Jugend forscht und Schüler experimentieren: Jury zeichnet Projekte aus dem Kreis Höxter aus
Talente präsentieren sich digital

Kreis Höxter -

Erstmals hat der Regionalentscheid von Jugend forscht und Schüler experimentieren ausschließlich online stattgefunden – doch zumindest eine Sache war wie immer: Auch dieses Jahr haben Schüler aus dem Kreis Höxter mit Kreativität und Forschergeist beeindruckt. Zu einer Weiterleitung zum Landeswettbewerb hat es zwar nicht gereicht, dennoch durften die heimischen Teilnehmer stolz auf ihre Leistungen sein.

Freitag, 05.03.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 06:40 Uhr
Das Projekt Wildbienen des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter hat den zweiten Preis im Bereich Biologie gewonnen (von links): Sabrina Laufenburg (Pamme Saatgut und Wildpflanzen), Jaqueline Marquardt, Anja Wilhelm und Ben Luis Janzen Foto: KWG/Archiv

Insgesamt traten 55 Schüler mit 28 Projekten an. Darunter waren neun aus dem Kreis Höxter. Ein Novum: Während eines Online-Pressetermins im Heinz-Nixdorf-Museum, wo normalerweise die Teilnehmer ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen, gaben Wettbewerbsleiterin Kerstin Böker und HNF-Geschäftsführer Dr. Jochen Viehoff die Platzierungen bekannt. Neben Preisen und Sonderpreisen für viele Projekte gab es auch eine Auszeichnung für einen Lehrer: Christian Kaup vom König-Wilhelm-Gymnasium Höxter erhielt einen Sonderpreis, weil er gleich mehrere ausgezeichnete Projekte betreut hatte.

Jugend forscht

Unter dem Titel „Alles eine Frage der Konzentration?“ haben die Bredeschüler Laura Jek und Judith Fechler die CO2-Konzentration und die Temperaturveränderung im Klassenraum bei unterschiedlichen Lüftungsbedingungen in unterschiedlichen großen Gruppen untersucht. Sie vermuteten, dass sie sich bei unterschiedlichen Öffnungen der Fenster verändert, und versuchten, daraus Rückschlüsse auf die Aerosolbelastung zu ziehen.

„Energie ist überALL – Energiegewinnung an stellaren Objekten“ hieß das Thema der Brede-Gymnasiasten Noah Spiegelberg, Joshua Schrick und Robin Dentel – das war der Jury ein 2. Preis in Physik und ein Sonderpreis wert. Sie haben sich damit auseinandergesetzt, wie sich in stellaren Dimensionen Energie von der Sonne gewinnen lässt. Dazu gingen sie von der Konstruktion eines Dyson-Swarms aus, der aus vielen Spiegeln besteht, welche das Licht reflektieren.

Johannes Assauer vom Warburger Hüffert-Gymnasium hat das Thema „Grüner Beton, Auswirkung auf die lokale Biodiversität durch den Anbau von Mais“ vorgestellt und die Sonderpreise „Nachwachsende Rohstoffe“ sowie „Umwelt“ gewonnen. Er hat die Auswirkungen auf die Biodiversität durch den Anbau von Mais als Energiepflanze in Verbindung mit der Schließung der Zuckerfabrik Warburg untersucht.

„Wildbienenfreundliche Hecke – Ein Bienenhotel allein reicht nicht aus“. So hieß das Projekt der KWG-Schüler Ben Luis Janzen, Jaqueline Marquardt und Anja Wilhelm, die damit den zweiten Preis Biologie und einen Sonderpreis holten. Auf ihrem Schulhof steht ein Bienenhotel, bei dem sie jedoch nur wenige Wildbienen beobachten konnten. Ziel war es, mehr von ihnen anzulocken. Dabei entstanden unter anderem ein Blühstreifen und eine Wasserstelle.

Schüler experimentieren

Mit einer automatisierten Bewässerungsanlage mithilfe des Raspberry Pi 4-Computers haben sich Max Leßmann und Vincent Knapczik vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg beschäftigt. Sie haben eine automatische Bewässerungsanlage auch selbst errichtet. Sie kann mit dem Raspberry Pi 4 gesteuert werden.

