Olaf Schubert in Beverungen – 700 Zuschauer sind völlig vom Hocker Der hat gesessen!

Beverungen (WB). Mit seinem neuen Bühnenprogramm »Sexy forever« tourt Olaf Schubert gerade durch Deutschland. Er habe sich vorgenommen, darin die großen Probleme unserer Zeit anzusprechen, erzählte er am Mittwochabend in Beverungen.

Von Roman Winkelhahn
Der gelbe Pullunder gehört fest zur Kunstfigur Olaf Schubert. Der Dresdner hat die Beverunger vom Hocker gerissen.
Der gelbe Pullunder gehört fest zur Kunstfigur Olaf Schubert. Der Dresdner hat die Beverunger vom Hocker gerissen. Foto: Roman Winkelhahn

Olaf Schubert gehört zu jenen Comedians, die sogar eher trockene Themen wie »neoliberalen Turbokapitalismus« und die deutsche Ökobilanz zu etwas schrecklich Unterhaltsamem machen. Er habe erkannt: »Alles momentane Übel mündet in einer Wurzel – der Gesellschaft.« Inzwischen umgebe jeden die Krake des Kapitalismus. »Nur zwei gallische Dörfer können dem standhalten: Nordkorea und Thüringen. Im einen Land herrscht ein stalinistisches System mit kommunistischen Betonköpfen. Das andere Land ist eben Nordkorea.« Es ist die Kombination von gespielter Krampfhaftigkeit und knallharten Pointen, mit der er sein Publikum für sich gewinnt. »Thüringen ist eh 80 Prozent Wald. Die brauchen eher einen Förster als eine Regierung.«

Merkel oberkörperfrei auf einem Pferd

Der Mann im gelben Pullunder, der so fest zur Kunstfigur Olaf Schubert gehört wie das überspitzte Sächsisch, traut sich durchaus heikle Themen zu: »In Puncto Despoten hat Deutschland den Anschluss an die Weltspitze verpasst.« Putin oberkörperfrei auf einem Pferd? »Wir Deutschen haben die stille Sehnsucht, dass unsere Herrscherin das auch mal macht.« Zurzeit sei der Comedian jedoch zufrieden mit der Arbeit der Regierung: »Die machen das ja eh ehrenamtlich im Moment. Kommissarische Regierung – das ist so etwas wie Volkshochschule.« Doch dass die Nation gespalten ist, könne man nicht leugnen. »Die Willkommenskultur ist regional eben sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dresden, wo ich herkomme, hat so eine Art Gravitationskraft für braunen Feinstaub.« Warum ein Verschleierungsverbot? »Ich habe etliche Pegida-Anhängerinnen gesehen, für die wäre ein Schleier die optimale Lösung.« Zu keiner noch so kontroversen Problematik schweigt Schubert. Hemmungslos trifft er den Nerv seines Publikums. Zum Thema Syrien: »Die Jungs von unserer Defensiv-Uschi kommen da eh nicht hin. Deren Hubschrauber setzen schon Moos an.« Dann kommt dem Comedian eine Idee: »Biowaffen! Das wäre doch mal was für die deutsche Ökobilanz.«

Phänomen der Liebe

Mit Blick auf den Programmtitel »Sexy forever« spricht Schubert natürlich auch das Phänomen der Liebe an: »Ehe, das ist ja eine Langstrecke. Das zieht sich zum Teil über Monate.« Ganz offen berichtet er auch von seinen Flirt-Erfahrungen – und gibt dem Publikum Tipps. Die altbekannte Masche mit der Telefonnummer klappe doch nur noch selten. Schubert fragt lieber: »Na, was schätzt du denn, was ich für eine Nummer habe?« Tränen bei den Zuschauern. »Und schon zappelt der Fisch an der Angel. Erstmal wird mit der Vorwahl angefüttert.« Niemand hält sich mehr vor Lachen. »Mit Null geht es los, dann kommt eine Primzahl.« Der hat gesessen: Das Publikum ist völlig außer sich. Musikalisch begleitet wurde der Dresdner Allrounder von Herr Stephan am Bass, Jochen Barkas an der Gitarre und »Machete« als Tänzer und Pianist. Mit dem Comedian am Schlagzeug verabschiedeten sie sich unter stehendem Beifall von ihren Fans.

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