»Tanzfabrik« eröffnet im Februar in ehemaliger Beverunger Fabrikhalle Gefühl von »Flashdance« lebt neu auf

Beverungen (WB). Jennifer Beal tanzt sich als Alex die Seele aus dem Leib und mit ihr tanzt das von außen hereinfallende Licht durch den Raum. An diese Schlüsselszene aus dem Film »Flashdance« muss unweigerlich denken, wer in diesen Tagen die fast fertige »Tanzfabrik« betritt. Sarah Soethe will die Tanzschule im Februar 2018 eröffnen.

Von Alexandra Rüther
Die 37-jährige Sarah Soethe übt die ersten Schritte für die Eröffnung ihrer eigenen Tanzschule.
Die 37-jährige Sarah Soethe übt die ersten Schritte für die Eröffnung ihrer eigenen Tanzschule. Foto: Alexandra Rüther

Gut erinnert sich die 37-Jährige an den Moment, als sie das ehemalige Kesselhaus der Firma Herlag zum ersten Mal betrat. »Die Kessel waren noch da, überall Kabel auf dem Boden und sogar ein Thekenaufbau einer Party von vor vielen Jahren war noch aufgebaut.« Trotzdem wusste Sarah Soethe sofort: Es ist der perfekte Raum, um ihren Traum von einer eigenen Tanzschule zu verwirklichen.

Traum verwirklicht

Seit Oktober vergangenen Jahres laufen die Arbeiten, ausgeführt vom Besitzer der Halle, der EB Innenausbau GmbH, seit November 2017 ebenfalls ansässig auf dem ehemaligen Herlag-Gelände. Außerdem hier eingezogen ist die Tischlerei Dewenter und der Friseursalon »Haaratelier«. Die Nusec GmbH hat ihren Sitz in der Blankenauer Straße 6 schon länger. Das für Beverungen so prägende Ensemble mit dem von weitem sichtbaren Fabrikschornstein ist also wieder mit Leben gefüllt.

165 Quadratmeter große Tanzfläche

In der künftigen Tanzfabrik ist inzwischen viel passiert. Die insgesamt 219 Quadratmeter wurden entrümpelt, der unterkellerte Bereich wurde zugeschüttet, die Wände von innen gedämmt, Schallschutzwände eingebaut und der Estrich eingelassen. Der vordere Bereich wird abgetrennt, hier entstehen Umkleiden, Duschen, Büro und Platz für einen Kostümfundus. Übrig bleibt eine etwa 165 Quadratmeter große Tanzfläche. Die Kopfseite wird komplett verspiegelt, die Längsseiten erhalten Ballettstangen beziehungsweise ebenfalls Spiegel. Eine Besonderheit hängt unter der Decke: eine komplett neue Heiztechnik. Die Wärme wird von großen Platten ausgestrahlt, erwärmt den Boden und steigt wieder nach oben.

Wenn der Estrich ausgetrocknet ist, wird ein Schwingboden verlegt, darauf kommt ein Tanz-Belag aus PVC. »Dieser Boden ist nicht so hart wie Parkett und viel angenehmer bei Drehungen und Sprüngen«, erklärt die Diplom-Tanzpädagogin.

Im alten Kesselhaus der Firma Herlag entsteht die »Tanzfabrik«. Im Februar 2018 soll eröffnet werden. Foto: Alexandra Rüther

Ihr Angebot ist groß und reicht von Ballett und Kindertanz bis hin zu Jazz, Modern und Hip-Hop sowie Zumba. Und natürlich soll eine Auftrittsgruppe, eine Dance Company entstehen, denn: »Eine Tanzschule hat schon das Ziel, sich auf einer Bühne zu präsentieren.« Und auch die Tanzfabrik selbst wird sich für Auftritte eignen. Theaterscheinwerfer, LED-Strahler und eine entsprechende Musikanlage werden dafür sorgen. Auch Kindergeburtstage können künftig hier gefeiert werden. »Zu einem Wunschlied des Geburtstagskindes wird dann eine kleine Choreographie einstudiert. Anschließend können die Kleinen dann noch eine Tanzparty feiern«, erklärt Sarah Soethe, selbst Mutter eines 14 Monate alten Kindes.

Charakter der alten Kesselhalle erhalten

Wichtig war ihr, dass der Fabrik-Charakter der alten Kesselhalle erhalten blieb. Und das ist den Innenausbauprofis gelungen. Schwarze Decke, die Heizplatten, weiße Wände, Rohre über dem Putz – und dazu kommt das Licht, das je nach Tageszeit in verschiedenen Winkeln in die Halle fällt. Sarah Soethe ist ganz nah dran an der Erfüllung ihres Lebenstraums – so wie Alex, die sich in »Flashdance« die Seele aus dem Leib tanzt.

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