Impfzentrum Brakel hat Betrieb aufgenommen – Lob für Organisation vor Ort
„Kleiner Pieks in den Arm – fertig“

Brakel -

Das Impfzentrum in der Stadthalle Brakel ist in Betrieb. Trotz widriger Wetterbedingungen haben nahezu alle Personen, die einen Impftermin hatten, diesen auch wahrgenommen.

Montag, 08.02.2021, 19:15 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 11:40 Uhr
Matthias Potthoff (von links) gratulierte Marianne Barkhausen ebenso wie Matthias Kämpfer, Dr. Jens Grothues und Landrat Michael Stickeln. „Heute ist ein freudiger Tag. Hier im Impfzentrum ist zu erleben, wie sehr sich alle auf die Impfung freuen“, sagte dieser. Foto: Kreis Höxter

Marianne Barkhausen (86) aus Frohnhausen hat zu den ersten gehört, die den Impfstoff gespritzt bekommen haben. Begleitet von ihrer Tochter Nicole Barkhausen-Meyer ist sie zur Stadthalle gekommen. Dorthin gefahren hat sie ihr Nachbar Karl-Josef Simon. „Er hat ein Auto mit Allrad-Antrieb. Das war uns bei diesem Wetter sicherer“, berichtet Nicole Barkhausen-Meyer dankbar. Ihre Mutter fühlt sich gut. Sie freut sich, dass ihre Enkeltochter für sie einen der begehrten Impftermine ergattern konnte. „Ich habe keinerlei Bedenken wegen der Impfung“, sagt sie. Sie sei vorsichtig, habe Kontakte gemieden und sei zumeist daheim geblieben.

Impfstart in Brakel

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    Foto: Frank Spiegel
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„Kleiner Pieks in den Arm – fertig“, beschreibt Bertram Bals aus Warburg das Prozedere. Der 92-jährige wird von seiner Frau Brunhilde (88) begleitet. Nach Brakel gefahren hat sie Schwiegersohn Johannes Brinkmann.

Der sieht unter anderem die Terminvergabe kritisch. „Warum kann man nicht Ehepaare an einem Termin impfen“, fragt er. So muss er nun am Freitag wieder nach Brakel fahren, dann hat seine Schwiegermutter ihren Impftermin. Die ist voll des Lobes für die Organisation, die sei bestens. „Man muss zwar um 20 Ecken, es wird einem aber sehr gut weitergeholfen“, lobt die Seniorin.

„Es war hervorragend“, ist auch das Fazit von Marianne Barkhausen. Man müsse vor der Impfung keine Angst haben. Die Frohnhausenerin: „Ich denke, das ist Sicherheit für mich. Ich bin alt, da kann jeden Tag etwas passieren, aber an Corona möchte ich lieber nicht erkranken.“

Der Problematik, dass Ehepaare keine gemeinsamen Termine bekommen können, ist sich auch Matthias Potthoff, stellvertretender organisatorischer Leiter des Impfzentrums, bewusst. „Das ist aber auch das einzige, was nicht gut gelaufen ist“, sagt er. Wie Dr. Jens Grothues, ärztlicher Leiter, ergänzt, könne man diesen Lapsus aber nicht der kassenärztlichen Vereinigung vor Ort anlasten. Verantwortlich dafür sei die kassenärztliche Bundesvereinigung in Berlin.

„Dass angesichts der Wetterkapriolen des heutigen Tages so viele Patienten ihren Termin wahrgenommen haben, zeigt, wie groß die Bereitschaft ist, die Mühen auf sich zu nehmen, bei diesen doch sehr schwierigen Wetterbedingungen nach Brakel zu kommen“, erklärt der Mediziner.

Organisatorisch habe es durchaus „kleine Anlaufprobleme“ gegeben: „Die sind aber innerhalb von Minuten gelöst worden.“

Bis Donnerstag werden täglich 60 Dosen verimpft. „Wer am ersten Tag nicht konnte, soll bitte einen Tag später zur gleichen Zeit kommen“, erläutert der Mediziner. Von Donnerstag an werde eine Impfstraße in Volllast betrieben, 80 Menschen könnten dann pro Schicht geimpft werden. Gearbeitet wird in zwei Schichten. Vom 1. März an werde es durch eine zusätzliche Lieferung von Biontech 938 Impfungen pro Woche geben. Vom 15. bis 28. Februar erwartet Dr. Grothues 1011 Astra-Impfstoffe, mit denen unter anderem Pflegedienste, Rettungssanitäter und Betreuungskräfte geimpft würden. Läuft das Impfzentrum mit allen vier Impfstraßen unter Volllast, könnten knapp 4500 Menschen pro Woche geimpft werden. Perspektivisch müssten auch noch Arztpraxen mitimpfen, um möglichst vielen Menschen möglichst schnell ein Impfangebot machen zu können. Das sei aber auch schon in Planung.

Verantwortlich für die Aufbereitung der Impfungen ist der pharmazeutische Leiter Björn Schmidt. „Der Impfstoff ist zwei Stunden verwendbar, nachdem die Spritze aufgezogen ist“, erläutert er. Verimpft werde dieser in jedem Fall. Für den Fall, dass eine Spritze aufgezogen ist, ein Impfling aber nicht erscheint, gibt es nach Auskunft von Matthias Kämpfer, Leiter des Krisenstabes, „Berechtigte in einer Reserveliste.“

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