Erste Begehung in der Südoststadt – Menschen mit Handicap im Mittelpunkt Fußverkehr im Alltagstest

Bad Driburg (WB). Es ist die nachhaltigste Form der Fortbewegung und kommt in der Verkehrsplanung aus verschiedenen Gründen oft zu kurz: das Gehen. In Bad Driburg soll sich das jetzt ändern. Die Stadt hatte beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check den Zuschlag erhalten.

Von Jürgen Köster
Ratsmitglieder und Bürgermeister Burkhard Deppe erhielten anhand von Simulationsbrillen einen Eindruck davon, wie schwierig es für sehbehinderte Menschen sein kann, sich im Straßenverkehr angstfrei zu bewegen. Auch Thomas Cillessen (links), Ansprechpartner der Stadt Bad Driburg für Menschen mit Handcap, nahm an der Begehung teil.
Ratsmitglieder und Bürgermeister Burkhard Deppe erhielten anhand von Simulationsbrillen einen Eindruck davon, wie schwierig es für sehbehinderte Menschen sein kann, sich im Straßenverkehr angstfrei zu bewegen. Auch Thomas Cillessen (links), Ansprechpartner der Stadt Bad Driburg für Menschen mit Handcap, nahm an der Begehung teil. Foto: Jürgen Köster

Nach einer Auftaktveranstaltung gehören zu diesem Check zwei Begehungen als wesentliche Bausteine. Die Routen dafür wurden bei der ersten Veranstaltung im Melanchthon-Haus festgelegt. »Fußverkehrs-Checks bieten die Möglichkeit, einen Prozess zur Förderung des Fußverkehrs in der Kommu­ne zu initiieren, erste Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs umzusetzen, die Verwaltung und Politik für die Bedürfnisse der Fußgänger zu sensibilisieren und gleichzeitig die Zielgruppe besser zu beteiligen«, heißt es von Seiten des Netzwerkes Mobilität NRW. Dessen für OWL zuständige Koordinatorin Ann-Kathrin Koch war am Freitag ebenso bei der ersten Begehung dabei wie Andrea Fromberg vom Fachplanungsbüros VIA aus Köln.

Zielgruppe besser beteiligen

»Die Checks passen zeitlich sehr gut in die Erstellung des Verkehrs- und Wegeleitkonzeptes für die Südoststadt, das ebenfalls bereits in Arbeit ist und durch das Fachplanungsbüro Planersocietät aus Dortmund erarbeitet wird. Die Erkenntnisse der Begehungen werden auch in dieses Konzept Eingang finden«, sagte Baudezernent Martin Kölczer.

Bei der ersten Begehung standen mobilitätseingeschränkte Menschen, Senioren und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer im Fokus. Ann-Kathrin Koch hatte eine Auswahl an Brillen mitgebracht, die es ermöglichen die unterschiedlichsten Sehbeeinträchtigungen zu simulieren. Mehrere Ratsmitglieder und auch Bürgermeister Burkhard Deppe verschafften sich hier einen Eindruck davon, wie eine solche Beeinträchtigung wirkt und wie schnell sich Unsicherheit bei der Teilnahme am Fußverkehr einstellt.

Auch Thomas Cillessen, Ansprechpartner der Stadt Bad Driburg für Menschen mit Handicap, war mit weiteren Teilnehmern bei der Begehung dabei, bei der schnell diverse Hindernisse für Rollstuhlfahrer ausgemacht wurden.

Hindernisse für Rollstuhlfahrer

Bei dem zweiten Fußverkehrscheck Anfang Dezember soll die Situation aus der Sicht von Grundschulkindern und den Gesamtschülern im Quartier beurteilt werden. Hier stehen die Schulwege auf dem Prüfstand und die für die Zielgruppen häufigsten Wegebeziehungen.

Laut Martin Kölczer sollen die Ergebnisse der Begehungen im Februar des kommenden Jahres der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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