Sichtung am Drenker Kreuz in Beverungen bestätigt sich nicht Der Wolf war ein Hund

Beverungen (WB). Der Wolf, den eine 30-jährige Autofahrerin aus Höxter am Freitagmorgen im Bereich des Drenker Kreuzes bei Beverungen gesehen haben will , ist mit ziemlicher Sicherheit ein Hund gewesen. Das hat Försterin Friederike Wolff aus Beverungen am Mittwoch dem WESTFALEN-BLATT mitgeteilt.

Von Isabell Waschkies
Das Tier, das in Beverungen-Drenke gesichtet wurde, war ein Hund und nicht – wie anfangs vermutet – ein Wolf.
Das Tier, das in Beverungen-Drenke gesichtet wurde, war ein Hund und nicht – wie anfangs vermutet – ein Wolf. Foto: dpa

»Das Tier hatte keine für den Wolf typischen spitzen Ohren, sondern helle, herunterhängende«, sagt Friederike Wolff. Sie bezieht sich auf ein Foto, das ihr ein Anwohner aus Drenke am Wochenende per E-Mail zugeschickt hatte. Wolff: »Auf diesem Bild ist das Tier zwar nur von hinten zu sehen, aber die typischen Merkmale eines Wolfes sind nicht zu erkennen gewesen.«

Tier macht sich an gelben Säcken zu schaffen

Auch habe das Tier ein Halsband getragen – ein in der Regel typisches Erkennungszeichen für einen Hund. Andere Anrufer berichteten ihren Angaben zufolge, dass sich das Tier am Freitagmorgen auch an den Gelben Säcken im Ort zu schaffen machen wollte und von Anwohnern verscheucht wurde. Der Besitzer des Hundes habe sich laut Wolff bislang nicht gemeldet.

Fotos erleichern die Arbeit der Experten

Nach Angaben des Waldinformationszentrum Hammerhof und Wisentgehege Hardehausen sind Sichtbeobachtungen von Wölfen immer schwer nachzuweisen. Auszuschließen seien »spontane Sichtungen«, die beispielsweise aus einem Auto heraus erfolgen, jedoch nicht. Auch in Nordrhein-Westfalen seien solche Begegnungen schon vorgekommen und zum Teil mit dem Handy fotografiert und gefilmt worden. Diese Aufnahmen erleichtern die Arbeit der Wolfs-Experten: Sie können die Fotos anschließend auf die typischen Wolfs-Merkmalen überprüfen. Laut Waldinformationszentrum müsse durch das Abwandern von Jungwölfen aus den Wolfsgebieten auch mit durchziehenden Wanderwölfen im Hochstift gerechnet werden. Viele der Besuche blieben jedoch unbemerkt.

Wolf reißt 2009 ein Schaf in Borgentreich-Muddenhagen

Seine erste Spur in dieser Gegend hat der Wolf 2009 in Borgentreich-Muddenhagen hinterlassen. Wolff: »Die Spuren wiesen darauf hin, dass ein Wolf ein Schaf gerissen hatte.« Bisher sei der Wolf 2016 im Kreis Paderborn als durchreisendes Tier nachgewiesen worden. Die Försterin appelliert trotzdem an alle Spaziergänger oder Autofahrer, die Ruhe zu bewahren – aber trotzdem die Augen offen zu halten.

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