Projekt erleichtert den Weg in den Beruf in Teilzeit
»Ausbildung geht auch nachts«

Bad Driburg/Brakel (WB). In Teilzeit ausgebildet, aber dennoch voll qualifiziert: Mit wenigen Worten lässt sich zusammenfassen, welches Ziel das Programm mit der Bezeichnung TEP verfolgt.

Donnerstag, 07.03.2019, 13:11 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 13:14 Uhr
Eine Berufsausbildung in Teilzeit absolviert bei der Firma Goeken backen die alleinerziehende junge Mutter Angelina Fröse (rechts). Sowohl ihre Vorgesetzte Katrin Bleichroth als auch Hildegard Wiechers (hinten von links, Kolping Berufsbildungswerk), Maria Brakhane (Jobcenter) und Personalchefin Anne Goeken-Schmidt sind von dem Projekt angetan, weil beide Seiten profitieren. Foto: Jürgen Köster

»Teilzeitausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen« verbirgt sich hinter dem Projektnamen für den gemeinsamen Weg, einen Ausbildungsplatz in Teilzeit zu finden. Partner ist hier das Kolping-Berufsbildungswerk in Brakel. Aber auch Maria Brakhane vom Jobcenter Kreis Höxter und Anne Goeken-Schmidt sind begeistert von dem Ausbildungsangebot, das zusammen mit weiteren in der kommenden »Woche der Ausbildung«, 11. bis 15. März, in der Jugendberufsagentur in Höxter, Am Markt 6 vorgestellt wird: am Montag, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr.

Wir gut das TEP-Programm funktioniert, berichtet Angelina Fröse (27), alleinerziehende junge Mutter aus Rheder. Nach einem Betriebspraktikum bei Goeken backen hat sie über das TEP-Programm einen Ausbildungsplatz angeboten bekommen.

»Sie meistert die Ausbildung hervorragend. In der Nacht wird gearbeitet, am Morgen geschlafen, und am Nachmittag hat sie Zeit für ihre Tochter«, beschreibt Anne Goeken-Schmidt, Personalchefin bei Goeken backen, die Situation. »Junge Mütter sind bestens organisiert. Sie sind bereit Verantwortung zu tragen und managen das Familienleben«, berichtet sie von ihren Erfahrungen. Zudem seien sie – wie Angelina Fröse – hoch motiviert. Und: »Ausbildung geht ja auch nachts.«

Gute Erfahrungen

»Wir sind sehr glücklich, sie ausbilden zu dürfen«, stellt Goeken-Schmidt fest. Sie könne anderen Unternehmen nur empfehlen, ebenfalls ein solches Angebot zumachen. Sie habe zu mehr als 90 Prozent gute Erfahrungen mit den junge Menschen gesammelt.

Ähnliches berichtet auch Diplom-Pädagogin Hildegard Wiechers. Sie coacht die Ausbildungsplatzsuchenden, bereitet sie beruflich vor, hilft beim Bewerbungstraining und der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Am Kolping-Berufsbildungswerk wird das Programm TEP umgesetzt. Wiechers ist dort die zuständige Mitarbeiterin.

»Wir begleiten vor allem junge Mütter auf diesem Weg in die Ausbildung. Oft möchten sie auch gern Vorbild sein für die eigenen Kinder. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Die Teilnehmerzahl sollte zehn nicht übersteigen. Die Treffen sind mittwochs von 9 bis 12 Uhr«, umreißt sie den organisatorischen Rahmen.

»Junge Menschen mit Familienverantwortung haben es oft schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. Damit der Übergang in die Ausbildung gelingt, bietet das Jobcenter die Teilnahme am TEP-Programm an«, berichtet Maria Brakhane, Teamleiterin im Jobcenter.

30 Stunden pro Woche

Angelika Fröse absolviert zurzeit ihre Ausbildung zur Konditorin. Sie arbeitet von 0.30 bis 6.30 Uhr und ist dann rechtzeitig zu Hause, um ihr Kind zu wecken. Ihre Arbeitszeit beträgt 30 Stunden pro Woche, einschließlich des Berufsschulunterrichts. »Freizeit bleibt dennoch, vor allem an den Wochenenden«, berichtet die 27-Jährige, die schon als Jugendliche Konditorin werden wollte.

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