Bewegende Momente: Band „Sunlight Garden“ zieht mit ihrer Bühne durch Dringenberg
Musiker machen’s mobil

Bad Driburg-Dringenberg (WB). An der Dringenberger Burg erklingen die Zeilen „Wenn am Himmel die Sterne tanzen und der Mond die Burg erhellt – das ist Dringenberg, meine Heimat, schönster Ort auf dieser Welt“. Passanten, die nach dem Gottesdienst zufällig vorbeikommen, singen inbrünstig mit. Einige haben Tränen der Rührung in den Augen. Es ist einer von vielen magischen Momenten, die die Band „Sunlight Garden“ am Pfingstwochenende mit einer besonderen Idee ermöglicht hat.

Samstag, 06.06.2020, 06:00 Uhr
Bei ihren spontanen Konzerten mit mobiler Bühne in Dringenberg haben die Musiker von „Sunlight Garden“ viele Zuhörer tief im Herzen berührt. Am Pfingstsonntag sorgte unter anderem Sängerin Jana Müller für eine besondere Atmosphäre. Foto: privat

Sicherheitsbestimmungen eingehalten

Mobile Foodtrucks werden auch im Kreis Höxter immer öfter gesehen, die Dringenberger Band wiederum servierte am vergangenen Samstag und Sonntag spontan an elf Orten im Dorf akustische Leckerbissen – und begeisterten viele mit ihrer in der Region wohl einzigartigen Aktion. Die Musiker zogen mit einer kleinen Bühne auf einem Anhänger durch Dringenberg und hielten einfach dort, wo Nachbarn sich am Zaun unterhielten und die Menschen Lust auf gute Live-Musik hatten. „Manchmal wurden auch noch weitere Nachbarn dazugerufen, die Aktion hat sich im Dorf schnell rumgesprochen. Einige sind uns sogar auf dem Weg durch Dringenberg gefolgt“, erzählt Bandmitglied Stefan Karwath. Er betont auch, dass bei allen spontanen Auftritten die Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden: „Alle haben vorbildlich Abstand gehalten und Masken aufgesetzt. Wir haben mit entsprechenden Hinweisen darauf aufmerksam gemacht.“ Mit von der Partie waren am Samstag und Sonntag neben Karwath auch die Musiker Insa Schumann, Jana Müller und Markus Blume mit Gesang, Keyboard und Gitarre. Die Bandmitglieder Verena Brödling und Ingo Fleckner legen derzeit eine Pause ein, weil sie sich – wie Karwath sagt – um den musikalischen Nachwuchs kümmern.

Besuch beim Königspaar

Gespielt hat die Band an beiden Abenden auch je einen geplanten Auftritt beim Dringenberger Königspaar Petra und Ralf Wecker, im Burgdorf wird über Pfingsten nämlich das traditionelle Schützenfest gefeiert – eigentlich. Den Königstanz gab es deshalb trotz Corona dieses Mal halt auf dem Wendekreis am „Sauerberg“ und nicht in der festlich geschmückten Stadthalle. „Sie haben sich sehr über unseren Besuch gefreut – ebenso wie viele Gäste bei unseren weiteren spontanen Auftritten. Die Atmosphäre hat nicht nur die Zuhörer, sondern auch uns tief im Herzen berührt“, sagt Stefan Karwath: „Es war einfach etwas ganz Besonderes, endlich wieder zusammen auf der Bühne zu stehen und den Leuten in dieser tollen Ortschaft in der schweren Corona-Zeit ein wenig Freude zu schenken. Man hat einmal mehr gespürt, dass Musik Menschen verbindet und uns alle auch in der Krise Hoffnung geben kann.“

Die Idee zu der besonderen Aktion kam Stefan Karwath und Markus Blume spontan „beim Bierchen“ auf Christi Himmelfahrt. „Eigentlich wollten wir mal den Karnevalsumzug live begleiten. Jetzt haben wir dieses Konzept dann einfach für die Corona-Zeit übernommen, unseren Anhänger zur mobilen Bühne umgestaltet, ein starkes Stromaggregat gekauft – und schon konnte es losgehen“, berichtet der Musiker.

20-jähriges Bestehen in der Corona-Krise

Dessen Band, die durch viele Veranstaltungen im Kreis Höxter in der Region bekannt ist, feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen – doch durch die Corona-Krise mussten nach lediglich drei Konzerten in den ersten Monaten alle weiteren Auftritte abgesagt werden. Karwath: „Das tut uns in diesem besonderen Jahr natürlich auch besonders weh. Dabei geht es für uns als Hobbymusiker gar nicht in erster Linie um den finanziellen Aspekt – auch wenn die einkalkulierten Einnahmen nun wegfallen. Vielmehr schmerzt es, dass wir unsere Liebe zur Musik derzeit nicht in der gewohnten Art und Weise teilen können.“ Nicht zuletzt deshalb habe es besonders gut getan, endlich einmal wieder Menschen mit dem „Sunlight Garden“-Sound zu erfreuen.

Die einzigartige Idee der Musiker habe sich auch schon bis in die Nachbarorte herumgesprochen. Die Resonanz sei beeindruckend, es gebe bereits Anfragen. Weitere seien auf www.sunlight-garden.de möglich. Wo und wann Auftritte stattfinden könnten, verrät die Band nicht. „Aus Sicherheitsgründen wollen wir große Ansammlungen vermeiden – und außerdem ist spontan doch eh am schönsten“, so Karwath.

Apropos spontan: Die Hymne auf ihre Heimat hat die Band im Laufe ihrer Konzert-Tour auch etwas umgedichtet: „Wenn Corona uns auf Abstand hält, und ein Dorf zusammenhält – das ist Dringenberg, meine Heimat, schönster Ort auf dieser Welt.“

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