Edeltraud Parensen besucht Nähcenter in Südafrika – Corona-Krise hat Land erreicht
Frauen nähen Schulkleidung

Bad Driburg-Dringenberg (WB/sos). Wenige Tage, bevor das Land seine Grenzen geschlossen hat, ist Edeltraud Parensen, Vorsitzende der Yebo Zululand Initiativen, von ihrer diesjährigen Südafrikareise zurückgekehrt. In der Zeit vom 11. Februar bis 11. März hat sie zusammen mit Hermann Schuten vom Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst die von dem Verein aus Dringenberg unterstützten Projekte in der Diözese Eshowe besucht.

Donnerstag, 09.04.2020, 05:40 Uhr
Unter Leitung von Schwester Teressa Zungu haben Frauen damit begonnen, Schulkleidung für nahegelegene Schulen zu nähen. Wegen der Corona-Krise haben sie die Nähmaschinen inzwischen mit nach Hause genommen. Foto: Yebo Zululand Initiativen

„Vor meiner Abreise aus Südafrika gab es bereits erste Corona-Erkrankungen in Johannesburg, Kapstadt und Durban. Die Epidemie schien von uns weit weg zu sein. Doch das hat sich geändert. Der südafrikanische Staat hat rigoros Vorsorge getroffen. Am 18. März wurde bereits ein Einreiseverbot für Ausländer aus betroffenen Ländern ausgesprochen. Deutschland gehörte sofort dazu. Die Schließung aller Landesgrenzen und Flughäfen wurde angeordnet. Die Schulen sind geschlossen, und seit dem 27. März gilt eine Ausgangssperre (‚Lock down‘) für 21 Tage“, berichtet Edeltraud Parensen.

Sie fragt sich mit Sorge, wie das Land diese Krise meistern wird und wie in den Townships, wo die Menschen dicht an dicht wohnen, Isolation realisiert werden kann. „Die vielen HIV-Infizierten im Land leben mit einer Immunschwäche. Wie sind die Krankenhäuser im Hinterland für eine Epidemie ausgerüstet? Die Stimmung schwankt von großer Angst bis Ignoranz.“ Die Frauen eines Nähcenters haben ihre Nähmaschinen Ende März mit nach Hause genommen, um dort an den Schuluniformen, die sie gerade anfertigen, weiterzuarbeiten.

Bischof Xolelo Thaddeus Kumalo, Eshowe, Edeltraud Parensen, Hermann Schuten (Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst) und Pfarrer Bongani Xulu.

Bischof Xolelo Thaddeus Kumalo, Eshowe, Edeltraud Parensen, Hermann Schuten (Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst) und Pfarrer Bongani Xulu. Foto: Yebo Zululand Initiativen

Ausbau mit Fördermitteln unterstützt

Die Yebo Zululand Initiativen und der Internationale ländliche Entwicklungsdienst (ILD) haben den Aufbau dieses Nähcenters mit dem Namen „Innovation House“ mit Fördermitteln und Spenden unterstützt. Die Einweihung gehörte, so Edeltraud Parensen, jetzt zu den Höhepunkten ihrer Reise.

Schulungen prägen dort das Programm. Ebenso haben die Frauen unter Leitung von Schwester Teressa Zungu von den südafrikanischen Holy Childhood Sisters begonnen, Schulkleidung für nahegelegene Schulen zu nähen. Jetzt hoffen sie, dass es noch Fördermittel für die dringend benötigte Stickmaschine für die gestickten Logos auf den Schuluniformen geben wird. „Jede Schule ist stolz auf ihr Logo.“

Entstanden ist das Nähcenter, das inzwischen zehn Außenstellen im gesamten Zululand betreibt, aus Kursen, die Schwester Teresa für Frauen aus der Umgebung von Eshowe vor vier Jahren angeboten hat. Jetzt rattern im „Innovation House“ unentwegt die Nähmaschinen. Schneider Sipho Makhanya gibt sein Wissen an viele Frauen weiter.

Nachfrage nach Schulkleidung

Für sie bedeutet das soziale Miteinander eine wertvolle Stütze zur Bewältigung des Alltags. „Außerdem können sie mit Hilfe der Ausbildung zum Unterhalt ihrer Familien beitragen.“ Zu den zahlenden Kunden gehören die Schulen im Land. Die Nachfrage nach Schulkleidung ab der ersten Klasse ist groß.

Zur Einweihung des Nähcenters hat Schneider Sipho Makhanya gemeinsam mit seinen Studentinnen eine Modenschau organisiert, in der die Frauen ihre selbst genähten Kleider einem großen Publikum präsentieren konnten. Stolz schritten sie über den improvisierten Laufsteg.

Zusätzlich zu den Nähgruppen haben die Yebo Zululand Initiativen auch den Aufbau landwirtschaftlicher Projekte gefördert. Neben dem Besuch dieser Projekte haben Edeltraud Parensen und Hermann Schuten vom Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst die Mitarbeiter beim Strukturaufbau der Entwicklungsarbeit in der Diözese Eshowe unterstützt.

Eine Geschäftsführerin leitet inzwischen das Development Office: Dineo Matseembi aus Pretoria. Zwei Wochen pro Monat wird sie in Eshowe im Einsatz sein. Dineo Matseembi hat große Erfahrung im Bereich Entwicklungsarbeit durch ihre Tätigkeit bei der Südafrikanischen Bischofskonferenz. Sie wird dabei durch einen Koordinator und einen Buchhalter unterstützt.

Dieser hat ebenfalls langjährige Berufserfahrung. „Wir freuen uns, mit ihnen kompetente Mitarbeiter für die zahlreichen Aufgaben des Entwicklungsbüros gefunden zu haben“, sagt Edeltraud Parensen, die den Mitgliedern des Vereins eigentlich bei der am 4. April geplanten Jahreshauptversammlung von ihrer Südafrikareise erzählen wollte. „Zu gegebener Zeit werden wir erneut einladen“, kündigt die Vorsitzende an.

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