Verwaltung hat neue Satzung erarbeitet und stellt sie in allen Bezirksausschüssen vor Friedhofsregeln sollen flexibler werden

Beverungen (WB). Übersichtlichkeit, Stabilität bei den Gebühren und mehr Flexibilität bei der Auswahl und Laufzeit der Gräber – das sind die Ziele der neuen Friedhofssatzung.

Von Alexandra Rüther
Die Verwaltung in Beverungen hat eine neue Friedhofssatzung erarbeitet.
Die Verwaltung in Beverungen hat eine neue Friedhofssatzung erarbeitet. Foto: Alexandra Rüther

Genauer gesagt ist es der Entwurf einer neuen Satzung, den die Verwaltung erarbeitet hat und im Laufe des Jahres in allen Bezirksausschüssen vorgestellt hat – so am Donnerstagabend in Beverungen und Blankenau. Jetzt fehlt nur noch Herstelle. »Hintergrund ist die veränderte Bestattungskultur«, sagte Stefan Sievers von der Verwaltung. Zweistellige Wahlgräber seien längst nicht mehr Standard, der Trend gehe zu Urnenbestattungen. Damit seien geringere Kosten verbunden, kürzere Laufzeiten und geringerer Pflegaufwand.

Gräber werden vorzeitig eingeebnet

So sollen Gräber zukünftig vorzeitig eingeebnet werden können. Bisher ist das frühestens zehn Jahre vor Ablauf der Ruhezeit möglich (gegen Zahlung einer Pflegegebühr). Künftig sollen die Gräber jederzeit eingeebnet werden können – die Pflegegebühr bleibt natürlich. »Wir bekommen immer mehr Anfragen, ein Grab frühzeitig einebnen zu lassen«, sagte Sievers zur Begründung. Viele seien aufgrund ihres Alters oder Wohnsitzes nicht in der Lage, das Grab zu pflegen. »Und ein eingeebnetes Grab ist ansehnlicher als ein ungepflegtes«, so Sievers.

Grabstätten können zu Lebzeiten gekauft werden

Außerdem sollen Grabstätten schon zu Lebzeiten gekauft werden können. Das betrifft zum einen Rasen- und Urnenrasengräber. Zur Begründung sagte Sievers: »Rasengräber sind neben den anonymen Gräbern die einzigen pflegefreien Gräber. Durch die Neuregelung soll auch Ehegatten ohne hier lebenden Angehörigen die Möglichkeit geschaffen werden, dass sie nebeneinander beigesetzt werden können, indem das Nachbargrab eines Verstorbenen bereits gekauft wird.« Aber auch Wahlgräber sollen verlängert werden können, um Gräber von Ehegatten, die nebeneinander beigesetzt worden sind, auch gleichzeitig einebnen zu können.

Müll auf Friedhof vermeiden

Am meisten diskutiert wurde die Entsorgung nicht kompostierbarer Abfälle. Die Verwaltung schlägt vor, entsprechende Behälter nicht mehr aufzustellen, um so die Müllgebühren und Bauhofkosten einzusparen. Argumentation der Verwaltung: »Wer beispielsweise Blumen mit auf den Friedhof nimmt und einpflanzt, kann auch die leeren Behälter wieder mitnehmen.« Im Beverunger Bezirksausschuss sah man es allerdings kritisch, die Müllentsorgung »von 100 auf null zu fahren«. Man einigte sich schließlich auf den Kompromiss, »an geeigneter Stelle« Behälter aufzustellen, die im Turnus der Müllabfuhr mit abgefahren werden. Grundsätzlich sollen die Bürger sensibilisiert werden, Müll auf den Friedhöfen zu vermeiden.

Der Rat wird im Laufe des nächsten Jahres über die neue Satzung entscheiden.

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