Wirtschaftsdialog im Kreis Höxter am Bilster Berg
Mobiles Arbeiten als Chance

Bad Driburg-Pömbsen (WB). Der Wirtschaftsdialog im Kreis Höxter zeigt sich mit neuem Gesicht und will unter dem Motto »Arbeit zukunftsfähig gestalten« mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ins Gespräch kommen und neue Impulse setzen. Der diesjährige Wirtschaftsdialog beginnt am Dienstag, 19. November, um 15.30 Uhr am Bilster Berg und nimmt das Thema »mobiles Arbeiten« in den Fokus.

Montag, 04.11.2019, 01:45 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 05:01 Uhr
Jürgen von Glasenapp vom Bilster Berg, Sarah Thiet, Kreis Gleichstellungsbeauftragte, Ulrike Rustemeier, Gleichstellungsbeauftragte von Bad Driburg und Clara Drewes Gleichstellungsbeauftragte von Brakel sowie Gerrit Fischer vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL und Tatjana Disse von der GfW freuen sich auf viele Anmeldungen zum Wirtschaftsdialog am Bilster Berg. Foto: Jürgen Köster

»Mobiles Arbeiten als Chance sehen«, ist das Ziel des Arbeitskreises um Gerrit Fischer vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, die die Veranstaltung gemeinsam mit Tatjana Disse, Prokuristen der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW) und Vertreterinnen des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Höxter, Carla Drewes aus Brakel und Ulrike Rustemeier aus Bad Driburg ausrichtet. Sie wollen die Unternehmerinnen und Unternehmer einladen, die Fachkräfteentwicklung der Zukunft aktiv mitzugestalten und neue Methoden der Arbeitsgestaltung auszuprobieren.

»Dabei geht es nicht darum, dass alle Beschäftigten fünf Tage die Woche von zu Hause aus arbeiten«, stellt Gerrit Fischer klar, »es geht vielmehr um die Möglichkeit, ab und zu einen Tag oder maximal zwei Tage in der Woche außerhalb des Büros zu arbeiten.«

Ungenutzte Potentiale

Im Alltag gebe es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Situationen, in denen die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten einen großen Koordinierungsaufwand vermeiden kann. Das könnten lange Pendelstrecken sein, die mit einem Homeoffice-Tag effizienter mit Arbeitszeit genutzt werden könnten, kranke Kinder, die keine Dauerbetreuung brauchten, aber eben auch nicht alleine zu Hause sein könnten oder die Lieferung des neuen Sofas, die zwischen 8 Uhr und 16 Uhr angemeldet sei. Insbesondere könne die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort bisher ungenutzte Potentiale weiblicher Beschäftigter stärker in den Fokus rücken.

Dass mobiles Arbeiten sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für die Unternehmen selbst viele Vorteile hat, zeigten Studien. Gerrit Fischer: »Sie ergeben, dass Beschäftigte sehr viel zufriedener sind, wenn sie ihr Berufs- und Privatleben besser miteinander vereinbaren können. Dadurch steigt auch die Bindung an das Unternehmen, das Stresslevel sinkt und damit einhergehende Krankheiten. «

Bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern könne »Mobiles Arbeiten« sogar konkret als Rekrutierungsinstrument eingesetzt werden.

Dr. Alexandra Schmied von der Bertelsmann Stiftung ist Referentin beim Wirtschaftsdialog im Kreis Höxter. Sie hat den Wandel der Arbeitswelt seit Jahren im Blick und präsentiert die Vorteile einer Öffnung der Präsenzkultur und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung wichtig sind.

Schlagabtausch

Im Anschluss kommen Personalverantwortliche aus der Wirtschaft zu Wort. Andreas Uhlitz ist Personalleiter der Firma Weidmüller Interface aus Detmold und hat gemeinsam mit seinem Team eine strukturierte Einführung von mobilem Arbeiten durchgeführt. Er wird sich mit Rudolf Wieneke, Seniorchef der Firma Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik, einen Schlagabtausch in einer Pro und Contra-Runde geben.

Tatjana Disse von der (GfW) weiß, dass es in den Unternehmen einige Vorbehalte zum Thema gibt. »Wir wollen den Teilnehmenden die Chance geben, beide Seiten der Medaille zu sehen und daraus ein neues Bild zu kreieren.«

Darum geht es auch im Themen-Café danach. Gestaltungsmöglichkeiten von mobilem Arbeiten, Best Practice-Beispiele und Vorteile und Nutzen vor allem für kleine und mittlere Unternehmen werden an verschiedenen Tischen vorgestellt und in Gruppen diskutiert. So können die individuellen Begebenheiten in Unternehmen beleuchtet und Ideen zur praktischen Umsetzung gesammelt werden.

Anmeldungen erwünscht

Erwartet werden Fach- und Führungskräfte, die sich mit Unternehmensstruktur oder Personal beschäftigen. Das ist auch den Gleichstellungsbeauftragten der Städte Bad Driburg, Ulrike Rustemeier und Carla Drewes von der Stadt Brakel wichtig. »Wenn wir einen Wandel anschieben wollen, müssen alle informiert werden, die zu einer Entscheidung beitragen können. Nur so sitzen dann auch alle im gleichen Boot, wenn es an die Realisierung geht«, sind sie sich einig.

Die Veranstaltung endet gegen 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.

Informationen zur Anmeldung oder der Veranstaltung hat Gerrit Fischer unter 05271 965 6130 oder g.fischer@ostwestfalen-lippe.de.

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