Lydia Schöttler wird zusammen mit der Großgemeinde Beverungen 50 Jahre alt Die erste Bürgerin der neuen Stadt

Beverungen(WB). Sie war das Neujahrsbaby 1970 und damit die erste Bürgerin der am 1. Januar 1970 neu entstandenen Großgemeinde Beverungen. Aus diesem Anlass hat sich Lydia Schöttler jetzt in das Goldene Buch der Stadt eingetragen – hinter NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der kleinen Feierstunde im Rathaus gratulierte Bürgermeister Hubertus Grimm ihr mit Blumen.

Von Alexandra Rüther
Geburstag am 1. Januar: Lydia Schöttler hat sich Im Rathaus unter den Augen von Bürgermeister Hubertus Grimm in das Goldene Buch der Stadt Beverungen eingetragen.
Geburstag am 1. Januar: Lydia Schöttler hat sich Im Rathaus unter den Augen von Bürgermeister Hubertus Grimm in das Goldene Buch der Stadt Beverungen eingetragen. Foto: Alexandra Rüther

Vor 50 Jahren hieß der Bürgermeister Hans Hillebrand, und statt Blumen verschenkte er 100 Mark. Als Lydia Schöttler zur Welt kam, war Hillebrand, der übrigens 1975 im Beverunger Freibad einen Herzinfarkt erlitt und starb, noch kommissarisch im Amt, weil der Rat erst noch tagen und ihn bestätigen musste.

3150 Gramm schwer

Auch das WESTFALEN-BLATT, damals noch „Westfalen-Zeitung“, berichtete über das Ereignis: „Am ersten Tag im neuen Jahr schenkte Frau Schöttler (Ortsteil Würgassen) der Großgemeinde Beverungen die erste Erdenbürgerin! Töchterchen Lydia, das mit einem Gewicht von 3150 Gramm das Licht der neu geordneten Gemeinde erblickte, wurde um 10.37 Uhr geboren. Bürgermeister Hans Hillebrand überreichte der glücklichen Mutter im Auftrag der Großgemeinde als Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter Lydia 100 Mark.“

100 Mark zur Begrüßung

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung war Beverungen neben Höxter und Marienmünster die dritte Kommune, die diesen Schritt auf freiwilliger Basis bereits 1970 ging. Die anderen im Kreis zogen erst 1975 nach. Der damalige Oberkreisdirektor Paul Sellmann war bereits seit 1966 in den Gemeinden unterwegs und führte viele vorbereitende Gespräche mit dem Ziel, die Kleinteiligkeit zu beenden. Denn so wie es im benachbarten Niedersachsen heute immer noch der Fall ist, hatte auch in NRW jeder Ort einen eigenen Bürgermeister, einen eigenen Rat, einen eigenen Haushalt. Zuständig für die Verwaltung war das „Amt Beverungen“. Zu diesem Amt gehörte bis dahin übrigens auch Bruchhausen. Aufgrund der engen Beziehungen zu Ottbergen entschieden sich die Bruchhäuser allerdings dazu, sich Höxter anzuschließen, und Beverungen gründete zusammen mit den verbleibenden elf Dörfern die Großgemeinde und wurde eine von heute 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

„Im Rückblick betrachtet war das die richtige Entscheidung“, sagt Bürgermeister Hubertus Grimm, der ankündigt, das Jubiläum in diesem Jahr mit mehreren „kleinen Bausteinen“ zu begehen. Der erste dieser Bausteine war jetzt der Eintrag von Lydia Schöttler ins Goldene Buch der Stadt.

Ein paar Tage zu früh

Dabei hatten ihre Eltern vor 50 Jahren noch gar nicht mit ihr gerechnet. „Sie sollte erst um den 18. rum zur Welt kommen“, berichtet Mutter Waltraud Schöttler. Zusammen mit ihrem Mann Gerhard und Freunden hatte sie zuhause in Würgassen bis zwei Uhr morgens Silvester gefeiert. „Wir sind dann ins Bett gegangen, ich konnte aber nicht schlafen.“ Morgens um sieben habe ihr Schwager sie dann ins Krankenhaus gefahren. Ihr Mann konnte nicht, weil sein Bein eingegipst war. „Ja, und um halb elf war sie schon da“, so Waltraud Schöttler, die da bereits Mutter eines vierjährigen Sohnes war.

Dreiländereckskind

Lydia Schöttler ist ein wahres „Dreiländereckskind“: Geboren im hessischen Helmarshausen, aufgewachsen im westfälischen Würgassen, lebte sie dann mehrere Jahre in Beverungen und mittlerweile seit 16 Jahren im niedersächsischen Lauenförde. Seit 21 Jahren arbeitet sie in der WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle in Höxter.

Ihren runden Geburtstag hat sie mit ihrem Lebensgefährten Robert Risse in Hamburg gefeiert. Mit einer Barkasse ging es auf die Außenalster. In der Großstadt zu leben, kann sie sich dagegen nicht vorstellen. „Ich bin heimatverbunden“, sagt Lydia Schöttler. „man kennt hier viele Leute und man bekommt ja auch nahezu alles vor Ort.“ Außerdem braucht das Paar die Weser vor der Haustür, sind beide hier doch gerne mit dem eigenen Motorboot unterwegs. Genauso gerne gehen sie auf Konzerte. Und auch in dieser Beziehung ist Beverungen ja bekanntlich eine gute Adresse.

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