Unternehmen unterstützen Projekt, das Ehrenamtliche fit für die Zukunft macht
Vereins-Baustellen beseitigen

Bad Driburg (WB). An sich arbeiten, sich Ziele setzen, als Team denken – Parallelen zwischen Vereinsarbeit und Berufswelt gibt es viele. In Bad Driburg startet jetzt ein Projekt, bei dem beide Seiten vonein­ander profitieren können.

Mittwoch, 08.05.2019, 06:37 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 06:50 Uhr
Bei heimischen Vereinen gibt es unter anderem wegen des demographischen Wandels viele Baustellen. Burkhard Deppe (von links), Benedikt Goeken, André Weihrauch, Wirtschaftsförderer Dr. Jörg Wiegand, Norbert Hinz und Franz Dies hoffen, dass Vereine das Hilfsangebot annehmen. Foto: Frank Spiegel

Unter dem Motto »Junge Menschen stark machen« kooperieren Kommune, Vereine und Unternehmen unter der Federführung der Plattform »Impulse-Wirtschaft«. »Wenn wir Vereine stärken, sichern wir damit auch ein Stück Zukunft für unsere Unternehmen«, ist Initiator Norbert Hinz überzeugt.

»Wir wollen Win-Win-Situationen herstellen. Sowohl Unternehmen als auch Vereine sowie darüber hinaus auch Organisationen aus anderen Sektoren benötigen laufend leistungsfähige, motivierte, gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte«, ergänzt er.

Verlässlich und pünktlich

Dass aktive Vereinsmitglieder die besseren Mitarbeiter sind, davon ist auch André Weihrauch überzeugt. »Sie sind verlässlich und pünktlich«, nennt er Beispiele. Der Geschäftsführer der AFV Medienproduktion Weihrauch aus Bad Lippspringe ist selbst Badminton-Spieler und weiß auch die Flexibilität und Teamfähigkeit von Mitarbeitern, die sich ebenfalls in Vereinen betätigen, zu schätzen.

In diesen gibt es derzeit aber zahlreiche Baustellen. Wie Norbert Hinz berichtet, haben Vereine nicht nur mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Auch die Bedürfnisse der Vereinsmitglieder von heute seien anders als die der Generationen davor. »Es geht daher darum, Vereinsstrukturen zukunftsfähig zu entwickeln«, berichtet er.

Wie Franz Dies, Personalentwickler im Ruhestand und unter anderem als Berater des Fußball- und Leichtathletikverbandes aktiv, ergänzt, können sich interessierte Vereine am Mittwoch, 5. Juni, bei einer Informationsveranstaltung in der Backgalerie Goeken informieren. Für maximal sechs Vereine, die sich für das Projekt entscheiden, soll dieses mit einem Vereins-Zukunftscheck beginnen, bei dem die jeweilige Situation analysiert wird.

Franz Dies: »Man könnte den Zukunftscheck auch mit einer TÜV-Prüfung vergleichen, doch mit einem großen Unterschied: Die Prüfer sind nicht die Experten des TÜV, sondern es sind die Vereinsmitarbeiter, Vereinsmitglieder, Eltern, Spieler und Trainer, die den Verein unter die Lupe nehmen.« Die Vorgehensweise werde durch die Projektinitiatoren in Gang gesetzt und im weiteren Verlauf gesteuert und begleitet. Es werden schließlich Handlungspläne aufgestellt und Fachberatungen angeboten. Im Sommer oder Herbst des kommenden Jahres kann dann bei einer Abschlussveranstaltung Bilanz gezogen werden. Denkbar wären noch Anschlussprojekte.

Sponsoren zahlen

15.000 Euro stehen durch Sponsoring zur Verfügung. Mit der Summe könnten sechs Vereine gecoacht werden. Dass das funktionieren kann, hat das Projektteam im Kreis Gütersloh schon einmal unter Beweis gestellt, berichtet Franz Dies. Von sechs angetretenen Vereinen seien vier so weit, dass sie ihre Strukturen zukunftsfähig ausgerichtet haben. Ein Verein habe schließlich doch keine Neuausrichtung gewollt, der Vorsitzende des zweiten Vereins habe sich wegen beruflicher Verpflichtungen nicht weiter an dem Projekt beteiligt.

Bürgermeister Burkhard Deppe ist von dem Angebot begeistert. »Der demographische Wandel stellt verschiedene Akteure vor große Herausforderungen. Allein sei die Aufrechterhaltung des betrieblichen Nachwuchses und der Vereinsführung genannt. Hinzu treten große gesellschaftliche Aufgaben in der Integration und Inklusion«, sagt Deppe.

Auch Benedikt Goeken, Geschäftsführer von Goeken backen und einer der Sponsoren, sieht in dem Projekt für Vereine »eine tolle Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.« Er appellierte, die von der Stadt und den Sponsoren gebotenen Angebote anzunehmen.

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