Gute Resonanz auf erste Dorfversammlung – Ortsheimatpflegerin ruft zu Engagement auf Würgassen stellt sich Zukunftsfragen

Würgassen (WB). Die Zukunft ihres nachweislich 1076 Jahre alten Heimatortes ist den Bürgern des Weserdorfes Würgassen nicht egal. Sie wollen aktiv an der Entwicklung der Gemeinde mitarbeiten und wichtige Akzente für die Zukunft setzen. Das ist das Ergebnis einer ersten Dorfversammlung. Fast 60 Bürger haben an dieser vom Ortsheimatpflegeteam anberaumten Veranstaltung teilgenommen, bemerkenswerte Vorschläge eingebracht und rege diskutiert.

Von Herbert Sobireg
Ortsheimatpflegerin Petra Riepe präsentiert die in der Diskussionsrunde erarbeiteten Themenfelder.
Ortsheimatpflegerin Petra Riepe präsentiert die in der Diskussionsrunde erarbeiteten Themenfelder. Foto: Herbert Sobireg

Ortsheimatpflegerin Petra Riepe begrüßte die Teilnehmer im Alter von 20 bis 85 Jahren im Übungsraum des Musikvereins im Schulgebäude und stellte eingangs die Fragen: „Welchen Weg nehmen wir in Würgassen? Bleiben wir stehen und bewegen uns nicht? Was soll bleiben und was können wir verbessern?  Welchen Zopf müssen wir abschneiden?“. Sie forderte die Anwesenden auf, die Probleme der Zeit gemeinsam mutig anzufassen und das Dorf mit seinen sehenswert gepflegten alten Fachwerkhäusern für nachfolgende Generationen lebens- und liebenswert zu gestalten.

Reges Dorfgeschehen

Anhand einer informativen Bilderpräsentation erläuterte die Ortsheimatpflegerin zunächst das bisher schon durch viele Vereine geprägte sehr rege Dorfgeschehen. „Wir haben in unserem Dorf am Weserradweg zwei florierende Hotels oder Gaststätten, eine Bäckerei mit Lebensmittelladen, einen ausgelasteten Kindergarten, unsere Kirche und gleich mehrere größere Räumlichkeiten, in denen Familien- und Vereinsfeste gefeiert werden können. Unsere Vereine – zusammengeschlossen in einer florierenden Vereinsgemeinschaft, in der seit Jahrzehnten alle dörflichen Veranstaltungen koordiniert werden – bieten während des ganzen Jahres interessante Events an, so dass an keinem Wochenende Langeweile aufkommen muss“, so Riepe.

Politische Akzente zum Wohl der Gemeinde setze der Bezirksausschuss, der die Interessen des Dorfes bündele und die Umsetzung bei der Stadt Beverungen beantrage. Sie warb um mehr Interesse der Bürger an der „Dorfpolitik“. „Denn wir brauchen vielfältige Meinungen im politischen Bereich.“ Abschließend ging die Ortsheimatpflegerin auf besondere Stärken der Würgassen Bürger ein: „Wir können gut organisieren, halten bedingungslos zusammen, wir kennen uns alle  und wir feiern und trauern immer gemeinsam.“

Weser und Begegnungsstätte

Aber auch gravierende Probleme sprach Petra Riepe an. Leerstände, kein Geldautomat, Probleme bei der Besetzung von Vereinsvorständen und kaum finanzieller Spielraum aus kommunalen Mitteln. „Die größte Stärke in unserem Dorf sind die rührigen Vereine und die Begegnungsstätten wie Dreiländereckhalle, Schule, Pfarrheim, Ponderosa oder Gaststätten, sie bilden ein besonderes Pfund im Dorfgeschehen“, meinte Jürgen Kleinschmidt. Auch die Weser mit dem anerkannten Radweg und dem nahen Wald mit dem Weser-Skywalk seien große Vorteile für Würgassen.

 Angeprangert wurde von der Versammlung die Verkehrssituation. „Man kann nicht per Bus zum nächstgelegenen Bahnhof in Lauenförde gelangen.“ Bemängelt wurde auch, dass seitens der Vereine zahlreiche Events angeboten würden, doch viele Einheimische häufig lieber auf dem heimischen Sofa bleiben würden.

Spontane Hilfen benötigt

Die Ortsheimatpflegerin rief ihre Mitbürger auf, sich engagiert in die Vorstandsarbeit der Vereine einzubringen, spontane Hilfen bei Dorfaktionen anzubieten und auch die örtliche Politik aktiv zu unterstützen. Anstehende Arbeitsaktionen sollen zukünftig besser öffentlich bekannt gemacht werden – beispielsweise über die Würgasser Seite im Internet (Wuergassen.de) oder die Vereinsaushangkästen an der Kirche. Dafür will sich Holger Schmidt einsetzen und kurzfristig einen Lehrgang anbieten, damit Vereinsvertreter über die Homepage noch besser  informieren  können. Diese Aktion soll gleich nach Karneval terminiert werden.

In weiteren künftigen Versammlungen soll das Bewusstsein in der Dorfgemeinschaft geschärft werden für Fragen wie „Was haben wir?“, „Was wollen wir?“, „Was brauchen wir?“, „Was ist möglich?“, „Wer macht was?“. „Jeder kann mitmachen, auch spontane punktuelle Hilfe wird oft gebraucht“, schloss Petra Riepe die erste Dorfversammlung.

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