Evangelische Johanneswerk bietet neue Form der Beratung an
Per Telefon schneller zum Ziel

Bad Driburg (WB). Das Philipp-Melanchthon-Zentrum in Bad Driburg bietet einen neuen Service in Corona-Zeiten an: die telefonische Pflegeberatung.

Dienstag, 03.11.2020, 02:22 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 02:30 Uhr
Anna Arslan gehört zum Team derjenigen, die beim Evangelischen Johanneswerk die Anrufe aus Bad Driburg entgegennehmen. Die telefonische Pflegeberatung möchte die Menschen zielgesteuert an die richtigen Stellen bringen. Foto: Evangelisches Johanneswerk

Das Evangelische Johanneswerk als Träger der Senioreneinrichtung bietet diese unter 05253/9763 800 an. In Herford und Dortmund hat es mit dieser Form der Beratung schon positive Erfahrungen gesammelt.

Positive Erfahrungen

„Wir möchten die Menschen so zielgesteuert an die richtigen Stellen bringen“, erläutert Projektleiterin Corinna Behrens. In Gesprächen mit Angehörigen stelle sich immer wieder heraus, dass diese oft falsche Vorstellungen hätten für den Fall, dass ein Mensch in eine Pflegeeinrichtung soll. Das könne auf der einen Seite sein, dass eine stationäre Aufnahme angestrebt werde, obwohl diese nicht notwendig sei. Aber auch anders herum komme es immer wieder zu Missverständnissen.

Corinna Behrens: „Um Fragen in diesem Bereich schon im Vorfeld vernünftig beantworten zu können ohne dass die Kolleginnen und Kollegen aus den ambulanten oder stationären Einrichtungen schon in die Tiefe gehen, möchten wir dieses telefonische Angebot vorschalten.“ So könnten gezielt Angebote gemacht werden etwa in der ambulanten Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege oder anderen Bereichen. „So lassen sich die unterschiedlichen Angebote passgenau steuern“, erläutert die Projektleiterin.

Lange erreichbar

Dabei gehe es keinesfalls darum, vor Ort schon vorhandene Beratungsstrukturen zu untergraben oder schlecht zu reden. „Es ist nur so, dass die Erreichbarkeit derartiger Angebote nicht permanent gegeben ist“, führt die Fachfrau aus. Das Evangelische Johanneswerk halte sein Angebot montags bis freitags von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends vor. Am Samstag werde von 9 bis 16 Uhr informiert. So könnten Ratsuchende den Service auch zu Zeiten außerhalb ihrer Erwerbstätigkeit oder der Pflegezeiten nutzen.

Intern sei zudem ein so genanntes Ticketsystem bei der Beratung hinterlegt. Konkret bedeutet dies, dass der Fortschritt der Beratung in einer Software erfasst und festgehalten wird, so dass bei einer weiteren Kontaktaufnahme das Gespräch an der Stelle fortgesetzt werden kann, wo es zuletzt geendet hat. „Ein Anliegen, das schon einmal geschildert wurde, ist dann für alle nachvollziehbar“, beschreibt Corinna Behrens. Das geschehe selbstverständlich vor dem Hintergrund der geltenden Datenschutzbestimmungen.

Ticketsystem

In Dortmund und Herford habe man die Erfahrung gemacht, dass es ein wenig Zeit brauche, bis das Angebot angenommen wird. Wegen Corona seien die Menschen derzeit eher zurückhaltend mit allem, was mit Pflege zu tun habe. Gerade vor dem Hintergrund, dass man möglichst nicht aus dem Haus gehen solle, ergebe so ein telefonisches Angebot Sinn.

Der Anruf wird über die Bad Driburger Telefonnummer 05253/ 9763800 an die zentrale Pflegeberatung des Evangelischen Johanneswerkes geleitet. Die sei eng vernetzt mit dem Philipp-Melanchthon-Zentrum vor Ort.

„Sollte sofort in Bad Driburg ein Leistungsangebot benötigt werden, würden wir da auch nicht lange drum herum reden, sondern die Kolleginnen und Kollegen vor Ort direkt mit einbinden“, berichtet die Projektleiterin. Man habe sich absichtlich für eine Bad Driburger Nummer entschieden, weil die 0800er-Nummern vielfach nicht so beliebt seien.

Es gebe aber auch viele Themen außerhalb der Platzanfragen. Als Beispiele nennt die Fachfrau Vorsorgevollmachten, Familienpflegezeit und Leistungsansprüche, die den Menschen zustehen.

Viele Themen

So könne man ein passendes Angebot machen. „Sollte das innerhalb des Johanneswerkes nicht möglich sein, würden wir die Menschen immer auch an eine andere Einrichtung oder Anlaufstelle weiterzuleiten“, verspricht Corinna Behrens.

Wie Christa Köhler, Leiterin der Einrichtung in Bad Driburg, ergänzt, sei in der Regel die Möglichkeit gegeben, bei Bedarf einen Platz anbieten zu können. „Wir sind da sehr breit aufgestellt“, sagt sie. Zudem gebe es auch noch die Häuser des Johanneswerkes in Steinheim und Vörden, die im Zweifelsfall in Planungen einbezogen werden könnten.

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