Pandemie könnte Auswirkungen auf die Großbaustelle in Beverungen haben
Neue Brücke lässt auf sich warten

Beverungen (WB). Das Mammutprojekt geht weiter: An der neuen Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde wird wieder gearbeitet. Mehrere Wochen lang war das wegen der Hochwassersituation nicht möglich. Aber gerät die Baustelle jetzt womöglich aufgrund der Corona-Pandemie ins Stocken?

Mittwoch, 01.04.2020, 21:05 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 07:04 Uhr
Hier soll die neue Weserbrücke einmal hin. Noch laufen vorbereitende Arbeiten im Bereich Stahl und Beton, die für den Querverschub nötig sind. Ein Termin dafür ist noch nicht festgelegt worden. Auch ist unklar, ob die Fachfirma aus der Schweiz überhaupt einreisen kann. Foto: Alexandra Rüther

Noch sind einige Arbeiten zu erledigen, die den Querverschub der Brücke vorbereiten sollen, Beton und Stahl werden verbaut, um die Verschubbahnen aufbauen zu können. Zwei Wochen hatten die Verantwortlichen dafür anberaumt – das war vor dem Hochwasser. Die steigende Weser zwang sie dann, den Verschub zu verschieben – zwei Mal sogar.

Doch das ist Vergangenheit und mit einem neuen Hochwasser sei nicht zu rechnen. Das öffentliche Leben ist weitgehend heruntergefahren, die Schulen geschlossen, eine Sperrung der Brücke auch für Fußgänger also – so könnte man meinen – wäre mit weniger Aufwand für Stadt und Busunternehmen verbunden.

Fachfirma aus der Schweiz

Trotzdem könnte es sein, dass die Corona-Pandemie den Brückenverschub verzögert. Denn: Für diese nicht alltägliche Herausforderung ist eine Fachfirma aus der Schweiz beauftragt worden und deren Einreise nach Deutschland könnte an den aktuellen Reisebeschränkungen scheitern.

„Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es wegen der Corona-Pandemie zu weiteren Verzögerungen kommen kann“, sagt Klaus Ostermann, verantwortlicher Ingenieur beim Landesbetrieb Straßen NRW.

„Es bleibt abzuwarten, wann der Querverschub geplant werden wird.“ Um das weitere Vorgehen zu besprechen und genauere Aussagen treffen zu können, wird sich Ostermann an diesem Donnerstag mit der Bau- und Projektplanung direkt vor Ort treffen.

Der Querverschub der Weserbrücke gilt als logistischer Höhepunkt und spannender Abschluss der Baustelle, auf der seit gut zwei Jahren gearbeitet wird. 4000 Tonnen Gewicht gilt es dann zu bewegen, 18 Meter weit flussaufwärts muss die Stahlkonstruktion geschoben werden, dafür braucht es 400 Tonnen Zugkraft. Mit sechs Hydraulikzylindern wird die 200 Meter lange Brücke auf die neuen Pfeiler gezogen. Weil sie dabei auch leicht angehoben werden muss, kommen so genannte Litzenheber zum Einsatz. Kontrollstationen werden unter und in der Mitte der Brücke eingerichtet, um die einzelnen Schritte zu überwachen. Wenn alles glatt läuft, ist der Verschub in einem Tag geschafft.

Danach soll die Zuwegung so schnell wie möglich angebracht werden, damit Fußgänger wieder über die Brücke können. Und gut drei Monate später sollen auch Autos wieder fahren dürfen. „Möglichst noch vor den Sommerferien“, hofft auch Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm.

„Burgstraße“ im Zeitplan

Deutlich schneller soll seiner Auskunft nach die Burgstraße fertiggestellt werden. „Die Bauarbeiten in der Burgstraße liegen voll im Zeitplan und sogar etwas darunter“, so Grimm. In der letzten Aprilwoche werde die Asphaltschicht aufgebracht.

„Anschließend folgen die Restarbeiten an den Straßenrändern, insbesondere die Pflasterung der Bürgersteige. Nach jetzigem Stand rechnet Grimm damit, dass die wichtige Straße Ende Mai wieder geöffnet wird.

Kommentare

Diana  wrote: 02.04.2020 13:46
Laut BMI dürfen aber doch Arbeiter, wenn es um Vertragserfüllung geht, einreisen. Das sagt das BMI dazu: "Der grenzüberschreitende Warenverkehr sowie grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen oder zur Ausübung einer Berufstätigkeit zur Durchführung von Vertragsleistungen bleibt – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – zulässig (u.a. Berufspendler, EU-Parlamentarier, akkreditierte Diplomaten). Dies ist durch Mitführung geeigneter Unterlagen (u.a. Arbeitsvertrag, Auftragsunterlagen, Grenzgängerkarte) zu belegen. "
Total 1 comments
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7353184?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Hakenkreuz-Christbaumkugel in Chat-Gruppe der Polizei
Im Dritten Reich gab es Christbaumkugeln mit Hakenkreuz. Dieses Bild entstand in einer Ausstellung über historischen Weihnachtsschmuck. Das Gesetz erlaubt das Zeigen eines solchen Fotos in Berichten über zeitgeschichtliche Vorgänge. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker