140 Hektar Freiflächen – Aufforstung hat begonnen
Wald wird zum Minus-Geschäft

Beverungen (WB). Ernüchternde Zahlen hat Matthias Berndt vom Regionalforstamt Hochstift am Dienstagabend im Hauptausschuss präsentiert. So wird das Produkt Wald- und Forstwirtschaft mit einem Minus von 81.400 Euro im Haushaltsplan 2020 stehen.

Donnerstag, 07.11.2019, 09:04 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 09:10 Uhr
Eine große Freifläche oberhalb von Drenke im Mai dieses Jahres. Insgesamt sehen 140 Hektar im Beverunger Stadtwald so oder so ähnlich aus, erst 20 Hektar davon sind neu angelegt. Die Wiederaufforstung wird noch einige Jahre dauern. Foto: Alexandra Rüther

Die Gründe sind bekannt, sie heißen Friederike und Borkenkäfer. Der Sturm hat im Jahr 2018 knapp 70 Hektar Fichte geworfen, hauptsächlich im Bereich Weschen Weide/Brakeler Weg. Etwa 20 Hektar davon sind innerhalb dieses Jahres mit Douglasie, Lärche, Buche, Eiche und Weißtanne aufgeforstet worden.

In Festmeter ausgedrückt sind in den »Katas­trophenjahren« 2018 und 2019 25.000 Festmeter durch Sturmschäden und 25.000 Festmeter durch den Borkenkäfer verloren gegangen. »Wir reden hier von 140 Hektar Freiflächen«, so Berndt.

Positives Ergebnis wird durch Rückstellung negativ

Statt wie geplant 5100 Festmeter sind in 2018 18.700 Festmeter Holz fakturiert worden. Die Einnahmen betrugen 906.500 Euro, geplant waren 227.000 Euro. Das Wirtschaftsergebnis 2018: Einnahmen in Höhe von 959.000 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 703.000 Euro gegenüber.

Macht eigentlich ein positives Ergebnis von 255.900 Euro. Weil aber der Rat der Stadt beschlossen hatte, eine Rückstellung für die künftige Wiederbewaldung zu bilden, kommt ein Minusergebnis von fast 518.999 Euro zustande. Die Rücklage in Höhe von 735.000 Euro soll innerhalb der nächsten Jahre in die Wiederaufforstung fließen.

Aufgrund der größeren zur Verfügung stehenden Holzmengen seien die Einnahmen aus dem Verkauf in 2019 mit mehr als 900.000 Euro zwar viel höher als die geplanten 370.000 Euro, »wir haben aber nicht mehr die Gewinne wie in den Vorjahren«, erklärte Matthias Berndt, der beim Regionalforstamt die Nachfolge von Martin Wagemann angetreten hat.

Holzpreise eingebrochen – Export nach China

Er zeigte die Preisentwicklung am Beispiel von Fichtenstammholz auf: So habe man 2017 noch 95 Euro pro Festmeter erzielt, 2019 seien es noch 45 bis 55 Euro pro Festmeter. Für Holz schlechterer Qualität oder schwächeres Holz gebe es nur noch 35 Euro. Und das Koppelprodukt Fichtenindustrieholz werde sich auf zehn bis zwölf Euro pro Festmeter einpendeln. Und weil das so ist, werde Holz aus dem Hochstift mittlerweile sogar nach China exportiert.

Im kommenden Jahr sollen 30 Hektar neu bepflanzt werden. »Im Forstwirtschaftsplan 2020 sehen wir 230.000 Euro für die Walderneuerung vor und 15.000 Euro gibt es als Förderung. Dass das nicht ausreichend ist, habe ich dem Staatssekretär deutlich mit auf den Weg gegeben«, ärgerte sich Bürgermeister Hubertus Grimm über diesen »Tropfen auf den heißen Stein«.

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