Landwirt Ulrich R. aus Löwendorf wird seit vier Wochen vermisst – Familie, Polizei und Helfer suchen weiter
„Wir geben die Hoffnung nicht auf“

Marienmünster-Löwendorf -

Bereits seit einem Monat wird nach dem vermissten Landwirt Ulrich R. aus Löwendorf gesucht. Die Familie des 39-Jährigen sowie unzählige Helfer geben die Hoffnung nicht auf, dass ihr Sohn, Bruder und Freund doch noch heile nach Hause kommt. Die Polizei ist weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Donnerstag, 04.03.2021, 05:59 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 09:22 Uhr
Auch vier Wochen nach dem Verschwinden suchen Familie, Nachbarn und Freunde weiter nach dem vermissten Ulrich R. Foto: privat

Es war der 3. Februar als Ulrich R. zuletzt in Löwendorf auf dem elterlichen Hof gesehen wurde – eine Aufnahme einer Videokamera des landwirtschaftlichen Betriebes zeigte ihn in schwarzer Arbeitskleidung. Dann verschwand er. Es folgte eine aufwendige Suche – an den ersten Tagen unter anderem mit Hubschrauber und Hundestaffeln. Außerdem beteiligten sich zahlreiche Freiwillige aus Löwendorf und den umliegenden Ortschaften sofort an der privaten Suche, die Christian R., Bruder des Vermissten, koordiniert. Unter anderem wurden auch mehr als 2000 Plakate sowie Flugblätter angefertigt und im gesamten Kreisgebiet sowie in Nachbarkreisen verteilt. Insbesondere in den ersten zwei Wochen nach dem Verschwinden gingen viele konkrete Hinweise bei der Polizei ein – doch sobald Ulrich R. gesichtet wurde, war er auch schon wieder weg. „Dass es in einem Vermisstenfall derart viele Hinweise gegeben hat, ist auch für uns außergewöhnlich“, sagt Polizeisprecher Jörg Niggemann: „Angesichts dessen, dass er immer sofort wieder das Weite gesucht hat, wollte er augenscheinlich keine Hilfe. Weil wir aber von einer psychischen Ausnahmesituation ausgehen, braucht Ulrich R. eben genau diese Hilfe. Er gilt mittlerweile als Langzeitvermisster.“

Ulrich R. wird vermisst.

Ulrich R. wird vermisst. Foto: privat

Ebenfalls außergewöhnlich sei, dass es maximal spekulative Anhaltspunkte gebe, warum der Landwirt verschwunden ist. Die Mutter des Vermissten hatten dem WB exklusiv erzählt, dass ihr Sohn nach einer Quarantäne wegen einer Corona-Erkrankung zum ersten Mal wieder einkaufen war – und sich im Supermarkt von den Menschen verfolgt gefühlt habe. Ob dieser Sachverhalt aber wirklich etwas mit seinem Verschwinden zu tun hat, weiß bis heute niemand.

Ungewissheit ist es auch, die die Familie umtreibt. Warum ist Ulrich R. verschwunden? Lebt er noch? Wenn ja, wo hält er sich auf? Wie geht es ihm? Fragen über Fragen – aber keine Antworten. „Die Situation ist für uns alle extrem schwierig. Die Ungewissheit dominiert aktuell praktisch das ganze Leben der Familie in allen Bereichen. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, Ulrich gesund zurückzubekommen“, sagt Christian R. Die Familie habe jüngst weitere 1000 aktualisierte Plakate gedruckt und verteilt. „Wir werden auch oft angesprochen – viele Menschen haben immer noch eine große Bereitschaft, uns bei der Suche zu unterstützen. Das Engagement ist weiterhin groß“, so der Bruder von Ulrich R., der sich bei allen Unterstützern herzlich bedankt. Auch die Polizei ist dankbar für jeden, der sich engagiert, sagt Sprecher Jörg Niggemann: „Das Einsatz und die Solidarität sind fantastisch. Das haben auch wir so noch nicht erlebt.“

Zeugen haben den Landwirt nach Angaben der Polizei im vergangenen Monat zunächst in den Bereichen Bremerberg, Ovenhausen, Hembsen, Emder Höhe, Modexen und Bökendorf gesichtet – zuletzt gesehen wurde er allerdings am 10. Februar in einem Waldstück im lippischen Rischenau. „Wir suchen weiter nach dem Vermissten, sind jedoch mehr denn je auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Niggemann. Es sei sehr wichtig, dass sich Hinweisgeber direkt an die Polizei unter Telefon 05271/9620 oder per 110-Notruf wenden. Ulrich R. ist etwa 1,85 Meter groß, 95 bis 100 Kilo schwer, hat dunkle lockige Haare und einen Bart. Er trägt schwarze Arbeitskleidung und eine schwarze Mütze. Er hat kein Handy dabei.

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