Vom Burgtheater nach Köln: Niels Bernard will nach Profi-Ausbildung durchstarten
Liebe zum Schauspiel in die Wiege gelegt

Bad Driburg-Dringenberg (WB). Vom Burgtheater raus auf die Bretter, die die Welt bedeuten – das ist schon seit geraumer Zeit der Traum des Dringenbergers Niels Bernard (24). Diesen lebt er nun seit mehr als zwei Jahren: Im Sommer hat er seine Ausbildung zum Schauspieler an der „Film Acting School“ in Köln abgeschlossen.

Mittwoch, 08.01.2020, 00:22 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 10:10 Uhr
Niels Bernard aus Dringenberg hat seine Schauspielausbildung in Köln abgeschlossen und will ab sofort durchstarten. Seine ersten Schritte auf der Bühne hat er im Burgtheater Dringenberg bereits als Kind gemacht. Foto: Film Acting School Cologne
Den Zuschauern des Burgtheaters ist Niels Bernard vor allem durch seine besondere Mimik in Erinnerung – hier in einer Szene aus dem Stück „Komm raus aus dem Schrank“.

Den Zuschauern des Burgtheaters ist Niels Bernard vor allem durch seine besondere Mimik in Erinnerung – hier in einer Szene aus dem Stück „Komm raus aus dem Schrank“. Foto: Dennis Pape

Die Liebe zum Schauspiel wurde ihm in die Wiege gelegt – denn die Familie Bernard prägt die Geschichte des beliebten Dorf-Theaters seit Jahrzehnten mit.

Das Burgtheater Dringenberg hat am vergangenen Wochenende unter abermals großem Applaus die letzte Aufführung des diesjährigen Stückes „Eine Überraschung ist zu wenig“ gemeistert und erneut hunderte Gäste begeistert.

Ganze Familie spielt mit

Dieses Mal stand Niels Bernard zwar nicht mit auf der Bühne, war aber dennoch dabei, wenn es die Zeit erlaubte. „Ich habe schon vor meiner Geburt im Bauch meiner Mutter zum ersten Mal auf der Bühne des Burgtheaters in Dringenberg gestanden“, sagt der 24-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Auch sein Vater Thomas, Onkel Joachim und Bruder Jannik haben bereits in Dringenberg gespielt. Bevor es das Burgtheater überhaupt gab, war Oma Monika schon in den 1950er Jahren in „Ben Hur“ oder „Der Freischütz“ zu sehen.

„Niels ist wie viele unserer heutigen Darsteller und Mitglieder durch die Eltern zum Theater gekommen und hat die ersten Schritte bei den Kinderstücken, die wir alle zwei bis drei Jahre arrangieren, gemacht. Er ist immer schon durch seine besondere Mimik aufgefallen“, betont die aktuelle Regisseurin Ingrid Pape.

Nach seinem Debüt auf der Hauptbühne im Winter 2012 in „It’s now or never“ spielte Niels Bernard bis 2017 in verschiedenen Stücken und überzeugte unter anderem auch in lustigen Charakterrollen wie einem Dorftrottel. Das kommentiert er heute mit seinem ganz eigenen Humor: „Da musste ich mich nicht groß verstellen.“

Lustige Charakterrollen

Ohnehin bringe man als Schauspieler eine Menge von der eigenen Persönlichkeit mit in seine Rolle ein – das habe er nicht zuletzt in der Schauspielschule in Köln gelernt. „Man muss sich zunächst selbst kennen, um andere spielen und Emotionen ausleben zu können. Ich habe in den zwei Jahren viel über mich gelernt“, sagt der Dringenberger, der besonders gerne außergewöhnliche Charaktere spielt.

„Die Persönlichkeit dahinter darf gerne tiefgründig sein – das fasziniert mich.“ Die Einarbeitung in eine Rolle sei dabei noch einmal deutlich mehr Arbeit als das Spielen an sich. So sei er beispielsweise bei einer Improvisationsveranstaltung seiner Schauspielschule in die Rolle eines Obdachlosen in der Aachener Straße in Köln geschlüpft – „die Reaktion der Menschen, die nicht wussten, dass ich ein Schauspieler bin, waren bemerkenswert. Da sieht man die Welt mit anderen Augen“.

In den zwei Jahren am Rhein wurde Bernard in vielfältigen Bereichen ausgebildet: Neben klassischem Theater gab es unter anderem auch ein Stimmtraining. „Es geht darum, richtig zu atmen und die Resonanzräume des Körpers zu kennen.“ Weitere Eckpfeiler der Ausbildung waren Tanz sowie Krafttraining – „denn unser Körper ist unser Instrument“. Im Kameratraining wurden darüber hinaus Kurzfilme gedreht.

Niels Bernards größter Wunsch sei es, glücklich mit seinem Beruf zu sein und im besten Fall davon leben zu können – denn als Schauspieler sei man immer auf der Suche nach Engagements.

Immer auf der Suche

„Ich bin offen für Film- und Fernsehen. Mir geht es jedoch nicht darum, im TV-Bereich möglichst schnell reich oder berühmt zu werden – ich liebe einfach das, was ich tue, und das ist sehr viel wert. Ich möchte mich als Sprecher für die Werbung oder die Synchronisation von Filmen etablieren und weiter Theater spielen.“

Ein Job flatterte beispielsweise an diesem Montag ins Haus: „Im Februar spiele ich einen Märchenprinzen in der Burg Satzvey in der Eifel.“ Derzeit ist er auch auf der Suche nach einer Agentur, werkelt an einem eigenen Tonstudio, um sich ein Portfolio als Sprecher aufzubauen.

Wohin es Niels Bernard in seiner noch jungen Laufbahn auch bringen wird, seine Wurzeln – das Burgtheater Dringenberg – wird er nicht vergessen. „Das ist und bleibt Familie. Damit verbinde ich unzählige schöne Erinnerungen und tolle Momente.“

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