und hat eine Tragkraft von zehn Tonnen. Über und unter dem Zylinder befinden sich Ankersysteme mit Keilen, die das

Querverschub der Weserbrücke

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Foto: Alexandra Rüther
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Litzenbündel greifen. Durch Ein- und Ausfahren des Zylinders bei in den Ankern eingerasteten Griffen wird die Bewegung erreicht. Um den Verschub zu ermöglichen, musste im Vorfeld eine Verschubbahn aufgebaut werden. Dazu wurden unter den Lagern Schlitten eingebaut - etwa 80 Millimeter dicke Stahlplatten. Auf diese Stahlplatten werden Teflonplatten gesetzt, um die Reibung zu minimieren. Schmierfett tut ein Übriges, so dass von einem Reibungswert von 10 Prozent ausgegangen wird (zum Vergleich: auf einer Eisbahn läge der Reibungswert bei drei Prozent). Und auf diesen Schlitten liegt die Brücke auf und wird Stück für Stück in ihre Endposition bewegt. Die Schaulustigen auf den Weserwiesen sehen von der Bewegung nicht viel. Aber dabei sein ist alles. „Am eigenen Ort erlebt man so etwas schließlich nur einmal“, sagt Heinz Schneider aus Beverungen. Monika Eggers ist extra aus Stadtoldendorf angereist. „Es ist gigantisch. Ich staune nur.“

Das Publikum staunt

Dass keine Klemmwirkung eintritt, weil der Litzenheber versagt, oder dass einer der hydraulischen Schläuche undicht ist, sind mögliche Probleme, die auftreten könnten. Aber es läuft. Ein so genannter Supervisor von einer entsprechenden Fachfirma aus der Schweiz ist auf der Brücke, Herr über die drei Hydraulikzylinder auf den sechs Achsen, die über Druckleitungen mit den Litzenhebern verbunden sind. Pro Achse überwachen zwei Leute den Verschub von unten. Projektleiter Gerd Kade (SSF-Ingenieure) ist zufrieden. Aber er weiß: Die nächste Herausforderung wird das Entfernen der Betonklötze auf den Brückenpfeilern. Denn die Brücke wird ja erhöht verschoben. Dann werden Lagerplatten eingebaut und sie wird abgesenkt.

Um 17 Uhr ist es geschafft. Die Brücke liegt da, wo sie hingehört. Feierabend für alle Beteiligten – in Corona-Zeiten allerdings ohne Feier.

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