St. Peter und Paul Bad Driburg: Neues Geläut soll spätestens Anfang März erstmals ertönen
Glocken schweben in den Turm

Bad Driburg -

Die Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Bad Driburg hat fünf neue Glocken bekommen. Zusammen mit vier gebrauchten Bronzeglocken, die 2000 gegossen wurden und aus einer Kirche in Leopoldshöhe stammen, erhöht sich damit das neue Geläut um eine Glocke auf insgesamt neun Glocken.

Sonntag, 07.02.2021, 23:11 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 23:20 Uhr
Glocke Nr. 9, Johannes XXIII. Diese Glocke ist in den Dachreiter über dem Altar im vorderen Bereich der Kirche gekommen. Im Bild zeigt (von links): Thomas Schulte, Firma Risse Meschede, und Ulrich Ellersiek, Firma HEW Herford. Foto: Lioba Kappe

Weihbischof em. Manfred Grothe hatte am Sonntag, 22. November, in einer heiligen Messe die neuen Glocken geweiht und die vier gebrauchten Glocken gesegnet. Vor einer Woche begann nun die Installation der Glocken im Kirchturm.

Die Firma Holzbau Risse aus Meschede hat das Material für den Glockenstuhl hochgezogen, am vergangenen Dienstag wurden die Glocken in den Kirchturm befördert und auf den Turmboden gestellt. Jetzt kann der Glockenstuhl gebaut werden.

Die alten Stahlglocken wurden direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 aus dem Fundus der Gießerei „Bochumer Verein“ zusammengestellt und nach Bad Driburg geliefert. Verschleißerscheinungen, die zur teilweisen Stilllegung der Glocken führten, eine vernichtende Beurteilung der Glocken bezüglich des Materials sowie in musikalischer Hinsicht und die Gelegenheit, vier Bronzeglocken aus Leopoldshöhe übernehmen zu können, führten zu dem Entschluss, neue Glocken anzuschaffen.

Die größte und schwerste der neun Glocken ist den Kirchenpatronen Petrus und Paulus gewidmet. Sie wiegt 2500 Kilogramm. Die Glocke trägt die Inschrift „Einheit in Vielfalt“ und thematisiert den Synodalen Weg als zeitgenössischen Bezug. Die zweite, 1250 Kilogramm schwere Glocke ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Heiligen, Mutter Teresa von Kalkutta, gewidmet.

Glocke fünf ist die Glocke der Gottesmutter Maria. Sie wird in Zukunft zum Angelus rufen und hat ein Gewicht von 510 Kilogramm.

Glocke drei ist die größte Glocke aus dem Leopoldshöher Geläut. Sie wiegt 975 Kilogramm. Ihr Patron ist Johannes der Täufer, darum wird sie zur Taufe läuten.

Glocke vier (800 Kilogramm) ist der Heiligen Edith Stein gewidmet, die 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau starb. Ursprünglich jüdischen Glaubens, wurde sie erst Atheistin und 1922 schließlich katholisch. 1933 trat sie in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen ein. Ihr Ordensname ist Teresia Benedicta vom Kreuz. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1998 heilig.

Glocke acht ist mit einem Gewicht von 200 Kilogramm die kleinste Glocke im Glockenturm. Sie ist dem heiligen Papst Johannes Paul II. geweiht und erinnert an den Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Glocke neun ist die kleinste Glocke im neuen Geläut. Sie wiegt 100 Kilogramm und ist für den Dachreiter vorgesehen. Die Glocke ist dem Heiligen Papst Johannes XXIII. geweiht.

Für die Erneuerung der Glocken sind Gesamtkosten von 520.000 Euro veranschlagt. Das Erzbistum Paderborn übernimmt einen Anteil von 310.024 Euro. Der Kirchengemeinde St. Peter und Paul verbleiben 209.976 Euro als Eigenanteil. Nach der Kirchenrenovierung 2008 hat der Kirchenvorstand Rücklagen gebildet. Aus diesen Rücklagen stehen zur Finanzierung 110.000 Euro zur Verfügung. Die Kirchengemeinde hofft, die restlichen 99.976 Euro durch Spenden finanzieren zu können. Bis zum 22. Januar sind bereits 42.195 Euro gespendet worden. Die Kirchengemeinde St. Peter und Paul bedankt sich bei allen Spendern.

Im Mai 2020 wurden die alten Glocken und der Glockenstuhl samt der elektrischen Installation durch die Firma HEW aus Herford aus dem Turm entfernt. Der Turm wurde neu verputzt, Deckenträger statisch untersucht sowie überarbeitet und die Träger des neuen Glockenstuhls installiert.

Momentan wird der neue Glockenstuhl gebaut. „Dieser bestand bislang aus Stahl. Jetzt haben wir dafür Eichenholz verwendet. Denn Holz kann Schwingungen und Resonanzen besser ausgleichen als starrer Stahl. Und Eiche ist besonders stabil. Und das ist besser für das Mauerwerk am Turm“, erklärt Küsterin und erste Schriftführerin der Pfarrgemeinde, Lioba Kappe.

Noch hängen die neun Glocken nicht an ihrer endgültigen Position. Die Gemeinde geht davon aus, dass Ende Februar oder Anfang März das neue Geläut zum ersten Mal zu hören ist. „Zuvor muss noch die die Kirchenuhr renoviert werden und mit ihrer Elektrik an die elektrische Betätigung der Glocken angeschlossen werden, denn die Uhr gibt den Glockentakt vor“, sagt Lioba Kappe.

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