Berater schlägt »Clustermodell« für sechs Millionen Euro vor
Die Grundschule braucht Platz

Beverungen (WB). Das muss jetzt erst einmal sacken. In der Sitzung des Ausschusses für Familie und Bildung hat Schulbauberater Jens Ransiek Lern- und Raumkonzepte für die Grundschule in Beverungen vorgestellt, deren Umsetzung zwischen zweieinhalb und sechs Millionen Euro kosten würde.

Donnerstag, 06.06.2019, 03:52 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 04:00 Uhr
Statt der Toiletten, die in dem flachen Verbindungstrakt der Beverunger Grundschule untergebracht sind, könnten hier dringend benötigte Verwaltungsräume entstehen – und in der neu zu errichtenden Etage darüber eine weitere Lernlandschaft. Foto: Alexandra Rüther

Fakt ist, so schreibt es die Verwaltung in ihrer Vorlage, dass der Raumbedarf in der Grundschule am Hauptstandort in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Veränderte pädagogische Vorgaben, fehlende Fachräume sowie ein dringend zu erweiternder Verwaltungsbereich hätten die Kapazitätsgrenze längst überschritten.

Barrierefreiheit nur für ein Jahr

»Der Schule fehlen Räume im Bereich der Inklusion, darüber hinaus ist die Barrierefreiheit nur im Erdgeschoss des Südflügels für einen Jahrgang gegeben«, berichtete der zuständige Abteilungsleiter Frank Filmar. Schon jetzt zeichne sich ab, dass der Beschulungsort des »Gemeinsamen Lernens« für die Einhaltung des Rechtsanspruchs für Eltern diesen Anforderungen nicht genüge und um- oder angebaut werden müsse.

Immer mehr Kinder werden betreut

Darüber hinaus sei die externe Unterbringung der Offenen Ganztagsschule (OGS) und Betreuung »Acht bis Eins« in dem angemieteten ehemaligen »Forum« bereits »weit über die Grenzen aller Beteiligten« ausgelastet. Seit 2015 ist ein stetiger Anstieg der Kinder zu verzeichnen, die über die Unterrichtszeit hinaus betreut werden. In diesem Schuljahr sind es 99, für das nächste sind 102 Kinder angemeldet. Die Tendenz ist steigend. Deshalb die gemeinsamen Überlegungen von Verwaltung und Schulleitung, die aber über eine rein räumliche Erweiterung hinaus gehen – dahin, die Schule auch aus als modernen Lernort zukunftsfähig aufzustellen. Dabei spielt die Multifunktionalität der Räume für Schule und Betreuung ebenso eine wichtige Rolle wie die Barrierefreiheit. »Moderne Schulbaukonzepte«, so Schulbauberater Jens Ransiek aus Bünde, »gehen weg von einer Separierung hin zu integrativen Formen wie dem Clustermodell.«

EIne WG für jede Jahrgangsstufe

Wie in einer Art WG hat jeder Jahrgang eine Ebene für sich, eine »Lernlandschaft«. Um den »Treffpunkt« in der Mitte gruppieren sich Klassen-, Fach- und Sozialräume sowie Toiletten. Bei diesem Modell könnte die OGS in die Grundschule integriert werden. Im Südtrakt der Grundschule wäre diese Lernlandschaft auf drei Etagen, also für drei Jahrgänge, möglich – nicht aber für einen vierten. Möglich wäre jetzt, das Verbindungsstück der beiden Gebäudeteile aufzustocken. Die Toiletten, die sich dort befinden, bräuchte es nicht mehr, weil jeder Jahrgang seine eigenen hätte. Hier könnten dann die dringend benötigen Verwaltungsräume entstehen, darüber der Bereich für den vierten Jahrgang. Alternativ könnte ein Anbau am Nordtrakt in Richtung Schulhof/Turnhalle entstehen. »Die große Kunst wird jetzt die Finanzierung sein«, so Bürgermeister Hubertus Grimm. Erst einmal scheine das kaum möglich. Die Verwaltung werde erarbeiten, was sowohl aus pädagogischer als auch aus finanzieller Sicht umsetzbar sein könnte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6668191?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
TV-Duell von Trump und Biden lässt verärgerte Wähler zurück
Kommentatoren charakterisierten das erste von drei Duellen als chaotisch und einer Demokratie wie den USA für unwürdig.
Nachrichten-Ticker