Gymnasium Beverungen startet »Erasmus+«-Austauschprogramm mit der Niederlande
Schüler erkunden Menschenrechte

Beverungen (WB). Das Gymnasium Beverungen will in diesem und im nächsten Jahr ein Stück Europa feiern. Im Zuge eines EU-finanzierten Schüleraustauschs unter dem Thema »Human Rights in Motion« sind jetzt 23 Schülerinnen und Schüler aus Ermelo in den Niederlanden in Beverungen zu Gast gewesen.

Mittwoch, 02.10.2019, 08:41 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 08:50 Uhr
Lehrer Henri Ebbers, Schulleiter Benedikt Marpert, die Lehrerinnen Julia Schrader und Mine Coelho (von links) und 45 Schüler aus Beverungen und Ermelo schreiben mit dem Austauschprogramm »Erasmus+« ein Stück Schulgeschichte. Foto: Gymnasium

Das Gymnasium will sich dem »Kampf um Europa«, den Ursula von der Leyen in ihrer Antrittsrede als EU-Kommissionspräsidentin eingefordert hat, anschließen. Gerade angesichts der aktuellen »Brexit«-Diskussionen. Und auch der »Nexit« wurde schon gefordert – 2017 vom niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders.

Die insgesamt 45 Schüler aus Beverungen und der niederländischen Sekundarschule »Christelijk College Groevenbeek« haben zusammen an Projekten zum Thema Menschenrechte und Menschenwürde gearbeitet. Dabei wurden an verschiedenen Lernorten die grundlegenden Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in kreative Formen umgesetzt.

Gerichtsverhandlungen simuliert

Außerdem standen zwei Ausflüge auf dem Programm: In Kassel besuchte die Gruppe das Bundessozialgericht, wo aktuell die Ausstellung »Menschenrechte« gezeigt wird. Außerdem konnten die Schüler den berühmten Herkules-Bergpark besichtigen. Der zweite Ausflug führte nach Detmold zum Hermannsdenkmal und zur Menschenrechtsorganisation »Amnesty International«. Dort diskutierte die Gruppe über das Thema Todesstrafe.

Begleitet wurden die Schüler aus den Niederlanden von ihren Lehrern Gonda Verhagen und Henri Ebbers. »Höhepunkt der Woche waren die simulierten Gerichtsverhandlungen zu konkreten Fällen der Menschenrechtsverletzung«, erzählt die Beverunger Lehrerin Mine Coelho. Dass es laute Diskussionen gab und kaum jemand mit den richterlichen Entscheidungen zufrieden war, beweise, »dass das Recht nicht jeden Fall klärt, sondern nur ein Grundgerüst ist, von dem die Gesetzgebung ausgeht«.

Plätze für Austauschprogramm begrenzt

Für das Austauschprogramm bewerben mussten sich die Beverunger Schüler der neunten Klassen mit einem Motivationsschreiben, weil die Zahl der möglichen Austauschschüler begrenzt war. Dabei wurde Wert auf Interesse an Menschenrechtsthemen und auf englische Sprachkenntnisse gelegt. Der Projektantrag, den die Organisatoren Mine Coelho, Julia Schrader und Günter Rehling einreichten, wurde von der EU bewilligt. Daher entstanden weder für die Ausflüge noch die Anreise Kosten für die Teilnehmer.

Und daher heißt es für die Beverunger Schüler jetzt: Warten bis Mai 2020, dann in den Bus und ab nach Ermelo – ohne Kosten, ohne Visum. Es zeugt vom europäischen Geist und ist – wenn auch nur ein kleines – Zeichen für funktionierende Völkerverständigung in Zeiten von Populismus und dem Zerbrechen internationaler Allianzen, wenn sich eine Gruppe junger Menschen so tief gehend mit der Zukunft der Gleichheit auseinandersetzt.

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