Das dreitägige Orange Blossom Special Festival heißt 24 Bands aus elf Nationen in Beverungen willkommen »Welt aus – OBS an«

Beverungen (WB). Unter Eingeweihten gilt es als eines der schönsten Festivals Deutschlands, das führende Musikmagazin »Rolling Stone« hat das Orange Blossom Special gar als »das beste kleine Open Air Festival der Welt« geadelt. Nun steht die 20. Auflage an, Motto: »Welt aus – OBS an«.

Die Kölner Band AnnenMayKantereit hat 2014 und 2015 das OBS-Publikum begeistert. Mittlerweile sind sie bundesweit bekannt, ihre Konzerte ausverkauft. Ihr Album »Alles nix Konkretes« war zuletzt auf Platz vier der offiziellen deutschen Albumcharts
Die Kölner Band AnnenMayKantereit hat 2014 und 2015 das OBS-Publikum begeistert. Mittlerweile sind sie bundesweit bekannt, ihre Konzerte ausverkauft. Ihr Album »Alles nix Konkretes« war zuletzt auf Platz vier der offiziellen deutschen Albumcharts Foto: Daria Neu

Jährlich zu Pfingsten wird das Open-Air-Musikfestival vom Glitterhouse-Label in seiner Heimatstadt ausgerichtet. Das dreitägige Konzertereignis heißt vom 13. bis 15. Mai 2800 Besucher und 24 Bands aus elf Nationen mit offenen Armen willkommen.

Kultstatus bei Fans

Was als überschaubares Gartenfest des Tonträger-Labels begann, hat sich im Laufe der Zeit seinen festen, fast schon kulthaften Status unter Musik-Fans, Kennern und Künstlern erspielt. Und weil die Organisatoren in der Zeit zwischen zwei OBS-Ausgaben nicht ruhen, wird stets weiter an der Perfektion von Ablauf und Durchführung gefeilt.

Es wurde neben dem qualitativ hochwertigen und abwechslungsreichen musikalischen Inhalt auch das Rahmenprogramm bedeutend erweitert: So werden drei Fitness-Läufe (offen für alle Interessierten) ebenso angeboten wie eine Fahrradtour durch das Dreiländereck, Yoga und Boule auf den Weserwiesen, Recycling-Bastelaktionen für die Kleinsten unter den Besuchern und eine Seepferdchen-/Frühschwimmer-Prüfung für OBS-Gäste im Freibad.

Mittlerweile zur festen Tradition sowohl im Festival-Jahreskalender als auch im Stadtbild Beverungens geworden, zählt das OBS nicht nur wegen seines friedlichen Charakters, sondern vor allem auch wegen seiner bemerkenswerten Musik-Auswahl zu den Ausnahmen unter den vielzähligen Festivals, die in der warmen Jahreszeit die Besucher nach draußen locken.

Ausgewogene Mischung

In einer ausgewogenen Mischung aus bereits bekannten Namen der Independent-Musikszene und entdeckenswerten neuen Gesichtern ist es die besondere Zusammensetzung, die nicht nur das Publikum, sondern auch die teilnehmenden Musiker selbst jedes Jahr aufs Neue begeistert. Dabei geschah es in der Vergangenheit nicht selten, dass OBS-Neulinge im Anschluss an den Weserbergland-Auftritt in den Kreis der großen Namen aufschlossen – so wie zuletzt mit den Chartstürmern von AnnenMayKantereit geschehen, die in den vergangenen beiden Jahren in Beverungen auftraten.

Auch beim 20. Geburtstag wird der bewährte Pfad nicht verlassen, wieder setzt sich die aus mehr als 700 Bewerbungen getroffene Auswahl der Künstler aus arrivierten Namen, jungen Hoffnungsträgern und OBS-Veteranen zusammen. So wissen die alten Hasen unter den Besuchern Bands wie »Get Well Soon«, die australischen »Hugo Race & The True Spirit«, Londons »Miraculous Mule« oder die eigens aus Texas eingeflogenen »Pleasant Grove« von früheren Auftritten zu schätzen.

Durch jüngste Konzerterfolge oder hochgelobte Plattenveröffentlichungen konnten sich »My Baby« (NL), »Josefin Örn & The Liberation« (S), die Soul-Sensation »The Buttshakers« (F) und die beiden norwegischen Bands »Spidergawd« sowie das »Einar Stray Orchestra« auch hierzulande bereits einen Namen machen. Besonders gespannt wird das Festivalpublikum auch auf die hierzulande noch weitgehend unbekannten aber hochgelobten Indie-Rocker »Vita Bergen« (S) und die viele musikalische Strömungen vereinenden »XIXA« (USA) sein.

Mit »Trümmer«, »Love A« und der Stuttgarter Band »Die Nerven« liegt ein Schwerpunkt auf deutschen Post-Punk-Bands.

Überraschungsband wird nicht verraten

Zur schönen Gewohnheit geworden ist der Auftritt einer Überraschungsband am Sonntagmittag. »In diesem Jahr«, so Veranstalter Rembert Stiewe, »handelt es sich um eine Band, die bereits zuvor im Rahmen des OBS aufgetreten ist und die einen besonderen Bezug zu unserem Festival hat. Mehr wird nicht verraten.«

Ein besonderes Plus des OBS sei nach wie vor der familiäre Charakter der Veranstaltung. »Wir wollen die besondere, familiäre Ausstrahlung des OBS um jeden Preis schützen«, sagt Stiewe, »wir werden trotz aller Neuerungen weiterhin unbedingt am Konzept festhalten, den Besuchern eine besondere, unvergleichliche Veranstaltung zu bieten. Keine inhaltlich austauschbare Massenveranstaltung, sondern ein bleibendes Erlebnis, das von allen Beteiligten mit Herzblut geplant und durchgeführt wird. Wir möchten den Stammgästen wie auch den neuen Besuchern darüber hinaus zeigen, dass es im Weserbergland, speziell in Beverungen, schön ist, dass es auch im ländlichen Raum möglich ist, etwas Lebendiges zu schaffen, das wie von selbst zu internationaler Reputation gelangt. Bedanken möchte ich mich besonders bei den Beverungern, die den Gästen aus ganz Deutschland und Europa mit Freundlichkeit und Offenheit begegnen. Das Orange Blossom Special ist tatsächlich zu einem deuschland- und europaweit bekannten Aushängeschild für Beverungen geworden.«

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