»Fridays for Future«: 150 Kinder und Jugendliche gehen in Beverungen für mehr Klimaschutz auf die Straße - Schulstreik
Erste Klima-Demo von Schülern im Kreis Höxter

Beverungen (WB). Erstmals sind auch im Kreis Höxter Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Etwa 150 Kinder und Jugendliche haben gestern Vormittag auf dem Beverunger Rathausplatz demonstriert und sich damit der weltweiten »Fridays for Future«-Bewegung angeschlossen.

Freitag, 05.04.2019, 16:51 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 11:00 Uhr
Nicht allein: Jule Tillmann hat die Fridays-for-Future-Demo gestern in Beverungen initiiert, Tim Vollert hat ihr bei der Organisation geholfen. Beide zeigen sich beeindruckt davon, wie viele Schüler ihrem Aufruf gefolgt sind. Foto: Alexandra Rüther

Die Demonstranten forderten konsequenten Umweltschutz und die strikte Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Fehlstunden, die ihnen für das Fernbleiben vom Unterricht aufgeschrieben werden, nehmen sie dabei gerne in Kauf. »Wir sind nicht hier, weil wir schwänzen wollen. Wir sind hier, weil wir in der Schule aufgepasst haben«, sagte Initiatorin Jule Tillmann und orientierte sich dabei an einer Aussage des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck in einer Talkshow. Die 19-jährige Schülerin des Beverunger Gymnasiums hat bereits in Paderborn mit demonstriert und wollte beweisen, dass so eine Aktion auch auf dem Land möglich ist. Unterstützt wurde sie von Tim Vollert (Jusos) und Franziska Münster (Grüne Jugend). »Es ist so wichtig, dass wir alle hier sind, dass wir etwas tun, anstatt nur zu reden«, rief Jule den Demonstranten zu. Die Politik müsse endlich ernst nehmen, wovor die Wissenschaft seit Jahren warnt.

Bürgermeister Hubertus Grimm beeindruckt

»Wir leben noch mindestens 50 Jahre auf diesem Planeten«, sagt Patryk (14, rechts) aus Derental. »Und ich will, dass es unseren Kindern und Enkeln auch noch gut geht.« Deshalb ist er zusammen mit Levin zur Demo gekommen.

»Wir leben noch mindestens 50 Jahre auf diesem Planeten«, sagt Patryk (14, rechts) aus Derental. »Und ich will, dass es unseren Kindern und Enkeln auch noch gut geht.« Deshalb ist er zusammen mit Levin zur Demo gekommen. Foto: A. Rüther

Fast jeder der Jugendlichen hatte ein selbst gestaltetes Schild dabei. »Wir sind jung und brauchen die Welt« war darauf zu lesen oder »Fischers Fritz fischt Plastik«, »Eisbären gehören nicht in die Geschichtsbücher«, »Opa, was ist ein Schneemann?« oder »Das Klima ist aussichtsloser als unser Abitur«. Auch Andrea Turner (59) hat mit ihrem Schild »Oma for Future« mit demonstriert, »weil der Klimawandel mir Angst macht«. Friedel Ewerdwalbesloh und Gerd Lippert, ehemalige Lehrerkollegen am Gymnasium, unterstützten die Schüler ebenfalls. »Ich finde es auch richtig, dass sie während der Schulzeit auf die Straße gehen«, sagte Ewerdwalbesloh.

Bürgermeister Hubertus Grimm war beeindruckt, zeige das Engagement doch, dass dem Nachwuchs eben nicht alles egal sei, sondern dass sie mündige Bürger würden. Er könne auch verstehen, dass den Aktionen verbunden mit dem Schule schwänzen größere Aufmerksamkeit sicher ist. »Ich bin mir aber sicher, dass es möglich ist, sich auch innerhalb der Schule mit dem Thema auseinanderzusetzen, das sollten die Organisatoren mit der Schulleitung besprechen.« Den Rathausplatz stelle er gerne auch samstags zur Verfügung. Grimm würde sich wünschen, dass sich aus den Demonstranten heraus Gruppen von Schülern finden, die durch verschiedene Aktionen zu noch mehr Klimaschutz beitragen. Nachhaltig versuche auch die Stadt zu agieren. Es werde Strom gespart durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, man kämpfe für bessere Busanbindungen.

Einige Wortmeldungen

Auch aus den Reihen der Demonstranten gab es noch einige Wortmeldungen – unter anderem den Aufruf, sich an der Europa-Wahl zu beteiligen, oder den Vorschlag, an Stelle von Google die Suchmaschine Ecosia zu benutzen. Hier werden von den Werbeeinnahmen Bäume gepflanzt.

Jule Tillmann war nach der Demo sehr beeindruckt, dass so viele gekommen sind. »Das macht mich stolz auf Beverungen und die Region und beweist, dass das Thema und vor allem die Dringlichkeit auch in kleinen Städten angekommen ist.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521364?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Arminia stoppt die Talfahrt
Jubelnde Arminen: Die Torschützen Prietl und Doan freuen sich.
Nachrichten-Ticker