Initiatoren kritisieren Bürgermeisterentscheidung und möchten demonstrieren Tierschützer wollen weiter Kreis-Lösung

Bad Driburg-Siebenstern (WB). Die Unterstützer des Tierschutzzentrums in Siebenstern und die Tierschutz-Union wollen weiter für das Projekt kämpfen. Auf die Absage der Bürgermeisterkonferenz für eine Lösung im Kreis wollen sie in allen Städten mit Bürgeranträgen reagieren. So soll das Thema noch einmal beraten werden

Von Frank Spiegel
Die Pläne für das neue Tierheimgelände gibt es schon. Die Umsetzung auf dem Gelände an der Kohlstätte bei Siebenstern lässt aber noch auf sich warten.
Die Pläne für das neue Tierheimgelände gibt es schon. Die Umsetzung auf dem Gelände an der Kohlstätte bei Siebenstern lässt aber noch auf sich warten. Foto: Frank Spiegel

Gisela Pieperling (von links), Susan Smith und John F. Pyka stehen bei der Versammlung Rede und Antwort. Foto: Frank Spiegel

Es werden zudem Unterschriften gesammelt für das Tierschutzzentrum, und in Warburg wollen die Tierfreunde am Dienstag, 10. April, demonstrieren. Die Idee kam am Samstag bei einem Gedankenaustausch zum Thema auf dem Gelände in Siebenstern auf. Die Anmeldung der Demonstration soll in diesen Tagen erfolgen. »Das Thema wird uns noch lange beschäftigen, das ist nicht abgehakt«, erklärte John F. Pyka von der Tierschutz-Union.

Areal wird nicht verkauft

Dass Gelände bleibt auch nach der Absage der Städte wegen der Kostenerhöhung in jedem Fall im Besitz der Tierschutz-Union, stellte Pyka klar und erntete für dieses Bekenntnis zum Standort Applaus . »Da unser Eigenanteil nun vorliegt, könnten wir natürlich jetzt klein bauen.

Auch die Landesmittel stehen weiter zur Verfügung. Aber wenn wir einmal klein bauen und das Tierheim dann in Betrieb ist, dann bleibt das so«, erklärte der Tierschützer. Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich ein Tierheim im Betrieb nicht maßgeblich erweitern lasse. Die Tierschutz-Union favorisiert nach wie vor eine Lösung für den Kreis Höxter aus einem Guss.

Susan Smith, Vorstandsmitglied der Tierschutz-Union, sagte: »Wir haben in Paderborn eine kleine Katzenstation und denken aktuell darüber nach, diese nach Siebenstern zu verlegen, weil wir hier mehr Kapazität hätten.« Das sei allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Idee. Hier gelte es, noch Gespräche zu führen für den Fall, dass es die angestrebte Komplettlösung für den Kreis Höxter nicht gebe.

Gisela Pieperling aus Brakel berichtete, sie habe schon bei der Bürgermeisterkonferenz erläutert, warum die Tierschützer eine kreisferne Lösung für untragbar halten. »Die Entfernungen sind zum Teil immens mit der Folge, dass die Transparenz dabei völlig verloren geht«, führte sie aus.

»Wer will denn schon bis Hessen fahren, um zu sehen, wie es dem Tier geht, das man in die Obhut des Tierheims gegeben hat«, fragte sie. Zudem seien die langfristigen Kosten bei einem Tierheim im Kreis Höxter geringer als bei einer Lösung außerhalb.

John F. Pyka erklärte dazu, dass die Lösung mit der Tierschutz-Union mit 70 Cent pro Einwohner als Pauschale für die laufenden Kosten zu Buche schlage. Ein anderes Tierheim nehme 85 Cent pro Einwohner, eine Tierpension, die acht Städte des Kreises derzeit nutzten, liege bei 1,30 Euro.

Hinzu komme das Problem der so genannten Abgabetiere, ergänzte Gisela Pieperling. Wenn ein Mensch durch Lebensumstände nicht mehr in der Lage sei, sein Tier zu versorgen, sei das nicht Aufgabe der Städte, sich um dieses zu kümmern.

Kein Vertrauen in Städte

Dass die Städte die Fundtier-Problematik aus eigener Kraft lösen können, wurde von den mehr als 30 Teilnehmern der Veranstaltungen vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen mit Fund- und Abgabetieren bezweifelt.

Um diese bündeln zu können, kündigte John F. Pyka an, eine Facebook-Seite einzurichten, auf der Betroffene schildern können, wie es ihnen ergangen ist. »Von den Städten heißt es ja, es gebe keine Probleme«, so Pyka. Eine solche Seite böte die Möglichkeit, der Behauptung Paroli zu bieten.

Es gebe auch Schriftverkehr, der eindeutig belege, dass der Vorwurf der Unfähigkeit, Untätigkeit und Unverantwortlichkeit – dieser war in der Bürgermeisterkonferenz gefallen – auf die Tierschutz-Union nicht zutreffe. Den zu veröffentlichen, sei allerdings das letzte Mittel.

»Kein Prunkbau«

Auch bei Facebook seien unverschämte und rufschädigende Behauptungen aufgestellt worden. »Wenn von Prunkbau oder Palast die Rede ist, hat das mit der Wirklichkeit nichts zu tun«, sagte Susan Smith. Ziel sei es gewesen, Tiere aus dem gesamten Kreis Höxter aufnehmen zu können.

»Die Platzverhältnisse sind vorgeschrieben«, erläuterte sie. Das Gebäude sei früher für 80 Hunde zugelassen gewesen. »Nach den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen dürften wir 24 Hunde aufnehmen«, klärte sie auf. Es gehe nicht darum, einen Palast zu bauen. Susan Smith: »Wir wollen immer noch ein gutes Tierheim bauen, mit dem man arbeiten kann.«

Die immer wieder ins Feld geführte Frage, was denn mit den Spenden sei, stelle sich nicht. »Natürlich ist das Geld noch da, und es wird auch für den Zweck verwendet, den die Spender vorgesehen haben«, stellte Susan Smith klar.

Der Warburger Stadtrat befasst sich am 10. April um 17 Uhr mit dem Thema »Unterbringung von Fundtieren«. Die Sitzungsvorlage dazu bezeichnet John F. Pyka als »inhaltlich in Teilen vollkommen falsch.« Die Ratsmitglieder würden wissentlich über die wahren Abläufe getäuscht. Auch das sei ein Zeichen, dass die Bürgermeister – insbesondere deren Sprecher – das Tierschutzzentrum nicht wollten.

Richtigstellung

Die Tierschutz-Union verlange die Richtigstellung der Ratsvorlage. Mit der Demonstration – wenn sie nach der Anmeldung erfolgen kann – wollten die Tierschützer ihrem Wunsch Nachdruck verleihen, dass in der Angelegenheit noch einmal verhandelt wird, um doch noch eine kreisweite Lösung zu finden. Sie freuen sich, dass unter anderem auch der Landtagabgeordnete Matthias Goeken die Tierschutz-Union in diesem Bestreben unterstütze.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5632783?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851031%2F