Suche nach Löwendorfer Landwirt Ulrich R. weiter erfolglos – Familie verteilt 2000 Plakate in Kreis Höxter
Diese Eltern vermissen ihren Sohn

Marienmünster-Löwendorf -

Die Suche nach dem vermissten Landwirt Ulrich R. aus Löwendorf ist auch am Freitag fortgesetzt worden – ohne Erfolg. Ein Großaufgebot der Polizei inklusive Hubschrauber sowie viele freiwillige Helfer waren erneut im Einsatz, um den vermissten 39-Jährigen zu suchen. Dessen Mutter vermutet, dass das Verschwinden ihres Sohnes mit einer posttraumatischen Reaktion auf eine Corona-Erkrankung zusammenhängen könnte.

Freitag, 05.02.2021, 21:30 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 21:40 Uhr
Christa und Ernst R. aus Löwendorf wollen ihren Sohn zurück haben. Deshalb hat die Familie in der Nacht auf Freitag 2000 Plakate sowie Flyer angefertigt und mit vielen Helfern im gesamten Kreis Höxter verteilt. Foto: Dennis Pape

 „Eine Eigengefährdung kann nicht ausgeschlossen werden“, teilte die Polizei mit. Zu möglichen Hintergründen äußerte sich die Mutter des Vermissten im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie beschrieb ihren Sohn als „grundsätzlich gesund und intelligent“. Aber: „Ulrich hatte Corona und ist nach der Quarantäne zum ersten Mal wieder Einkaufen in Vörden gewesen. Danach hat er mir erzählt, dass er das Gefühl gehabt habe, die Leute würden ihn verfolgen. Vielleicht ist sein Verschwinden eine posttraumatische Reaktion“, so Christa R. Die Familie mache sich große Sorgen, die Ungewissheit sei extrem belastend.

Um so dankbarer ist die Mutter für jeden Hinweis aus der Bevölkerung, der wiederum ein Lebenszeichen bedeute. Auch das große Engagement der Familie und der vielen Helfer bei der Suche sei überwältigend. Die Löwendorfer hatten noch in der Nacht auf Freitag 2000 Plakate und Flyer gedruckt, bis Freitagmittag waren bereits 1500 davon im gesamten Kreis Höxter und darüber hinaus verteilt worden – von Holzminden bis ins Warburger Land. „Außerdem durchforsten wir weiterhin alle möglichen Bereiche. Wir lassen nichts unversucht und gehen jedem Hinweis nach“, erzählte Christian R., der Bruder des Vermissten. Ulrich R. kenne als Landwirt viele Orte im Kreis Höxter – er könne überall sein.

Ulrich R.

Ulrich R. Foto: privat

„Der Helikopter ist seit dem Vormittag unterwegs gewesen und hat die Orte unter die Lupe genommen, an denen Zeugen den Vermissten gesehen haben wollen“, erläuterte am Freitagnachmittag Polizeisprecher Jörg Niggemann. Das Problem: „Das Gebiet ist mittlerweile extrem weitläufig.“ Zeugen haben den Landwirt nach Angaben der Polizei in den Bereichen Bremerberg, Ovenhausen, Hembsen, Emder Höhe, Modexen und Bökendorf gesichtet. „Wir suchen weiter mit alle verfügbaren Kräften, sind jedoch immer noch auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Niggemann. Es sei sehr wichtig, dass sich Hinweisgeber direkt an die Polizei unter Telefon 05271/9620 oder per 110-Notruf wenden.

Dieses Bild hat die Überwachungskamera eines Hofes in Löwendorf kurz vor dem Verschwinden von Ulrich R. gemacht.

Dieses Bild hat die Überwachungskamera eines Hofes in Löwendorf kurz vor dem Verschwinden von Ulrich R. gemacht. Foto: privat

Angesichts der bisherigen Hinweise habe Ulrich R. eine große Wegstrecke zurückgelegt. Uhrzeiten und weitere Angaben der Zeugen würden das stützen. Polizeihunde hätten ebenfalls mehrere Fährten an diesen Orten am Mittwoch und Donnerstag aufgenommen. Sorgen bereitet sowohl den Einsatzkräften als auch der Familie, die unermüdlich mit Helfern und 80 Fahrzeugen auf der Suche ist, das Wetter. Das soll am Wochenende umschlagen, die Temperaturen deutlich sinken – eine Gefahr für den Vermissten.

„Der Mann ist etwa 1,85 Meter groß, 95 bis 100 Kilo schwer, hat dunkle lockige Haare und einen Bart. Er trägt schwarze Arbeitskleidung und eine schwarze Mütze. Anscheinend ist er fußläufig im Umland unterwegs und hat kein Handy dabei“, heißt es in der Personenbeschreibung der Polizei vom Donnerstag.

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