Abriss von vier Einfamilienhäusern beginnt am Mittwoch – Ein Ehepaar will nicht verkaufen
Seniorenhaus soll größer werden

Beverungen (WB). Vier Häuser in der Straße »Bauhof« werden ab Mittwoch abgerissen. Die Grundstücke hat die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge gekauft. Ein Haus wird dem Anbau des Beverunger Seniorenhauses jedoch vorerst nicht weichen. Die Eigentümer verweigern den Verkauf.

Mittwoch, 06.03.2019, 03:33 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 07:52 Uhr
Das Seniorenhaus St. Johannes Baptist genießt eine offene Lage direkt am Weserufer – und will erweitern. Foto: Roman Winkelhahn

»Die KHWE hat in den vergangenen zehn Jahren sukzessive Grundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenhauses St. Johannes Baptist aufgekauft«, heißt es auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES von der Pressesprecherin der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE), Christiane Bernert. Langfristiges Ziel seien die Erweiterung des Seniorenhauses St. Johannes Baptist und der Aufbau einer Tagespflege sowie einer Einrichtung für betreutes Wohnen. »Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium«, sagte Bernert.

Ein begehrtes Grundstück konnte die KHWE nicht erwerben

Aktueller Stand der Dinge ist, dass vier Häuser in der Straße nahe des Weserufers an dem Erdboden gleichgemacht werden: die Hausnummern zwei, sechs, acht und zehn. Es fällt auf, dass die vermeintliche Zweierreihe an einer Stelle einen großen Sprung macht. Eines der begehrten Grundstücke konnte die KHWE nicht erwerben. Es handelt sich um das weiß geklinkerte Haus Nummer vier. Am Vordach der Haustür baumelt ein schlapper Mistelzweig mit roter Schleife. Aus dem Fenster blickt eine Porzellanpuppe auf die Straße mit dem schlichten Namen »Bauhof«. Links und rechts von Nummer vier: halb verschrottete Einfamilienhäuser, eine Hebebühne und ein Dixi-Klo.

Eigentümer lebt seit 1941 in dem Haus

Das WESTFALEN-BLATT konnte mit dem Eigentümer des Hauses sprechen. Er möchte Haus und Grundstück nicht verkaufen. »Was bleibt mir anderes übrig«, sagte der Eigentümer, der seit 1941 in dem Haus lebt, zu den Alternativen, die die KHWE den Bewohnern bietet, äußert er sich nicht. »Bald geht der Abriss los«, weiß er.

Gespräche oder Verhandlungen mit dem Ehepaar habe es in den vergangenen zwei Wochen nicht gegeben, so Christiane Bernert von der KHWE. Das Unternehmen könne sich zudem noch nicht umfassend zu dem Erweiterungsvorhaben äußern: »Sobald unsere Planungen abgeschlossen und genehmigt sind, werden wir detailliert über das Bauprojekt informieren«, so Bernert. Auch über das Bild eines kleinen Einfamilienhauses inmitten zweier mehrstöckiger Wohnblöcke, das real zu werden droht, sollte sich das Ehepaar weiterhin gegen einen Verkauf stemmen, nimmt die KHWE keine Stellung. Auch Heimleiter Gregor Politycki äußert sich nicht.

Noch bleibt offen, wie die kleine Straße »Bauhof« nahe des Beverunger Weserufers in Zukunft aussehen wird. Die Abrissarbeiten sollen am 15. April beendet sein.

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