Höxteranerin macht außergewöhnliche Beobachtung – Försterin beruhigt Wolf am Drenker Kreuz gesichtet?

Beverungen (WB). Am Drenker Kreuz bei Beverungen hat eine Autofahrerin am Freitagmorgen wahrscheinlich einen Wolf gesehen. »Nach den Beschreibungen könnte es sich möglicherweise tatsächlich um einen Wolf handeln«, sagt Försterin Friederike Wolff aus Beverungen auf Nachfrage.

Von Isabell Waschkies
Eine 30-jährige Autofahrerin aus Höxter hat am Freitagmorgen am Drenker Kreuz möglicherweise einen Wolf gesichtet. Das Raubtier sei ihr auf ihrer Fahrbahn entgegen gekommen.
Eine 30-jährige Autofahrerin aus Höxter hat am Freitagmorgen am Drenker Kreuz möglicherweise einen Wolf gesichtet. Das Raubtier sei ihr auf ihrer Fahrbahn entgegen gekommen. Foto: dpa

»Das Tier lief auf meiner Fahrbahn direkt auf mein Auto zu, so dass ich anhalten musste«, erinnert sich die 30-jährige Höxteranerin, die zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Drenker Kreuzes unterwegs war.

Der Schwanz des Tieres habe heruntergehangen und sei besonders buschig gewesen – beides Erkennungsmerkmale für Wölfe. »Es ging alles so schnell, dass ich kein Foto machen konnte«, sagt sie.

Tier sei auf Fahrbahn gelaufen

Ob es sich bei diesem Tier tatsächlich um einen Wolf handeln könnte, wollte Försterin Friederike Wolff nicht bestätigen. Dass sich das Tier außergewöhnlich wenig für das Auto der 30-Jährigen interessierte, sei zwar ein mögliches, aber kein ausreichendes Indiz für einen Wolf.

»Hunde reagieren normalerweise deutlich intensiver auf Autos und schnuppern daran«, weiß Friederike Wolff, »aber wir haben bisher keinen DNA- oder Fotobeweis. Allein ein Hinweis auf eine mögliche Sichtung reicht nicht aus, diese Annahme zu bestätigen«, sagt sie. Auch habe die Autofahrerin weder die für den Wolf typische schwarze Schwanzspitze oder einen weißen Kehlfleck entdeckt.

Expertin: Könnte sich um ein Jungtier handeln

Sie appelliert vor allem an alle Spaziergänger sowie Schaf- und Weidehalter, die Ruhe zu bewahren – aber trotzdem alle Augen offen zu halten. »Es ist schwierig, einen Wolf optisch von einem Wolfshund zu unterscheiden«, sagt Wolff. Ihren Angaben zufolge könnte es sich – sofern sich die Vermutungen bestätigen – um ein Jungtier handeln, das zur Zeit seine Fühler außerhalb des elterlichen Territoriums ausstrecken würde.

»Der Wolf kommt, ob wir wollen oder nicht«, sagt die Expertin, die mit einer Rückkehr des Raubtieres ins Hochstift rechne. Seine erste Spur in dieser Gegend hat der Wolf bereits 2009 in Borgentreich-Manrode hinterlassen. Im Februar hatten Spaziergänger angebliche Wolfs-Spuren im Egge-Wald bei Bad Driburg entdeckt , die sich laut Wolff allerdings als die eines Hundes entpuppten. Bisher sei der Wolf im März 2016 im Kreis Paderborn lediglich als durchreisendes Tier nachgewiesen worden.

Schafhalter fordern bessere Information

Schafhalterin Ortrun Humpert aus Löwendorf forderte am Freitag einen verbesserten und schnellen Informationsfluss. »Die Schafhalter sollten innerhalb von Stunden wissen, wenn ein Wolf gesichtet worden ist und nicht erst informiert werden, wenn nach einem Gentest tatsächlich feststeht, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat«, sagte Humpert.

Die Schafhalter hätten dann Gelegenheit, die Schutzmaßnahmen für ihre Tiere zu erhöhen. »Ich würde auch 20 Fehlalarme in Kauf nehmen«, sagt sie.

Bisher keine Wolf-Sichtung bei Polizei gemeldet

Nach Angaben der Polizei Höxter seien bei ihnen bislang keine Wolf-Sichtungen gemeldet worden. »Ob Hund, Reh oder Wolf, es gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen für Autofahrer«, sagt Pressesprecher Andreas Hellwig.

Deshalb gelte: Fuß vom Gas an unübersichtlichen Wald- oder Feldrändern. »Tiere verlassen die Fahrbahn nicht immer auf dem kürzesten Weg, sondern laufen oft vor dem Fahrzeug her«, sagt er.

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