Kornelia Gröne (57) leistet Bundesfreiwilligendienst
„Gewinn für beide Seiten“

Bad Driburg (WB). Wer in diesen Tagen als Patient in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg aufgenommen wird, kann als erste Ansprechpartnerin dort gut an Kornelia Gröne geraten. Die 57-Jährige leistet ihren Bundesfreiwilligendienst ab – und ist damit eine von nur zwei „Ü50-Bufdis“ im gesamten Kreis Höxter.

Donnerstag, 12.03.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 06:01 Uhr
Kornelia Gröne leistet ihren Bundesfreiwilligendienst in der Knappschafts-Klinik in Bad Driburg. Aktuell ist die 57-Jährige dort in der Patientenaufnahme eingesetzt und somit die erste Ansprechpartnerin der Neuankömmlinge. Foto: Sylvia Rasche

Gröne hat ihr Jahr in der Knappschafts-Klinik schon fast beendet. Sechs Wochen liegen noch vor ihr. „Es war eine interessante Zeit, in der ich viel gelernt habe“, sagt die frühere Post-Beamtin. Sie leistet den Bundesfreiwilligendienst im Rahmen einer Vorruhestandsregelung, dem sogenannten „engagierten Ruhestand“, ab.

Ehemalige Postbeamtin

Dabei hat sie die Arbeit mit Menschen schon immer interessiert „Ich habe mich als 17-Jährige nicht nur bei der Post, sondern damals auch für eine Ausbildung als Arzthelferin beworben, mich dann aber doch für die Post entschieden“, berichtet die Lotherin. Zuletzt war sie dort im Vertragsmanagement tätig - mit einer langen Wegstrecke täglich zur Arbeit.

In der Knappschafts-Klinik hat sie in der Anfangszeit auf der Station geholfen. „Wiegen, Laborergebnisse verteilen, mal den Essenswagen zurückbringen“, waren nur einige ihrer Tätigkeiten. Inzwischen ist sie in der Patientenaufnahme eingesetzt und damit oft erste Ansprechpartnerin der Neuankömmlinge. „Es ist schön, wenn man den Patienten helfen kann“, betont die 57-Jährige.

Erster Ü50-Bufdi

„Wir profitieren sehr von der Lebenserfahrung und dem Hintergrundwissen von Frau Gröne. Sie begegnet den Patienten auf einer ganz anderen Ebene als man das von einem jungen Bundesfreiwilligen erwarten kann“, stellt Anke Gößling, stellvertretende Verwaltungsleiterin der Knappschafts-Klinik, heraus. Drei Bundesfreiwilligenstellen hat die Klinik jährlich im Angebot, zwei in der Pflege und eine in der Haustechnik.

Kornelia Gröne war die erste Ü50erin, die eine dieser Stellen besetzt hat, und hat auch bei der Pflegedienstleiterin Annette Baacke einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Sie hebt vor allem die „hohe Sozialkompetenz und den hohen Grad an Zuverlässigkeit“ der Lotherin hervor. „Die Zusammenarbeit war sehr gewinnbringend für beide Seiten. Wir sind traurig, dass das Jahr schon bald vorbei ist“, sagt Baacke und erntet die uneingeschränkte Zustimmung der Bundesfreiwilligen.

Hohe Sozialkompetenz

Die hat in ihrer Zeit in der Knappschafts-Klinik auch die vorgeschrieben Seminare besucht und dabei andere „Bufdis“ und deren Geschichten kennen gelernt. „Wir hatten in den Seminaren auch junge Mütter, die den Dienst genutzt haben, mal ein völlig anderes Berufsfeld kennenzulernen und sich neu zu orientieren oder auch Rentner, die sich engagieren wollten“, berichtet Kornelia Gröne. Man müsse sich einfach auf etwas Neues einlassen, sagt die 57-Jährige und wirbt gleichzeitig für den Bundesfreiwilligendienst. „Es ist viel zu wenig bekannt, dass man den Dienst in jedem Alter antreten kann und eben nicht nur als junger Mensch direkt nach der Schule“, sagt Gröne.

Sie hat in ihrem Jahr in der Knappschafts-Klinik viele interessante Erfahrungen gesammelt und ist froh, sich für diesen Weg entschieden zu haben.

Der Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst bieten Frauen und Männern nach Erfüllung der Schulpflicht die Möglichkeit, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren, eine Obergrenze gibt es nicht. Der Dienst dauert in der Regel ein Jahr. Einsatzstellen werden zum Beispiel von Wohlfahrtsverbänden, Krankenhäusern, Kinderheimen, aber auch Sportvereinen, Museen oder anderen Kultureinrichtungen angeboten.

Aktuell leisten in Deutschland gut 40 000 Menschen den Bundesfreiwilligendienst, davon sind 30 000 unter 27 Jahre alt. In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 9000 „Bufdis“, davon 8000 unter 27, aber auch 25 über 65 Jahren. Im Kreis Höxter sind aktuell 57 Bundesfreiwillige im Dienst, 55 sind unter 27, zwei über 50 Jahre alt.

Informationen gibt es beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben im Internet unter www.bundesfreiwilligendienst.de Dort kann man auch nach freien Stellen in der Region Ausschau halten.

 

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