Kommentar zu einer Aktion der Schützen im Erzbistum Paderborn
Fahnenprojekt lebt vom Mitmachen

Wenn gestandene Vorsitzende, Vorstandsmitglieder und Obristen der Warburger Schützenvereine in Zweier-Teams, mit Maske und Fahnen unter dem Arm auf den Desenberg stiefeln, ist das kein alltägliches Bild. Manche waren schon Jahrzehnte nicht mehr dort oben. Doch offensichtlich ist ihnen die Sache wichtig, für die sie am Fuß der Ruine am Montag kräftig Werbung gemacht haben – für die Aktion „Fahnen der Hoffnung“.

Freitag, 02.04.2021, 13:11 Uhr aktualisiert: 02.04.2021, 13:16 Uhr
Hoch die Fahnen aus Solidarität: Viele Schützenvereine im Hochstift machen am Karsamstag mit. Foto: Jürgen Vahle

Im Grunde handelt es sich dabei um nicht mehr als um die Bitte der Schützenvereine und -bruderschaften. An Ostern – konkret von Karsamstag, 18 Uhr, bis Ostermontag, 18 Uhr, – sollen die Schützen- oder Ortsfahne gehisst werden. Eine Aktion, die bereits im vergangenen Jahr zu Beginn der Pandemie von den Schützen in Bühne „erfunden“ worden ist.

Die Idee aus dem Warburger Land wurde zum Exportschlager in die Großregion, sie kam überall gut an. 2021, und damit hoffentlich zum Ende der Pandemie, soll das Projekt wiederholt werden und noch größere Kreise ziehen.

Mit den „Fahnen der Hoffnung“ wollen die Schützenvereine der Region diesmal darauf aufmerksam machen, dass in der Coronakrise weiter alle zusammenhalten müssen, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt und dass sich alle über die Ostertage und in den kommenden Wochen noch ein wenig am Riemen reißen sollen, um auch die dritte und hoffentlich letzte Welle der Pandemie unbeschadet zu überstehen.

Ganz ohne Eigennutz ist das Ganze nicht. Alle Vereine, Organisationen und Einrichtungen hat die Corona-Pandemie getroffen. Und natürlich auch die Schützen, die sich ja bekanntlich sehr stark über das gemeinsame Feiern definieren. Aber solche (Schützen)Feiern gab es seit März 2020 nicht mehr.

Doch die Schützen haben in diesem Pandemiejahr deutlich gezeigt, dass sie weit mehr als reine Geselligkeitsvereine sind, bei denen es nur um ein möglichst volles, kaltes und schnell serviertes Glas Bier geht. Die Kreativität war enorm, mit der in der Pandemie der Kontakt zu den Mitgliedern und Bürgern gehalten wurde. Neben der Fahnenaktion gab es Buchprojekte, kleine Geschenke, Maskenverteilungen oder viele lustige Aktionen, die dafür gesorgt haben, dass die Menschen im tiefsten Lockdown spüren: In den Orten steckt noch Leben!

All dies war Werbung im besten Sinne für eine Vereinssparte, die ebenso oft von Kabarettisten aufs Korn genommen wie totgesagt wird. Die Pandemie hat eher gezeigt: das Schützenwesen in der Region ist quicklebendig – auch ohne Alkohol.

Schützenfeste sind 2020 allesamt ausgefallen. Und 2021 sind sie schon jetzt bis 31. Mai von der Landesregierung verboten worden. Ob Vereine, die später feiern, noch ein Schützenfest organisieren können oder wollen, ist Spekulation. In gewohntem Rahmen werden sie sicher nicht ablaufen.

Wahrscheinlicher sind da eher Festbälle aller Vereine im Herbst oder Winter, die sowohl im Warburger Stadtgebiet wie auch im Bezirksverband Warburg im Bund der Historischen Bruderschaften diskutiert werden. Sie könnten der Startschuss für ein Schützenleben nach Corona werden.

Derzeit ist den Vereinen aber nur eines wichtig – dass möglichst viele an Ostern die Fahnen hissen und dabei vielleicht über die Straße hinweg dem Nachbarn ein frohes Osterfest wünschen. Diese Aktion lebt vom Mitmachen. Und es ist den Schützen zu gönnen, dass die Menschen nicht pandemiemüde sind. Meine Fahne liegt jedenfalls schon griffbereit in der Garage.

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