Auftakt zur Erarbeitung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Neue Strukturen in der Südoststadt

Bad Driburg (WB). Obwohl es erst die Auftaktveranstaltung zu einem länger währenden Entwicklungsprozess war, haben die Planer bereits eine ausgesprochen lange Liste an Anregungen für die Umgestaltung des südöstliche Quartiers der Kernstadt mit ins Büro genommen.

Von Jürgen Köster
Problemfall Sulburgring 11: Das marode Gebäude ist vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Die Initiative »Schöner wohnen in Bad Driburg« erhofft sich nun vom ISEK eine Chance zur Beseitigung des städtebaulichen Missstandes.
Problemfall Sulburgring 11: Das marode Gebäude ist vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Die Initiative »Schöner wohnen in Bad Driburg« erhofft sich nun vom ISEK eine Chance zur Beseitigung des städtebaulichen Missstandes. Foto: Jürgen Köster

Entwicklungskonzept soll bis Frühherbst stehen

Und es geht in großen Schritten weiter, denn das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ( ISEK ) für die Südoststadt soll bis zum Frühherbst beschlussreif im Rat vorliegen. Dieses Ziel formulierte Jens Peter Huesmann vom Planungsbüro Drees & Huesmann aus Bielefeld bei der Auftaktveranstaltung in der ehemaligen Mensa der Gesamtschule. Etwa 50 Bürger nahmen daran teil, verfolgten den Vortrag aufmerksam und machten gleich eine ganze Reihe von konkreten Vorschlägen.

Hochhaus: Verein für Sanierung oder Abriss

So etwa Christiane Gamradt, die sich zusammen mit ihren Mitstreitern im Verein »Schöner wohnen in Bad Driburg« dafür einsetzt, dass das marode Hochhaus am Sulburgring 11 saniert oder abgerissen wird. »Wir sind mit unseren Bemühungen zurzeit in einer Sackgasse. Es wäre schön, wenn das Entwicklungskonzept hier weiterhelfen könnte«, sagte die Bad Driburgerin.

Was mit dem ISEK im Untersuchungsgebiet erreicht werden kann, hatte Huesmann an Beispielen deutlich gemacht:

• Aufwertung und Verbesserungen von Freiraum und Plätzen,

• Aufwertung und Verbesserungen von Gebäuden,

• Weiterentwicklung vorhandene Infrastrukturen, Neubau fehlender Infrastrukturen,

• Maßnahmen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung im Bestand.

Viele Projektansätze denkbar

Huesmann zeigte schon mehrere konkrete Projektansätze auf. Unter anderem nannte er die bessere Wegevernetzung an den Schulen sowie zwischen Bahnhof, Stadtkern und Wohngebieten. Der Stadtpark könne aufgewertet werden, ebenso der Park rund um die Eggelandklinik. Eine neue Nutzung sei für das ehemalige Postgelände denkbar. Die Renaturierung des Katzohlbaches und die Verbindung seiner Grünanlagen könne ein weiterer wichtiger Projektansatz sein, ebenso die Aufwertung des Spielplatzes am Sulburgring oder die Platzgestaltung an der Südstadtkirche. »Die Aufwertung des Schul- und Sportzentrums zum Quartiersplatz und Integrationsort läuft ja schon«, stellte Huesmann fest. Neue Infrastrukturen könnten mit einem Umweltbildungshaus entstehen.

Parkplatzsituation weiter Problem

Über diese Ansätze hinaus kamen aus dem Kreis der Zuhörer weitere Anregungen wie der Bau eines Abenteuerspielplatzes, »der die Kinder auch wirklich anzieht«, wie Martin Viertmann meinte. Das Umweltbildungshaus, das aus den restaurierten und konservierten Elementen des ehemaligen Hauses Konert entstehen könne, war Petra Flemming-Schmidt besonders wichtig. Karin Rosemann wünschte sich, dass der Stadtpark mehr »Bürgerpark« werde. Auch der Erhalt des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäudeteils der Eggelandklinik wurde als wichtig erachtet. Auf ein drängendes Problem wiesen gleich mehrere Zuhörer hin: Die Parkplatzsituation rund um den Schul- und Sporthallenbereich sei katastrophal. Privatstellplätze würden widerrechtlich genutzt. Bei Großveranstaltungen fänden Gäste von auswärts keine Parkmöglichkeiten. Viele von ihnen seien nur von Ortskundigen aufzufinden. Baudezernent Martin Kölczer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Stadt 20 neue Parkplätze in diesem Bereich schaffen werde.

Kölczer und Huesmann forderten die Bürger dazu auf, ihre Ideen »einfach mal in den Ring zu werfen«. Auch Privateigentümer könnten möglicherweise von Förderungen profitieren.

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