Den Einfluss zusätzlicher Lichtquellen auf das Pflanzenwachstum haben die St. Xaver-Schüler Agnes Schmidt und Armin Schmidt untersucht. Dabei wurde der Einfluss zusätzlicher Lichtquellen mit Strahlung im ultravioletten (UV) beziehungsweise infraroten (IR) Wellenlängenbereich auf das Pflanzenwachstum untersucht. Während UV-Licht das Pflanzenwachstum geringfügig stimuliert, wurde kein Einfluss des IR-Lichts festgestellt.

Gibt es bei anderen Sternen auch Planeten? Das hat sich Daniel Raatz vom Hüffert-Gymnasium Warburg gefragt. Er hat eine Methode erarbeitet, wie man Exoplaneten (Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) erkennt. Dabei hat er sich mit der Transitmethode beschäftigt: Bei dieser kreist der Planet um die Sonne, wobei man dann bei einem Vorbeiziehen des Planeten einen Helligkeitsunterschied feststellen kann. Daniel Raatz gewann den dritten Preis in Geo- und Raumwissenschaften sowie einen Sonderpreis.

„Historische Nutzung landwirtschaftlicher Terrassen am Bielenberg“ – bei diesem Projekt haben die KWG-Schüler Jasper Max Frömming und Luka Jurukovic die Parzellen und Terrassen erforscht, die sie auf einer Karte des digitalen Geländemodells entdeckt hatten. Dabei ergab sich, dass die Terrassen im frühen Mittelalter zum Weinanbau angelegt wurden. In späterer Zeit wurden sie dann aber auch für andere Zwecke genutzt. Sie gewannen den zweiten Preis in Geo- und Raumwissenschaften.

Eine Untersuchung des Wachstumsverhaltens von Keimlingen in Abhängigkeit vom Licht hat Brede-Gymnasiast Hanno Wrenger vorgenommen. Dafür erhielt er den zweiten Preis in Biologie. „Da ich letztes Jahr an einem Projekt gearbeitet habe, welches das Wasser als Keimfaktor untersucht, wollte ich jetzt einen anderen Keimfaktor, in diesem Fall das Licht, untersuchen und das bisherige Verfahren verbessern“, sagte er. Dazu hat er eine Box gebaut, in der das Licht verändert werden kann, trotzdem aber die Temperatur durch einen Heizlüfter konstant ist. Bei sechs Versuchen hat sich ergeben, dass die Keimlinge bei rotem Licht viel schneller wachsen, als bei blauem Licht. Trotzdem wachsen die Keimlinge bei blauem Licht schneller als bei grünem Licht.

Positives Fazit

Wegen Corona konnten die Arbeiten der Schüler in diesem Jahr der Öffentlichkeit nicht im HNF in Paderborn präsentiert werden – sie wurden der Jury ausschließlich digital vorgestellt. Die Verantwortlichen blickten dennoch zufrieden auf die Digital-Premiere. Dr. Jochen Viehoff, HNF-Geschäftsführer und Juror, betonte: „Zum ersten Mal virtuell – das hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend. In dieser Form waren die Präsentationen natürlich etwas theoretischer als vor Corona, dafür hatten wir aber mehr Zeit für Hintergrundgespräche. Es war ein spannender Tag – wir haben viel Neues gelernt.“ Ebenfalls zufrieden präsentierte sich Regionalwettbewerbsleiterin Kerstin Böker in der digitalen Pressekonferenz am Donnerstagabend. „Es gab viele spannende Projekte und darüber hinaus auch zahlreiche regionale Sonderpreisstifter. Das wiederum zeigt uns, dass die Region auch weiter bereit ist, ihre Talente zu fördern.“ HNF-Sprecher Andreas Stolte ergänzte: „Natürlich hätten wir lieber eine Ausstellung mit vielen Besuchern und tollen Präsentationen direkt vor Ort gehabt. Letztendlich sind wir aber froh, dass es in dieser Zeit auch auf digitalem Weg geklappt hat.“

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