Kreuztracht in Pömbsen bei Bad Driburg rückt Leiden Jesu ins Bewusstein der Menschen – mit Video Gläubige folgen dem Kreuz

Bad Driburg-Pömbsen (WB). Hunderte Gläubige haben am Karfreitag im Höhendorf Pömbsen bei Bad Driburg des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Bei der traditionellen Kreuztracht folgten sie in einer Prozession durch das Dorf dem Kreuz und legten ein Bekenntnis zu Christus ab.

Von Sabine Robrecht
Bei der Kreuztracht in Pömbsen betrachten die Gläubigen die sieben Fußfälle. Mehrere hundert Menschen folgen dem Kreuz.
Bei der Kreuztracht in Pömbsen betrachten die Gläubigen die sieben Fußfälle. Mehrere hundert Menschen folgen dem Kreuz. Foto: Sabine Robrecht

Die Bäume blühen, die Sonne scheint aus einem wolkenlosen blauen Himmel. Das Höhendorf Pömbsen erlebt einen strahlenden Frühlingstag. In dieser Idylle, die eigentlich zu Leichtigkeit und Unbeschwertheit verleitet, folgen Menschen dem Kreuz. Sie gehen den Weg mit, halten betend und meditierend an den sieben Fußfällen inne und vergegenwärtigen sich Jesu Leid und gleichzeitig das vielgesichtige Unheil unserer Tage.

Das Bedrückende dieser Welt trägt Jesus auf seinen Schultern. Pfarrer Edgar Zoor verbindet diese Feststellung beim ersten Fußfall mit der Bitte, dass Christus uns die Kraft geben möge, unser persönliches Kreuz zu tragen. Und: »Stärke uns im Glauben, dass du es mit uns trägst«, formuliert der Geistliche ein weiteres Gebetsanliegen.

Jesu Mutter Maria, die zusehen muss, wie ihr Sohn leidet, und ihm trotzdem Liebe und Beistand gibt, steht im Mittelpunkt des nächsten Fußfalls – verbunden mit der Bitte, Gott möge allen Müttern beistehen, die zusehen müssen, wie ihre Kinder körperlich oder seelisch leiden oder gar sterben.

Simon von Cyrene, der Jesus hilft, das Kreuz zu tragen, steht für Menschen, die nicht wegsehen. Diese rückten am Karfreitag in Pömbsen als Vorbilder ins Bewusstein der Gläubigen – so auch Veronika. Entschlossen bahnt sie sich den Weg durch die Menge der Schaulustigen, um Jesus das Schweißtuch zu reichen.

Das Schweißtuch gehört neben der Geißel und einem Totenkopf zu den Leidenssymbolen, die die drei frommen Frauen bei der Kreuztracht in Pömbsen traditionell mit sich führen. Das große Vortragekreuz, das die Prozession anführt, zeigt die Leidenswerkzeuge (Lanze, Essigschwamm und Geißel) und die Nägel, einen Hammer und eine Zange. Am letzten Fußfall wird Jesu Kreuz im Schatten der Kirche aufgerichtet. Bei der anschließenden Karfreitagsliturgie gedenken die Gläubigen des Sterbens Jesu.

Schließlich verlassen sie die Kirche mit der verheißungsvollen Aussicht auf Ostern – und die Auferstehung des Herrn.

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