Bad Driburg macht sich für die Elektromobilität stark
Kommt der klimafreundliche Verkehr?

Bad Driburg (WB). Bad Driburg soll klimafreundlicher werden, das hat sich die Verwaltung auf die Fahne geschrieben. Gemeint ist damit, dass mehr Elektroautos und auch E-Bikes über die Straße rollen. In der jüngsten Ratssitzung haben die Mitglieder der Rats mit großer Mehrheit dafür gestimmt, die neue Mobilitätsstrategie der Verwaltung zu forcieren. Die Klimaschutzbeauftragte Carola Mikus und Michael Schramek vom Fachbüro für strategische und operative Mobilitätsberatung Eco-Libro haben ausführlich ein umfangreiches Konzept vorgestellt, wie in der Kernstadt Bad Driburgs mehr E-Fahrzeuge unterwegs sein können. „Das Problem ist der ländliche Raum. Jeder, der auf den Dörfern ein Auto besitzt, wird dieses auch nutzen und kein Fahrzeug aus dem Car-Sharing-Angebot buchen. Das ist in Großstädten anders. Dort haben etliche Bewohner aus Platzgründen und/oder sehr guter S- oder U-Bahnanbindung kein Bedarf nach einem eigenen Auto“, sagte Michael Schramek in seinem Vortrag. Hier im ländlichen Raum müsse man anders denken und so solle die Verwaltung und somit das Rathaus zum Motor eines veränderten Mobilitätsverhaltens werden, sind sich Carola Mikus und Michael Schramek einig.

Donnerstag, 03.09.2020, 22:00 Uhr

Vier E-Autos und mehrere E-Bikes

Ihr Konzept sieht vor, die sechs Dienstfahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch vier E-Autos und mehreren E-Bikes zu ersetzen. Behördliche Dienstfahrten im Nahbereich können (je nach Wetterlage) so mit den E-Bikes durchgeführt werden. Die E-Bikes könnten hinter dem Rathaus in einem sicheren und trockenem Abstellplatz untergebracht werden. Ein Überbau ist bereits vorhanden. Für Dienstfahrten in der Umgebung – auch in die Dörfer – können die E-Autos benutzt werden. Diese stehen nach ersten Überlegungen am Rathaus, beim Abwasserwerk, an den Stadtwerken und an der neuen Kita in der Georg-Nave-Straße. Der letzte Standort ist bewusst deshalb nach ersten Planungen vorgeschlagen worden, weil die Angestellten dieser größten Kita im Kreis mehrfach täglich Dienstfahrten unternehmen müssen und so auf das eigene Auto verzichten könnten.

An Tourismus gedacht

Martina Denkner, Grüne-Stadtverordnete, zeigte sich hoch erfreut über die Pläne der Stadtverwaltung. Sie begrüßt es auch, wenn der Tourismus – ein wichtiges Standbein des Kurortes – mit in die Elektromobilität eingebunden werden könne. „Damit Urlauber, die ohne eigenes Auto anreisen, auch in diesem schönen Raum mobil sind und die Umgebung erkunden können“, sagte sie. Dies sei auch ein Anreiz für Touristen, Bad Driburg zu besuchen. Dafür müsse aber das Buchen des Car-Sharing-Autos ganz problemlos und über das Smartphone funktionieren. Das bisherige, städtische Car-Sharing-E-Auto muss relativ umständlich über das Rathaus/Bürgerbüro abgeholt werden. Zudem sollten die Ladestation als Schnellladestationen ausgelegt sein. „22 KW sind zu langsam, 55 KW Ladeleistung wären optimal“, merkte ein Ratsmitglied an. Michael Schramek schlug auch vor, dass in den Ortschaften jeweils eine Ladestation installiert werden könne. „Denn ist erst einmal eine Ladestation vorhanden, würde diese auch genutzt. Es ist auch denkbar, dass die städtischen Mitarbeiter die E-Autos mit nach Hause nehmen und diese dann abends von den Mitbürgern in den jeweiligen Stadtteilen genutzt werden können. Sichergestellt sein müsse dann aber, das die Fahrzeuge morgens wieder aufgeladen den städtischen Mitarbeitern zur Verfügung ständen. „Denn für die Car-Sharing-Unternehmen lohnt sich der Kauf eines E-Autos nur, wenn dieses viele gefahren wird“, ergänzte Michael Schramek. Bürgermeister Burkhard Deppe sagte zum Klimaschutz-Konzept: „Bad Driburg kann damit als Klimaschutzkommune eine echte Vorreiterrolle übernehmen. Es ist auch richtig und wichtig, dass wir als Verwaltung in dieser Sache als Vorbild vorangehen.“

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