Nach 40 Jahren verabschiedet sich Willi Nolte als Vorsitzender In Kolpings Fußstapfen

Beverungen (WB). Einen Tag nach seinem 73. Geburtstag wird Willi Nolte an diesem Samstag, 7. März, den Vorsitz der Kolpingsfamilie Beverungen abgeben – nach 40 Jahren. Angekündigt hat er seinen Rücktritt bereits vor einem Jahr. Die Kolpingsfamilie hat die Zeit genutzt. „Um die Vorstandsarbeit mache ich mir auch ohne mich keine Sorgen“, sagt Willi Nolte.

Von Alexandra Rüther
Willi Nolte ist seit 40 Jahren im Vorstand der Kolpingsfamilie aktiv – elf Jahre als Vize, 29 Jahre als Vorsitzender. Bei der Jahreshauptversammlung an diesem Samstag stellt er sich nicht mehr zur Wahl, „jetzt sind Jüngere dran“, sagt er.
Willi Nolte ist seit 40 Jahren im Vorstand der Kolpingsfamilie aktiv – elf Jahre als Vize, 29 Jahre als Vorsitzender. Bei der Jahreshauptversammlung an diesem Samstag stellt er sich nicht mehr zur Wahl, „jetzt sind Jüngere dran“, sagt er. Foto: Alexandra Rüther

Er war 17 Jahre alt und hatte gerade seine Schuhmacher-Lehre beendet, als er der Kolpingsfamilie beitrat. „Damals war das einfach so, wer seine Ausbildung beendet hatte und ein bisschen christlich geprägt war, der machte das.“ Schließlich wurde die Kolpingsfamilie 1894 als „St Josephsverein“ gegründet, ein „Verein katholischer Gesellen nach dem Programm Adolph Kolpings“.

Übrigens ist das Schuhmacherhandwerk nicht nur der Beruf von Willi Nolte (auch sein Vater war schon Schuhmacher), sondern auch der von Adolph Kolping gewesen. „Ich bin also im wahrsten Sinne des Wortes in seine Fußstapfen getreten“, sagt Willi Nolte und lacht.

Organisation der Fahrten bleibt in Noltes Händen

1980 wurde Nolte zum ersten Mal Vorsitzender der Kolpingsfamilie, 1998 zum zweiten Mal. Diesmal blieb er es – bis heute. Und so ganz geht er auch jetzt nicht. „Ich bin ganz froh, dass ich in kleinerem Rahmen noch weiter machen kann.“ Denn die jährlichen Fahrten des Vereins wird er – wie in den vergangenen 30 Jahren – auch weiterhin organisieren.

Ob Bayerischer Wald, Ostseeküste, Deutsche Weinstraße oder Erzgebirge – kreuz und quer durch Deutschland hat er schon Hotelzimmer gebucht, Stadtrundgänge und Besichtigungen organisiert oder Tische bestellt. Highlights waren sicherlich die Fahrten nach Rom zu den Seligsprechungen 1991 und 2001. Ein weiteres folgt in diesem Jahr mit der Fahrt zu den Passionsfestspielen in Oberammergau. Zusätzlich besucht die Kolpingsfamilie jedes Jahr die Freilichtbühnen in Bökendorf und Hallenberg.

Und natürlich gibt es nicht nur Angebote für die Mitglieder selbst. Die Kolpingsfamilie wirkt auch nach außen – in der und für die Gesellschaft. Ein Beispiel ist die Pflege der Wegekreuze und der Kapelle am Kapellenberg samt Kreuzweg, ein anderes die 15.000-D-Mark-Spende an das Altenheim anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kolpingsfamilie unter dem Vorsitzenden Josef Lenneke.

Karneval aus dem Dornröschenschlaf geholt

Ein drittes Beispiel ist der Karneval, den Willi Nolte – quasi als erste Amtshandlung – vor 40 Jahren aus dem Dornröschenschlaf erweckte. Seitdem hat sich die Veranstaltung im Pfarrheim enorm entwickelt. War man anfangs noch fast unter sich, kommen mittlerweile viele Besucher mehr – auch über die Kolpingsfamilie hinaus.

Nicht denkbar wäre der Karneval allerdings ohne Familie Gehrmann, betont Willi Nolte. Maik und Marianne Gehrmann sind maßgeblich für das Programm verantwortlich, Tochter Anna brachte 2014 den Tanz zurück in die Kolpingsfamilie.

Sowohl die Garde, in der sie selbst mitwirkt, als auch die Tanzzwerge, die es seit 2016 gibt, stehen unter ihrem Kommando. Auch bildend ist die Kolpingsfamilie unterwegs, bietet sie doch regelmäßig öffentliche Vorträge an – „mit einer Themenpalette von Arztbesuch bis Zeitvertreib“, wie es Nolte zu sagen pflegt.

„Ich hab das alles immer gerne gemacht“, sagt Willi Nolte und betont im selben Atemzug, dass er es ohne seine Frau gar nicht gekonnt hätte. Sein Fazit also so kurz vor dem Abschied aus der ersten Reihe? „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Trotzdem ist er von seiner Entscheidung überzeugt. „Jetzt müssen Jüngere ran.“

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