Dr. Volker Knapczik seit 20 Jahren Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am St.-Josef-Hospital Bad Driburg
„Offene Türen“ für seine Patienten

Bad Driburg (WB). Stress im Job, weniger Zeit im Alltag, immer höhere Anforderungen an sich selbst: „Während es wegen des demografischen Wandels immer mehr ältere Patienten gibt, leiden auch immer mehr junge Leute unter Depressionen, Burn Out oder Suchtproblemen“, sagt Dr. Volker Knapczik. Und er weiß, wovon er spricht: Seit 25 Jahren ist der 60-Jährige am St.-Josef-Hospital in Bad Driburg tätig – 20 Jahre davon leitet er die Klinik für Psychiatrie. und Psychotherapie.

Samstag, 07.03.2020, 06:00 Uhr
Dr. Volker Knapczik arbeitet seit 25 Jahren am St.-Josef-Hospital in Bad Driburg. Foto: KHWE

Wer Dr. Volker Knapczik in der zweiten Etage des St.-Josef-Hospitals über den Weg läuft, begegnet einem herzlichen und aufgeschlossenen Arzt. Ursprünglich, erinnert sich der passionierte Mediziner zurück, wollte er nach seinem Studium als Hausarzt tätig sein. „Nachdem ich jedoch erste Erfahrungen in der Psychiatrie gesammelt hatte, war schnell klar, dass ich auch in diesem Bereich arbeiten möchte. Die Arzt-Patienten-Beziehung ist intensiv, es bleibt mehr Zeit für Gespräche“, sagt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Mit seiner zusätzlichen neurologischen Facharztausbildung hat der Chefarzt auch die körperlichen Probleme seiner Patienten im Blick und arbeitet bei Bedarf mit den somatischen Abteilungen im St.-Josef-Hospital eng zusammen. Dr. Knapczik: „Unsere Psychiatrie ist die einzige im Kreis Höxter und gewährleistet die Pflichtversorgung für die Bevölkerung.“

Neue therapeutische Ansätze

Warum immer mehr junge Leute psychologische Hilfe und Orientierung suchen, liegt für Dr. Volker Knapczik klar auf der Hand: „Schützende Systeme wie Familie oder Nachbarn sind im Vergleich zu früher oft nicht mehr vorhanden“, sagt er, „vor allem wegen häufiger Arbeitsplatz- oder Wohnortwechsel haben die Menschen weniger stabile soziale Kontakte vor Ort, die ihnen in emotional schwierigen Situationen helfen können.“

So wie die psychologischen Herausforderungen und Krankheitsbilder sich in den vergangenen 25 Jahren gewandelt haben, so haben sich auch die Therapieformen entwickelt: Ausgehend von Psychoanalyse und Verhaltenstherapie haben sich bis heute zahlreiche weitere Psychotherapie-Verfahren etabliert und werden von kreativ-therapeutischen Ansätzen wie Kunst- oder Musiktherapie ergänzt. Und auch bei der medikamentösen Behandlung der Patienten gibt es heute mehr Möglichkeiten – und weniger Nebenwirkungen.

20 Ärzte und Psychologen

Die besondere architektonische Gestaltung der Klinik schafft eine warme, angstfreie und beziehungsfördernde Atmosphäre und ermöglicht ein harmonisches Miteinander. Dr. Volker Knapczik: „Grundsätzlich leben wir unser Konzept der ‚offenen Türen‘: Durch die räumliche Nähe haben unsere Tagesklinikpatienten Zugang zum gesamten Therapiespektrum der psychiatrischen Abteilung. Zudem können stationär behandelte Patienten frühzeitig in eine Therapiegruppe integriert werden, in der sie die Behandlung als Tagesklinikpatient fortsetzen und so bei ihrem vertrauten Therapeutenteam bleiben können.“ Das Team, bestehend aus 20 Ärzten und Psychologen, behandelt jährlich etwa 1500 Patienten stationär und 2000 Fälle ambulant.

Der Zeit angepasst

Dr. Volker Knapczik blickt mit Stolz auf die vergangenen Jahre als Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie zurück. „In dieser Zeit wurden die Betten aufgestockt, es wurde renoviert, ein neuer Anbau für therapeutische Maßnahmen errichtet und mehr Therapien angeboten“, sagt er.

Die Klinik habe sich der Zeit angepasst und weiterentwickelt. „Aber: Ich hatte damals das Glück, dass die Abteilung unter meinem Vorgänger und Gründer der Klinik (1968), Dr. Hanns Philipzen, so gut aufgestellt war und es tolle und engagierte Mitarbeiter gab und gibt. Auf diesem guten Fundament konnte ich aufbauen“, erinnert sich Dr. Knapczik, der sich darüber hinaus als erster Vorsitzender des Vereins „Nachbarn“ im Kreis Höxter für die Integration und Freizeitaktivitäten psychisch kranker Menschen einsetzt. Außerdem engagiert er sich im Kuratorium der Stiftung Integ.

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