Alice und ihre Freunde begeistern beim Laientheater in Reelsen Atemlos ins Wunderland

Bad Driburg-Reelsen (WB). Es ist eines der bekanntesten Märchen der Weltliteratur und wurde schon unzählige Male erzählt, und doch wohnt der Geschichte um »Alice im Wunderland« ein unsterblicher Zauber inne, der auch die Zuschauer in der Reelser Martinushalle in seinen Bann zog: Bei der gut besuchten Premiere am Samstagnachmittag konnten sich die Akteure der Theatergruppe über lang anhaltenden Beifall der Besucher freuen.

Von Iris Spieker-Siebrecht
Elaine Assig als Alice bereist das Wunderland und begegnet dabei dem menschengroßen Kaninchen. In dieser Rollte brilliert Dr. Uwe Schicktanz. Die Hauptrolle ist doppelt besetzt. Lena Freitag spielt die kleine Alice.
Elaine Assig als Alice bereist das Wunderland und begegnet dabei dem menschengroßen Kaninchen. In dieser Rollte brilliert Dr. Uwe Schicktanz. Die Hauptrolle ist doppelt besetzt. Lena Freitag spielt die kleine Alice. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Dabei war die Inszenierung, für die Dr. Peter Kleine und Dorothea Worm-Hellwig als Regisseure verantwortlich zeichneten, keineswegs nur auf das junge Publikum gezielt. Auch die Erwachsenen kamen bei der lustigen, temperamentvollen und musikalischen Erzählung auf ihre Kosten. »Wer das Stück gar nicht kennt, könnte sagen es ist albern. Ist es vielleicht auch – aber es hat Witz und Verstand«, sagt Dr. Peter Kleine. »Es wachsen wunderbare Pflanzen, Menschen und Tiere sind bunt gekleidet, und das tägliche Leben entspricht so ganz und gar nicht den Regeln und Gesetzen der realen Welt. Der Autor präsentiert dem Publikum eine Alice, die dem schier grenzenlosen Wortwitz und Phantasiereichtum der Traumwelt aber bravourös gewachsen ist«.

In dieses Wunderland entführt die Theatergruppe ihre Gäste. Die überaus aufwendigen, bunten und vielfältigen Kulissen ergänzten sich mit den detailverliebten und prächtigen Kostümen, jede Figur war liebevoll gezeichnet und gespielt.

Kaninchen hüpft eilig über die Bühne

Lena Freitag als kleine Alice und Elaine Assig als große bereisten das Wunderland auf der Suche nach ihrer Katze Dina und begegneten im Wunderland allerlei merkwürdigen Kreaturen. Da war als erstes ein menschengroßes Kaninchen, das zur Melodie von »Atemlos durch die Nacht« eilig über die Bühne hüpfte, um ja nicht zu spät zur Herzkönigin zu kommen. In der Rolle des Kaninchens brillierte Dr. Uwe Schicktanz.

Auf den Spuren der Katze begegneten die beiden Hummer und Suppenschildkröte (Anke Söthe und Andrea Heinemann), die in einem Kochtopf auf der Flut von Alices Tränen ruderten und fröhlich »Da fahrn wir übern See, übern See« sangen, einem Frosch (Achim Weitzenbürger) und einer kleinen Spinne (Silas Tischer). Eine weitere wichtige Person im Wunderland ist die weise rauchende Raupe, die in Rätseln spricht und Wortspiele liebt. Mit Tony Kaltenberg als Darsteller wurde die Raupe musikalisch, viele Szenen- und Bühnenwechsel begleitete er gekonnt mit Gitarre und Gesang.

Hysterische Königin hält Hof

Rätselhaft und schwer zu durchschauen, manchmal auch gar nicht zu sehen – natürlich durfte die Grinsekatze nicht fehlen. Kyara Cassel leckte hingebungsvoll ihre »Pfoten« in einem märchenhaften Kostüm. Ebenso üppig und wunderbar war auch die Ausstattung der Blumenkönigin (Edelgard Grau) und ihrer Kinder (Sophia Beckmann und Antje Freitag), denen Alice daraufhin begegnete. Blüte über Blüte schmückten die Kleider. Als nächstes traf Alice auf die Teegesellschaft von Hutmacher, Märzhase (Marius Ramlow) und Schlafmaus (Kim Schönwald). Der Hutmacher wurde wunderbar bunt und facettenreich, gleichermaßen irre wie weise von Peter Söthe gespielt. Letztendlich führt die Reise Alice und ihren Begleiter, das Kaninchen, zur Herzkönigin, und natürlich sind sie zu spät.

Die hysterische Königin (Sylvia Tischer) hält Hof, König (Heinz Grewe) und Spielkartensoldat (Andreas Mügge) huldigen ihr gleichermaßen, hat doch das ganze Wunderland Angst vor der opulent gekleideten Cholerikerin. In einer wunderbaren Szene singen alle Wunderlandbewohner die Nationalhymne des Reiches, »Ich glaube an Wunder«, nach der Melodie »I have a Dream« von ABBA.

Weitere Vorstellungen im Dezember

Wer nun wissen möchte, wie die Begegnung zwischen der Herzkönigin und Alice verläuft und ob das Mädchen und seine Katze zurück in die Wirklichkeit finden, kann dies bei den weiteren Vorstellungen am 1., 7. und 8. Dezember jeweils um 16 Uhr in der Martinushalle erfahren.

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