Mehr als 650 Bauern bei Pflanzenschutztagung in Brakeler Stadthalle Landwirtschaft 4.0 hält Einzug

Brakel (WB). Die heimischen Landwirte nehmen das Thema Pflanzenschutz ausgesprochen ernst: Mehr als 650 Teilnehmer hat stellvertretende Kreislandwirtin Gabriele Beckmann gestern in der Brakeler Stadthalle zu dieser jährlichen Tagung begrüßt.

Von Jürgen Köster
Die Felder im Kreis waren in 2017 Wind, Regen, Kälte und Nässe ausgesetzt. Pflanzenschutz wird immer moderner betrieben.
Die Felder im Kreis waren in 2017 Wind, Regen, Kälte und Nässe ausgesetzt. Pflanzenschutz wird immer moderner betrieben. Foto: Jürgen Köster

Pflanzenschutz sensibles Thema

»Die Landwirtschaft weiß mit unterschiedlichsten Markt- und Wettersituationen umzugehen. Auch jetzt bläst uns wieder ein scharfer Wind ins Gesicht«, sagte Beckmann. Die heimischen Landwirte rüsteten sich wieder für die anstehenden Herausforderungen. Dafür sei auch die Pflanzenschutztagung ein wichtiges Instrument. Darüber hinaus sei der Pflanzenschutz schon immer ein sensibles Thema in der Gesellschaft.

»Wann überhaupt spritzen?«

Stellvertretende Kreislandwirtin Gabriele Beckmann hat mit Dr. Josef Lammers (von links) zusammen die Experten Hermann Hanhart, Harald Kramer, Ferdi Stamm, Dirk Sprute und Günter Klingenhagen begrüßt. Foto: Jürgen Köster

Die aktuellen Herbizidstrategien für das laufende Jahr stellte Ferdi Stamm, Pflanzenschutzberater bei der heimischen Landwirtschaftskammer, vor. Er blickte aber auch zurück auf das abgelaufene Jahr, das mit dem Kälteeinbruch im April turbulent begonnen habe. »Ruhe bewahren« sei in diesem Fall der richtige Weg gewesen, wie sich im Nachhinein herausgestellt habe. Nach der Kälte habe die Vorsommertrockenheit große Probleme bereitet. Zuletzt hätten den Landwirten die starken Niederschläge und Winde arge Schwierigkeiten gemacht. Kleine Gräben auf den Feldern seien zu wahren Sturzbächen geworden, Sturm habe selbst Stabilmais knicken lassen. Die nassen Felder hätten für viele zu der Frage geführt: »Wann soll ich überhaupt spritzen?«

Zusammenspiel vieler Faktoren

Stamm machte deutlich, dass es erneut zahlreiche Vorgaben für den Einsatz moderner Pflanzenschutzmittel zu beachten gebe. »Nur das Zusammenspiel vieler kleiner Bausteine wie Luftfeuchtigkeit, Einsatz abdriftarmer Düsen und Auswahl der Mittel bringt den gewünschten Erfolg«, betonte der Experte aus Brakel.

Satteliten steuern Roboter auf Feld

Er blickte auch in technischer Hinsicht nach vorn – auf die Landwirtschaft 4.0, die auf den heimischen Feldern Einzug halte. Stamm berichtete beispielsweise von Hack-Robotern oder so genannten intelligenten Hacken, die kamerageführt seien. Solche »Alternativen« gehörten heute ebenfalls zum modernen Pflanzenschutz. Über weitere Neuheiten in der Pflanzenschutztechnik wie die Steuerung über Satteliten berichtete Harald Kramer. Sie helfe »Doppelbehandlungen« zu vermeiden und so erhebliche Mengen an Schutzmitteln einzusparen.

Wasser wichtig für Wirkung der Schutzmittel

Günter Klingenhagen ging explizit auf die unterschiedlichen Eigenschaften des Wassers ein. Sie seien wichtig für die Wirkung der Schutzmittel. Konkrete Anwendungsempfehlungen für Fungizide und Insektizide gaben schließlich Hermann Hanhart und Dirk Sprute.

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