Erste Planungen für Umgestaltungen an der Weser vorgestellt – Umsetzung im Sommer
Ufer soll echte Promenade werden

Beverungen (WB). Als »Rohdiamant, der darauf wartet, geschliffen zu werden« bezeichnet Klaus Schulze die Weserpromenade in Beverungen. Er ist Landschaftsarchitekt in Soest und hat zusammen mit dem Brakeler Ingenieurbüro Turk den Bereich rund um den Dampferanleger überplant. Ein erster Entwurf ist dem Beverunger Bezirksausschuss am Dienstagabend vorgestellt worden.

Donnerstag, 07.02.2019, 13:44 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 07:42 Uhr
Der Bereich des Weserufers, der in den Planungen berücksichtigt ist, beginnt am Weser-Zugang Posttwete (ganz rechts). Fußgänger und Radfahrer werden dort voneinander getrennt, passieren einen Spielbereich, eine Grünfläche auf dem bisherigen Parkplatz und gelangen auf die Weserwiesen mit Kanuanleger. Foto: Büro BSL

Als »rundum stimmig« bezeichnete der Ausschuss die Planungen, einige Detailfragen seien aber unbedingt noch zu klären.

Die Planung der Landschaftsarchitekten beginnt im Norden am Zugang zur Weser im Bereich Posttwete. Hier sei eine kleine Aussichtsbastion denkbar, um den Beginn der Promenade zu markieren. Auf dieser Promenade direkt an der Weser entlang sind Fußgänger unter sich, die Radfahrer auf einem extra Weg unterwegs. Entlang des Wassers sind Bänke vorgesehen und mehrere Treppen mit Sitzstufen hinunter zur Weser. In einem Bereich des bisherigen Parkplatzes ist ein Spielplatz vorgesehen – und zwar mit Schaukeln. Denn, so Landschaftsarchitekt Klaus Schulze, Schaukeln seien die Spielzeuge auf einem Spielplatz, die nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen, beziehungsweise von beiden gemeinsam genutzt würden. In diesem Bereich ist auch eine Anlegestelle für Motorboote vorgesehen. Ob die genehmigt wird, verhandelt die Stadt gerade mit dem Landesschifffahrtsamt.

Fußgänger teilen sich den unteren Weg mit den Radfahrern

Beim Dampferanleger ist eine halb befestigte Fläche vorgesehen mit Bank-Tisch-Kombinationen. Die Panzerfurt, die übrigens unter Denkmalschutz steht und deshalb nicht verändert werden darf, mit dem Dampferanleger schließt sich an. Hier sehen die Planer einen zentralen Treffpunkt, der für verschiedene Feierlichkeiten genutzt werden könnte.

Fußgänger gelangen jetzt – vorbei am Alten Fährhaus – auf die obere Weserpromenade oder sie teilen sich den unteren Weg mit den Radfahrern. Ein Teil dieses unteren Weges soll etwas breiter angelegt werden, um auch mit dem Auto an den neuen Kanuanleger zu gelangen. Auch hier sind Sitzstufen geplant, Sichtachsen Richtung Wasser sollen geschaffen werden. In Nachbarschaft zu der schon vorhandenen Boulebahn ist auch eine Potenzialfläche für Beachvolleyball oder Callisthenics (Training mit dem eigenen Körpergewicht) eingezeichnet. Des Weiteren sei dieser Bereich mit dem vorhandenen Bewegungsparcours, dem Spielplatz und dem Wasserspielplatz bereits gut aufgestellt.

Fährhaus bei Parkplatzplanung berücksichtigen

Den Autoverkehr sehen die Planer auch weiterhin in beide Richtungen – schon wegen des Parkhauses des Weser-Centers müsse das so sein. Busse aber sollen nur in eine Richtung fahren dürfen – ob die Posttwete besser rauf oder runter, werde noch untersucht. Ein Haltebereich für die Reisebusse, die überwiegend Touristengruppen im Sommer zum Dampferanleger bringen, ist gegenüber des Alten Fährhauses vorgesehen. Müssen die Busse länger warten, könnten sie für diese Zeit am Hakel parken. Auch dessen künftige Nutzung steht noch zur Diskussion. Zur Zeit ist der Platz aufgrund des Neubaus der Weserbrücke gesperrt, davor diente er als Wohnmobilhafen, künftig könnten hier die Parkplätze entstehen, die am Dampferanleger wegfallen. »Wir stehen aber auch in Verhandlungen mit dem Besitzer des Weser-Centers, ob Plätze im Parkhaus öffentlich werden könnten«, erklärte Bürgermeister Hubertus Grimm. Jürgen Neumann, einer der drei neuen Besitzer des Alten Fährhauses, machte darauf aufmerksam, dass bei der Parkplatzplanung auch die neue Gastronomie im Fährhaus berücksichtigt werden müsse. »Sollte es eine Lösung mit dem Weser-Center geben, wäre das gut. Ansonsten hat das Fährhaus ein Problem.« Außerdem habe er im Sommer des öfteren beobachtet, dass Busse mit laufendem Motor im Bereich des Dampferanlegers gestanden hätten. Das vertrage sich nicht mit der Außengastronomie.

Bürgermeister favorisiert Beschluss Ende Februar

Eine weitere Anregung betrifft die Sitzbänke auf der oberen Promenade. Bisher stehen die mit dem Rücken zum Weg auf der Grünfläche, in Zukunft sollen sie oberhalb des Weges stehen, um den optisch mit in das Gesamtbild einzubeziehen. Dann stünden die Bänke aber in praller Sonne, gab ein Ausschussmitglied zu bedenken. »Im Sommer mag das störend sein, im Frühling und Herbst freut man sich aber über einen Sonnenplatz«, gab der Landschaftsarchitekt zu Bedenken. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Brakel betonte er, dass selten etwas so gebaut werde, wie es sich in dem ersten Planentwurf darstelle. Ausgestattet mit den neuen Anregungen und Bedenken werde jetzt weiter geplant.

Bürgermeister Grimm hätte aber gerne in der Ratssitzung Ende Februar einen Beschluss, um in die Ausschreibung gehen zu können und die für dieses Jahr vorgesehenen Maßnahmen im Spätsommer umsetzen zu können. Die Fördermittel, die vom Bund und Land zur Verfügung gestellt werden, belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. In die baulichen Maßnahmen sollen in diesem Jahr etwa 750.000 Euro fließen. 2020 ist dann die Anschaffung von zwei neuen Fährschiffen sowie von Ruhemöbeln und Informationstafeln für Wehrden, Herstelle und Würgassen geplant.

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